Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie belegt: Deutscher Arbeitsmarkt profitiert von hochqualifizierter Zuwanderung

17.05.2001


Bulmahn: "Deutschland muss sich stärker für die Internationalisierung von Wissenschaft und Forschung öffnen"

Den Ergebnissen einer im Auftrage des BMBF erstellten Studie des Forschungsinstituts für Arbeit (IZA) in Bonn zufolge werden ausländische Zuwanderer mit Hochschulabschluss für den deutschen Arbeitsmarkt immer unentbehrlicher. 56 % der befragten Unternehmen geben an, dass sie ausländische Hochqualifizierte vor allem deshalb einstellen würden, weil es nicht ausreichend gute inländische Bewerber gebe. Die Unternehmen greifen auf ausländische Spitzenkräfte vor allem deswegen zurück, weil sie über besondere Kenntnisse ausländischer Märkte verfügen und für das jeweilige Unternehmen wichtige Fremdsprachenkenntnisse mitbringen. Zugleich werden ausländische Fachkräfte verstärkt in Forschung und Entwicklung sowie im IT-Bereich eingesetzt - also dort, wo der Fachkräftemangel am größten ist. Dies gilt vor allem für Akademiker aus Osteuropa, der nach den EU-Staaten wichtigsten Herkunftsregion. Nach den Ergebnissen der Studie wären die Unternehmen gerne bereit, mehr ausländische Arbeitskräfte mit Hochschulabschluss zu beschäftigen.

Vor dem Hintergrund der Ergebnisse der Studie bekräftigt Bundesforschungsministerin Edelgard Bulmahn ihre Position für eine Liberalisierung des Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisrechts. "Die derzeitige Situation des Fachkräftemangels führt in Deutschland dazu, dass erhebliche Wachstumschancen verschenkt werden", erklärte Bulmahn. Rund 16.000 Unternehmen in der Industrie und rund 75.000 Dienstleistungsunternehmen würden aufgrund des Fachkräftemangels in ihrem Innovationsbestreben behindert. Vorliegende Prognosen ließen auch für die nächsten Jahre einen hohen Bedarf an hochqualifizierten Arbeitskräften allen voran der Bereich der Informationstechnologien erkennen. Bulmahn: "Nach wie vor setzen wir in erster Linie auf die Aus- und Weiterbildung und auf eine Verbesserung der Ausbildungskapazitäten an den Hochschulen". Die mit der "Green-Card" bereits eingeleiteten Maßnahmen zur Anwerbung ausländischer Fachkräfte im IT-Bereich seien unentbehrlich, um den derzeitigen Fachkräftemangel in Deutschland aufzufangen." Bulmahn betonte: "Mit jeder Spitzenkraft, die nach Deutschland kommt, werden vier bis fünf zusätzliche Arbeitsplätze hier im Land geschaffen."

Bulmahn sprach sich dafür aus, dass jeder ausländische Hochschulabsolvent mit einem ausländischen Hochschulabschluss in Deutschland in Forschung, Lehre und Wirtschaft erwerbstätig werden könne. Darüber hinaus müsse auch für einen Nachzug und die Erwerbsmöglichkeit von Familienangehörigen gesorgt werden. Ein besonders großes Anliegen von ihr sei es, Hochschulabsolventen aus dem Ausland, die hier in Deutschland eine hervorragende Ausbildung abgeschlossen hätten, auch in unserem Land den Berufseinstieg zu ermöglichen. Viele von ihnen gingen nach einem erfolgreichen Hochschulabschluss in Länder wie USA, Kanada und Australien, bevor sie in ihre Heimatländer zurückkehren. "Es ist nicht zu verstehen, dass wir hier jungen Menschen aus dem Ausland ein hochqualifiziertes Studium ermöglichen und andere Länder dann davon profitieren", erklärte Bulmahn.

