Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wirtschaftsstimmung - Eine Umfrage unter deutschen Führungskräften

22.04.2004

Die Stimmung unter den Unternehmern der Republik hat sich seit vergangenen Herbst verbessert, bleibt insgesamt aber noch negativ. Gut ein Viertel, 26 (Herbst 2003: 21) Prozent, schätzen jetzt die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland für die kommenden sechs Monate positiv ein und nur noch ein Drittel, 33 (42) Prozent, sehen sie negativ. Vor allem die Entwicklung des jeweils eigenen Unternehmens wird positiv gesehen: Die Auftragslage habe sich in den vergangenen sechs Monaten gebessert, sagen 42 (35) Prozent und nur 25 (37) Prozent meinen, sie sei schlechter geworden. Für das nächste halbe Jahr glauben 46 (41) Prozent der Befragten an mehr Aufträge fürs eigene Unternehmen, an weniger Aufträge dagegen 19 (23) Prozent. Dieses Wirtschaftsstimmungsbild ergab eine bundesweite repräsentative Umfrage der Management- und IT-Beratung Capgemini bei Unternehmern, Vorständen und Geschäftsführern. Die Besserungen im eigenen Unternehmen werden sich allerdings nach der mehrheitlichen Meinung der 1.723 Teilnehmer der Studie nicht in niedrigeren Arbeitslosenzahlen zeigen. 51 Prozent (71) Prozent glauben an steigende Arbeitslosenzahlen in Halbjahresfrist und trotz der mehrheitlich positiv bewerteten Aussichten des eigenen Unternehmens glauben lediglich 16 Prozent daran, dass die Beschäftigtenzahlen im eigenen Unternehmen steigen werden. Im Gegenteil: 39 Prozent geben an, dass in den nächsten sechs Monaten noch Personal abgebaut werde.

Positiver als im vergangenen Herbst, aber immer noch weitgehend negativ werden die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen eingeschätzt. Der Blick auf den Standort Deutschland beispielsweise bleibt skeptisch, auch wenn sich die Einschätzung deutlich positiver als im vergangenen Herbst gestaltet. 37 (46) Prozent sahen eine Verschlechterung des unternehmerischen Umfeldes an ihrem Standort in den vergangenen sechs Monaten, 15 (11) Prozent sahen dagegen eine Verbesserung. Die Entwicklung der Steuerlast wird weiterhin negativ eingeschätzt, aber auch hier positiver als vor einem halben Jahr. Den Zugang zu Kapital sehen 45 Prozent der Unternehmenslenker als schwieriger an, nur 13 Prozent glauben, es hier künftig leichter zu haben.

... mehr zu:
»Arbeitslosenzahl

Ein weiterer Fragenkomplex zur EU-Osterweiterung ist aus aktuellem Anlass in das Wirtschaftsstimmungsbild mit eingeflossen. So wurde nach positiven oder negativen Impulsen gefragt, die von der EU-Erweiterung ausgingen, wobei das Ergebnis im Durchschnitt ambivalent bis positiv blieb. Ein deutlicher Trend herrschte bei der Frage nach den künftigen wirtschaftlichen Aktivitäten in den neuen EU-Ländern vor: 45 Prozent wollen diese verstärken, nur 8 Prozent verringern. Die Auswirkungen auf den deutschen Arbeitsmarkt sehen 73 Prozent negativ. Nur 10 Prozent glauben an eine positive Reaktion des Arbeitsmarktes.

"Wir haben jetzt statt eines Wolkenbruchs den Dauerregen. Eine Schönwetterperiode, sprich die Trendwende, ist noch nicht in Sicht", erläuterte Antonio Schnieder, CEO Zentral- und Ost-Europa von Capgemini, bei der Präsentation der Studie in Berlin. "Deutschland verliert aufgrund der noch immer zu schlechten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter an Wettbewerbsfähigkeit", ergänzte Dr. Helmut Haussmann, Senior Vice President bei Capgemini und Bundeswirtschaftsminister a.D. die Einschätzung deutscher Unternehmer.

Im Ländervergleich liegt Hessen vorn. 36 Prozent sehen hier bessere Zeiten. Ebenfalls vergleichsweise gute Stimmung herrscht in Bayern, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg. Thüringen bildet das Schlusslicht und hat mit dieser Position Berlin als durchweg pessimistischstes Bundesland in der vorhergehenden Herbstumfrage 2003 verdrängt. Neben Sachsen-Anhalt ist Berlin aber immer noch in der Schlussgruppe vertreten, was die Wirtschaftsstimmung anbelangt. Das vor einem halben Jahr in der Herbstumfrage 2003 noch so optimistische Bremen liegt jetzt auf den hinteren Plätzen.

In der Branchenbetrachtung liegen die Unternehmen der Telekommunikation, der Banken und der Elektronik - wie auch in vielen anderen Einzelfragen - weit vorn mit einer positiven Sicht der wirtschaftlichen Entwicklung. In der Telekommunikationsbranche glauben an einen positiven Fortgang der wirtschaftlichen Entwicklung als Spitzenwert 61 Prozent (der Durchschnitt lag bei 26 Prozent). Sehr negativ sieht die Handelsbranche das wirtschaftliche Geschehen der nächsten sechs Monate (45 Prozent: wird schlechter), ebenso wie die Medienhäuser (46 Prozent: wird schlechter).

Auch bei der Betrachtung der Arbeitslosenzahlen herrschen durchweg negative Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Im Detail betrachtet schält sich heraus, dass die Banken hier am optimistischsten sind, der Handel bildet abermals das pessimistische Schlusslicht.

Die vollständigen und detaillierten Umfrageergebnisse "Wirtschaftsstimmung - Eine Umfrage unter deutschen Führungskräften" sind im Internet abrufbar.

Thomas Becker | Capgemini
Weitere Informationen:
http://www.wirtschaftsstimmung.de
http://www.de.capgemini.com

Weitere Berichte zu: Arbeitslosenzahl

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Keine Rezessionsgefahr, keine Anzeichen für konjunkturelle Überhitzung
19.02.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer auf Rekordstand
29.01.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Im Focus: Quantenbits per Licht übertragen

Physiker aus Princeton, Konstanz und Maryland koppeln Quantenbits und Licht

Der Quantencomputer rückt näher: Neue Forschungsergebnisse zeigen das Potenzial von Licht als Medium, um Informationen zwischen sogenannten Quantenbits...

Im Focus: Demonstration of a single molecule piezoelectric effect

Breakthrough provides a new concept of the design of molecular motors, sensors and electricity generators at nanoscale

Researchers from the Institute of Organic Chemistry and Biochemistry of the CAS (IOCB Prague), Institute of Physics of the CAS (IP CAS) and Palacký University...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Aachener Optiktage: Expertenwissen in zwei Konferenzen für die Glas- und Kunststoffoptikfertigung

19.02.2018 | Veranstaltungen

Konferenz "Die Mobilität von morgen gestalten"

19.02.2018 | Veranstaltungen

Von Bitcoins bis zur Genomchirurgie

19.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Die Zukunft wird gedruckt

19.02.2018 | Architektur Bauwesen

Fraunhofer HHI präsentiert neueste VR- und 5G-Technologien auf dem Mobile World Congress

19.02.2018 | Messenachrichten

Stabile Gashydrate lösen Hangrutschung aus

19.02.2018 | Geowissenschaften

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics