Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Boden bietet Schutz vor Schmutz

22.05.2001


Böden sind für die Qualität unserer Grundwasservorräte besonders wichtig, weil sie als Filter, Speicher und Vermittler von Stoffumwandlungen wirken. Diese Umweltfunktionen wurden mit dem Bodenschutzgesetz und mit der Bodenschutz- und Altlastenverordnung - 30 Jahre nach den Medien "Luft" und "Wasser" - unter den Schutz der deutschen Gesetzgebung gestellt. Vordergründiges Motiv war, angesichts der enormen Kostenerwartungen die Sanierung von Altdeponien und Industriealtlasten bundeseinheitlich zu regeln und darauf zu achten, dass "aus volkswirtschaftlicher Sicht nur die tatsächlich erforderlichen Maßnahmen durchgeführt werden", so Professor Dr. Ulrich Förstner, TU Hamburg-Harburg, auf der Jahrestagung 2001 der Wasserchemischen Gesellschaft in Bad Wildungen.

... mehr zu:
»Grundwasser »Schadstoff

Die aktuelle Entwicklung im landwirtschaftlichen Bereich hat gezeigt, dass die Massentierhaltung und die mit ihr verbundene Gülleentsorgung zu einem Gefährdungspotential für das Grundwasser durch Veterinärpharmaka geworden ist. Das Ausmaß lässt sich z. Z. noch nicht annähernd beziffern. Inzwischen wird immer deutlicher, dass in der Mehrzahl der schwerwiegenden Kontaminationen der Wirkungspfad Boden-Grundwasser ausschlaggebend für den finanziellen Aufwand von Sanierungen ist, d. h. der Boden spielt eine zentrale Rolle. Daraus folgt zunächst, dass nur ein vertieftes Verständnis der chemischen Prozesse an der Grenzfläche Feststoff-Wasser zu gesicherten Bewertungen führen kann. Dafür hat u. a. das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Verbundprojekt "Prognose des Schadstoff-Eintrags in das Grundwasser mit dem Sickerwasser" ins Leben gerufen, an dem Mitglieder der Wasserchemischen Gesellschaft maßgeblich beteiligt sind. Die hieraus zu erwartenden Erkenntnisse können auch die Grundlage für kostengünstige, naturnahe Sanierungsverfahren bilden, wie bereits an Beispielen in den USA, in Kanada und in den Niederlanden gezeigt wurde.

Auch in Deutschland werden für die Sanierung von Grundwasserverschmutzungen immer mehr "passive in situ-Methoden" in Betracht gezogen - Behandlungsverfahren direkt im Untergrund ohne Energieeintrag und mit relativ niedrigen Betriebskosten. Durchströmte Reinigungs- oder Reaktionswände dienen der Adsorption, der Rückhaltung, der chemischen Umwandlung oder dem mikrobiologischen Abbau von Schadstoffen im Grundwasser; es handelt sich um ein volltaugliches Sanierungsverfahren mit Langzeitwirkung, ohne das ursprüngliche Grundwasserregime wesentlich zu beeinflussen. Das Verständnis der Wirkungsweise solcher Barrieresysteme zur langfristigen Stabilisierung kontaminierter Feststoffe spielt eine entscheidende Rolle bei der Behandlung und Ablagerung von Restmüll, Bergbaualtlasten und Baggergut. Das neue Wissen um solche Prozesse kommt auch der Weiterentwicklung des Konzepts des kontrollierten natürlichen Abbaus und Rückhalts von Schadstoffen zugute. Es kann bei der Beantwortung der Frage helfen, ob und inwieweit Beurteilungen der Boden- und Sedimentqualität auf Basis von Grenzwerten für das Wasser dazu führen, Risiken zu überschätzen und den Sanierungsaufwand zu aufwendig zu gestalten.



| Wissenschaftlicher Pressedienst

Weitere Berichte zu: Grundwasser Schadstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Aufschwung setzt sich fort
28.11.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Rückgang, aber noch keine Tendenzwende
21.11.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Im Focus: Realer Versuch statt virtuellem Experiment: Erfolgreiche Prüfung von Nanodrähten

Mit neuartigen Experimenten enträtseln Forscher des Helmholtz-Zentrums Geesthacht und der Technischen Universität Hamburg, warum winzige Metallstrukturen extrem fest sind

Ultraleichte und zugleich extrem feste Werkstoffe – poröse Nanomaterialien aus Metall versprechen hochinteressante Anwendungen unter anderem für künftige...

Im Focus: Geburtshelfer und Wegweiser für Photonen

Gezielt Photonen erzeugen und ihren Weg kontrollieren: Das sollte mit einem neuen Design gelingen, das Würzburger Physiker für optische Antennen erarbeitet haben.

Atome und Moleküle können dazu gebracht werden, Lichtteilchen (Photonen) auszusenden. Dieser Vorgang verläuft aber ohne äußeren Eingriff ineffizient und...

Im Focus: Towards data storage at the single molecule level

The miniaturization of the current technology of storage media is hindered by fundamental limits of quantum mechanics. A new approach consists in using so-called spin-crossover molecules as the smallest possible storage unit. Similar to normal hard drives, these special molecules can save information via their magnetic state. A research team from Kiel University has now managed to successfully place a new class of spin-crossover molecules onto a surface and to improve the molecule’s storage capacity. The storage density of conventional hard drives could therefore theoretically be increased by more than one hundred fold. The study has been published in the scientific journal Nano Letters.

Over the past few years, the building blocks of storage media have gotten ever smaller. But further miniaturization of the current technology is hindered by...

Im Focus: Successful Mechanical Testing of Nanowires

With innovative experiments, researchers at the Helmholtz-Zentrums Geesthacht and the Technical University Hamburg unravel why tiny metallic structures are extremely strong

Light-weight and simultaneously strong – porous metallic nanomaterials promise interesting applications as, for instance, for future aeroplanes with enhanced...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Papstar entscheidet sich für tisoware

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

Natürliches Radongas – zweithäufigste Ursache für Lungenkrebs

08.12.2017 | Unternehmensmeldung

„Spionieren“ der versteckten Geometrie komplexer Netzwerke mit Hilfe von Maschinenintelligenz

08.12.2017 | Biowissenschaften Chemie