"Wir müssen uns in Deutschland stärker öffnen für eine Internationalisierung in Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft", sagte Bulmahn. Ausländische Spitzenkräfte gingen in das Land, das ihnen die besten Voraussetzungen bietet. Sie tragen zum Wohlstand für alle bei. "Damit Deutschland im internationalen Wettbewerb der besten Köpfe mithalten kann, müssen wir attraktive Bedingungen anbieten", sagte Bulmahn. Deutschland stehe zur Zeit nicht unbedingt auf Platz eins der Wunschliste von ausländischen Fachkräften oder wissenschaftlichem Nachwuchs. Die Praxis des Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisrechts sei ein großes Hemmnis, um qualifizierte ausländische Nachwuchswissenschaftler zu gewinnen oder im Land zu halten. Dazu kämen Schwierigkeiten bei der Sprache, mangelnde Internationalität und Fremdenfeindlichkeit.

Pressedienst |

Weitere Berichte zu: Fachkräftemangel Hochschulabschluss

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index startet gut ins neue Jahr
22.02.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Indikator: Keine Rezessionsgefahr, keine Anzeichen für konjunkturelle Überhitzung
19.02.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vorstoß ins Innere der Atome

Mit Hilfe einer neuen Lasertechnologie haben es Physiker vom Labor für Attosekundenphysik der LMU und des MPQ geschafft, Attosekunden-Lichtblitze mit hoher Intensität und Photonenenergie zu produzieren. Damit konnten sie erstmals die Interaktion mehrere Photonen in einem Attosekundenpuls mit Elektronen aus einer inneren atomaren Schale beobachten konnten.

Wer die ultraschnelle Bewegung von Elektronen in inneren atomaren Schalen beobachten möchte, der benötigt ultrakurze und intensive Lichtblitze bei genügend...

Im Focus: Attoseconds break into atomic interior

A newly developed laser technology has enabled physicists in the Laboratory for Attosecond Physics (jointly run by LMU Munich and the Max Planck Institute of Quantum Optics) to generate attosecond bursts of high-energy photons of unprecedented intensity. This has made it possible to observe the interaction of multiple photons in a single such pulse with electrons in the inner orbital shell of an atom.

In order to observe the ultrafast electron motion in the inner shells of atoms with short light pulses, the pulses must not only be ultrashort, but very...

Im Focus: Good vibrations feel the force

Eine Gruppe von Forschern um Andrea Cavalleri am Max-Planck-Institut für Struktur und Dynamik der Materie (MPSD) in Hamburg hat eine Methode demonstriert, die es erlaubt die interatomaren Kräfte eines Festkörpers detailliert auszumessen. Ihr Artikel Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, nun online in Nature veröffentlich, erläutert, wie Terahertz-Laserpulse die Atome eines Festkörpers zu extrem hohen Auslenkungen treiben können.

Die zeitaufgelöste Messung der sehr unkonventionellen atomaren Bewegungen, die einer Anregung mit extrem starken Lichtpulsen folgen, ermöglichte es der...

Im Focus: Good vibrations feel the force

A group of researchers led by Andrea Cavalleri at the Max Planck Institute for Structure and Dynamics of Matter (MPSD) in Hamburg has demonstrated a new method enabling precise measurements of the interatomic forces that hold crystalline solids together. The paper Probing the Interatomic Potential of Solids by Strong-Field Nonlinear Phononics, published online in Nature, explains how a terahertz-frequency laser pulse can drive very large deformations of the crystal.

By measuring the highly unusual atomic trajectories under extreme electromagnetic transients, the MPSD group could reconstruct how rigid the atomic bonds are...

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

Von festen Körpern und Philosophen

23.02.2018 | Veranstaltungen

Spannungsfeld Elektromobilität

23.02.2018 | Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vorstoß ins Innere der Atome

23.02.2018 | Physik Astronomie

Wirt oder Gast? Proteomik gibt neue Aufschlüsse über Reaktion von Rifforganismen auf Umweltstress

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Wie Zellen unterschiedlich auf Stress reagieren

23.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics