Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zeitschriftenverlage wollen mit Outsourcing Kosten senken

04.05.2004

Mehr als die Hälfte lagert heute schon aus

Der zunehmende Kostendruck ist für über 90 Prozent der deutschen Zeitschriftenverlage eine der größten Herausforderungen. Deshalb ist auch für 82 Prozent die angestrebte Kostensenkung das Hauptmotiv für Outsourcing (Auslagerung bestimmter Aufgaben). Über die Hälfte der Verlage betreibt schon heute Outsourcing, weitere zwölf Prozent planen diesen Schritt für die Zukunft. Die wichtigsten Ziele sind dabei der Zugang zu externer Expertise und externen Technologien.

Das sind zentrale Ergebnisse einer Umfrage unter rund 400 großen und mittelständischen Zeitschriftenverlagen in Deutschland, die der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftprüfungsgesellschaft KPMG durchgeführt hat (Rücklaufquote: 25 Prozent).

Die Umfrage zum Thema "Outsourcing in Zeitschriftenverlagen" gibt den aktuellen Stand der Anforderungen der Zeitschriftenverlage an Outsourcing-Projekte wieder. Darin werden die Brancheneinschätzungen über Chancen und Risiken von Outsourcing ebenso thematisiert wie wesentliche Erfolgsparameter von Outsourcing-Strategien herausgearbeitet.

Die Zeitschriftenbranche durchlebt eine wirtschaftlich schwierige Zeit: Die Erlöse aus Anzeigenverkäufen sind im vierten Jahr rückläufig, eine Trendwende ist nicht in Sicht. Einerseits versuchen die Verlage, durch Innovationen, Sonderpublikationen, den Einsatz neuer Medien und schließlich durch Internationalisierung die Erlöse zu stabilisieren und zu steigern. Andererseits sind sie gehalten, die Kosten zu reduzieren. Dabei geht es neben der traditionell bereits etablierten Auslagerung von IT, Telekommunikation, oder Facility-Management um weitere Backoffice-Prozesse wie Rechnungswesen, Personalwesen oder Einkauf. Neuerdings kommen auch früher als unantastbar geltende Kernbereiche wie Redaktion, Anzeigengeschäft und Vertrieb dazu.

Das vielfach betriebene Outsourcing von IT-Dienstleistungen bekommt derzeit eine neue Dimension durch die zunehmende Nutzung von Offshore-Standorten in Osteuropa und Asien. Auch die "Königsdisziplin" der Verlagsbranche, die Redaktion, wird mitunter ausgelagert: Die Studie belegt, dass bereits 40 Prozent der befragten Verlage Outsourcing-Erfahrungen bei der Manuskripterstellung haben. So wird besonders regionale bzw. überregionale Berichterstattung an Externe mit unverzichtbarem Spezialwissen und flexiblen Reaktionszeiten vergeben.

Sehr gute Wachstumschancen werden auch beim Outsourcing des Anzeigenverkaufs erwartet. Lagern heute bereits 23 Prozent der befragten Häuser diesen Bereich aus, so könnte es in Zukunft zur Entstehung einiger Mega-Outsourcing-Provider für das Anzeigengeschäft kommen. Ähnliche Erwartungen gibt es hinsichtlich der Verlagsarchive: Einzelne Spezialanbieter können durch die fortschreitende Technik die umfangreichen Archivierungsbedürfnisse insbesondere größerer Verlage hervorragend unterstützen.

Überraschend ist der sehr geringe Zuspruch deutscher Verlage bei der Auslagerung von Finanz- und Rechnungswesen im Gegensatz zu den Verlagshäusern der angelsächsischen Länder. Ein zunehmendes Interesse an Outsourcing in diesem Bereich ist bei anhaltendem Kostendruck jedoch zu erwarten.

Die größten Bedenken der Verlage gegen Outsourcing-Projekte sind neben einer verstärkten Abhängigkeit von externen Dienstleistern (59 Prozent) auch ein möglicher Wissensverlust im eigenen Hause (50 Prozent). Matthias Sure, Manager im Bereich Business Services bei KPMG, erläutert: "Eine erfolgreiche Outsourcing-Strategie ist stets an einer vernünftigen Verhältnismäßigkeit ausgerichtet. Das Ziel ist klar: den Geschäftserfolg erhöhen, ohne die Substanz des eigentlichen Verlagsgeschäfts zu gefährden."

"Outsourcing ist ein Weg, Kosten einzusparen - aber nur, wenn es richtig praktiziert wird", sagt auch Wolfgang Fürstner, Geschäftsführer des VDZ. Bei der Suche nach Kosteneinsparungspotenzialen unterstützt der VDZ seine Mitglieder durch aktuelle Projekte und Studien. "Interessant ist, dass sich selbst innerhalb der Branche Outsourcing-Partner finden. Beispielsweise kann ein mittelgroßer Fachzeitschriftenverlag problemlos einzelne Prozesse an einen großen Publikumszeitschriftenverlage auslagern."

Die 76-seitige Umfrage "Outsourcing in Zeitschriftenverlagen - Status Quo und Ausblick" kann gegen eine Schutzgebühr von 29 Euro für VDZ-Mitglieder, (Nichtmitglieder: 89 Euro inkl. Versand) bestellt werden unter m.abendroth@vdz.de

Marita Reuter | KPMG
Weitere Informationen:
http://www.kpmg.com

Weitere Berichte zu: VdZ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Rückgang, aber noch keine Tendenzwende
21.11.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Kleine Strukturen – große Wirkung

Innovative Schutzschicht für geringen Verbrauch künftiger Rolls-Royce Flugtriebwerke entwickelt

Gemeinsam mit Rolls-Royce Deutschland hat das Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS im Rahmen von zwei Vorhaben aus dem...

Im Focus: Nanoparticles help with malaria diagnosis – new rapid test in development

The WHO reports an estimated 429,000 malaria deaths each year. The disease mostly affects tropical and subtropical regions and in particular the African continent. The Fraunhofer Institute for Silicate Research ISC teamed up with the Fraunhofer Institute for Molecular Biology and Applied Ecology IME and the Institute of Tropical Medicine at the University of Tübingen for a new test method to detect malaria parasites in blood. The idea of the research project “NanoFRET” is to develop a highly sensitive and reliable rapid diagnostic test so that patient treatment can begin as early as possible.

Malaria is caused by parasites transmitted by mosquito bite. The most dangerous form of malaria is malaria tropica. Left untreated, it is fatal in most cases....

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Tagung widmet sich dem Thema Autonomes Fahren

21.11.2017 | Veranstaltungen

Neues Elektro-Forschungsfahrzeug am Institut für Mikroelektronische Systeme

21.11.2017 | Veranstaltungen

Raumfahrtkolloquium: Technologien für die Raumfahrt von morgen

21.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Wasserkühlung für die Erdkruste - Meerwasser dringt deutlich tiefer ein

21.11.2017 | Geowissenschaften

Eine Nano-Uhr mit präzisen Zeigern

21.11.2017 | Physik Astronomie

Zentraler Schalter

21.11.2017 | Biowissenschaften Chemie