Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mittelstandskonjunktur: Erholung setzt sich im ersten Quartal - sehr mühsam - fort

06.04.2004

Die im Herbst 2003 begonnene konjunkturelle Erholung im Mittelstand setzte sich zu Jahresbeginn fort - allerdings unter großen Mühen, denn die Aufwärtsbewegung verlor erkennbar an Dynamik. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des KfW-Indikators Mittelstandskonjunktur für das 1. Quartal 2004*. Gegenüber dem Vorquartal stieg der Indexwert lediglich um 0,4 Zähler, nachdem der entsprechende Zuwachs im Schlussquartal des Vorjahres noch bei 2,8 Punkten gelegen hatte. Zu dem aktuellen Anstieg beigetragen haben sowohl die neuen als auch die alten Bundesländer.

Der Vergleich der vier Hauptwirtschaftsbereiche zeigt Gewinner und Verlierer. Auf der Sonnenseite der Konjunktur steht derzeit eindeutig das Verarbeitende Gewerbe, das mit einem Vorquartalsplus von 3,3 Punkten zugleich den Vorjahrestand (+3,0) sowie, erstmals seit Ende 2001, auch den langfristigen Durchschnitt (+0,9) wieder übertraf. Dabei dürfte der industrielle Mittelstand - nicht zuletzt wegen seiner engen Liefer- und Leistungsverflechtungen mit den großen exportorientierten Unternehmen - von dem globalen Aufschwung besonders profitiert haben.

... mehr zu:
»Mittelstandskonjunktur

Alle anderen Sektorenindizes notieren dagegen weiterhin und zum Teil deutlich unterhalb ihrer langfristigen Durchschnitte, wenngleich die Bauwirtschaft mit einem sehr kräftigen Zuwachs gegenüber ihrem Allzeittief zum Ende des vergangenen Jahres (+12,9) wieder etwas Boden gutmachten konnte. Im Vorquartalsvergleich Einbußen hinnehmen musste dagegen der Handel (-3,3), aber auch die Dienstleister (-5,4).

"Die anhaltende Erholung im Mittelstand nach mehreren Jahren der Schwäche ist, auch wenn sie in ihrer Stärke noch sehr bescheiden ausfällt, für sich genommen eine gute Nachricht", sagte KfW-Chefvolkswirt Dr. Norbert Irsch in Frankfurt. Allerdings verbinde sich mit dem bereits wieder nachlassenden Tempo der Aufwärtsbewegung sowie der noch immer schmalen sektoralen Basis die deutliche Warnung, dass die Mittelstandskonjunktur weiterhin sehr fragil ist und bei unvorhergesehenen Schocks leicht wieder kippen kann. "Umso wichtiger ist es, die internen Wachstumskräfte durch eine Fortsetzung der mit der Agenda 2010 begonnenen Strukturreformen zu stärken", so Irsch.

*Dem Indikator liegen die Angaben KfW-geförderter Unternehmen mit höchstens 500 Beschäftigten und maximal 50 Mio. EUR Jahresumsatz über ihr zentrales Investitionsmotiv zu Grunde (rund 2.000 Fälle pro Quartal). Ein zunehmender Anteil von Unternehmen, die Geschäftsausweitungen planen, wird, ebenso wie ein rückläufiger Rationalisiereranteil, als positives Konjunktursignal gewertet. Die Antworten werden mit dem Umsatz der in dem Bezugsquartal geförderten Investoren gewichtet sowie, unter Zugrundelegung fixer Branchen- und Regionengewichte, in einen Index [2000=100] überführt. Berechnet wird der Indikator für drei regionale (Deutschland, West, Ost einschließlich Berlin) und vier sektorale (Verarbeitendes Gewerbe, Bau, Handel, Dienstleister) Segmente.

Christine Volk | KfW
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Berichte zu: Mittelstandskonjunktur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Digitalisierung bringt Produktion zurück an den Standort Deutschland
25.04.2017 | Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index: Kräftiger Anstieg setzt sich fort
25.04.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie