Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mobilfunk bleibt Innovations- und Wachstumsmotor in Deutschland

18.03.2004


Zusammenwachsen von Multimedia und Mobilität eröffnet neue Chancen für die Wirtschaft

... mehr zu:
»Selbstverpflichtung

Der Mobilfunk ist und bleibt die Branche, die entscheidend zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland beiträgt. In keinem anderen Sektor mausern sich Neuentwicklungen derart schnell zum Verkaufsschlager und letztlich zum Alltagskomfort, den kaum jemand missen möchte. Popsongs, Videos via Handy - oder den neuesten Bauplan direkt vom Computer des Architekten auf den Laptop des Bauleiters? Multimedia via Handy ist Realität geworden - allen Unkenrufen zum Trotz.

MMS (Multimedia Messaging Service) - das Versenden von Bildern per Handy - vor gut einem Jahr war es noch eine kleine Sensation, von Freunden aus dem Urlaub ein sonniges Foto wenige Sekunden nach der Aufnahme aufs eigene Mobiltelefon ins verregnete Deutschland zu bekommen. Inzwischen ist es die normalste Sache der Welt. Während 2002 in Deutschland noch drei Millionen MMS verschickt wurden, waren es 2003 mit 31 Millionen schon über zehnmal so viele.


Der Mobilfunk als besonders innovationsgetriebene Branche zählt zu den Wirtschaftszweigen, die auch im Fokus der Innovationsoffensive stehen, die die Bundesregierung 2004 startet. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement: "Mit unserer Breitbandinitiative wollen wir Infrastruktur- und Diensteanbieter näher zusammenbringen. Wir hoffen, damit möglichst viele Dienste verfügbar machen zu können. Ganz neue Möglichkeiten - mit zusätzlichen Chancen für neue Dienste, für Wachstum und Beschäftigung - bietet auch der Mobilfunk."

Mehr Mobilfunkteilnehmer als Festnetzanschlüsse in Deutschland In Deutschland gibt es mehr Mobilfunkteilnehmer als Festnetzanschlüsse. Umgerechnet auf die Gesamteinwohnerzahl liegt die Zahl der Mobilfunknutzer heute bei 78,3 Prozent. Wachstumspotenzial für den Mobilfunkmarkt bietet künftig vor allem die Konvergenz der Netze - das Zusammenwachsen von Fest- und Mobilnetzen in der Telekommunikation mit Computer und Internet. Laut einer Untersuchung der Unternehmensberatung Mummert Consulting erfreuen sich Handys mit Computerfunktion wachsender Beliebtheit. So stieg der Absatz so genannter Smartphones 2003 in Deutschland um 181 Prozent auf 9,6 Millionen. UMTS wird den Trend zu multimedialen Diensten für mobile Geräte noch verstärken.

Mobilfunk größter Wachstumsmotor im Telekommunikationsmarkt Wie groß das wirtschaftliche Potenzial der Mobilfunktechnik ist, zeigt auch der Jahresbericht der Bonner Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP). Danach bleibt der Mobilfunk auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt der wichtigste Wachstumsmotor. Mit einem Plus von elf Prozent trug der Bereich im Jahr 2003 wesentlich zur Steigerung des Branchenumsatzes bei. Insgesamt erzielte die Mobilfunkbranche 21,7 Milliarden Euro, was rund einem Drittel der gesamten Informations- und Kommunikationsbranche entspricht. Die Experten gehen davon aus, dass UMTS-Mobilfunkdienste neben schnellen Internetanschlüssen (DSL) künftig verstärkt für wirtschaftliches Wachstum in Deutschland sorgen werden.

Laut RegTP-Bericht wurden Ende 2003 in den deutschen Mobiltelefonnetzen 64,8 Millionen Teilnehmer erreicht, was einem Jahreszuwachs von fast 5,7 Millionen entspricht. Branchenkenner rechnen damit, dass sich die Zahl der Mobiltelefonanschlüsse in Deutschland bis Ende 2005 auf 70 Millionen erhöhen wird. Mit zunehmender Medienkompetenz der Anwender und wachsender Nutzung des mobilen Internet wird der Bedarf an Übertragungskapazität und -qualität sprunghaft steigen - und damit die Nachfrage nach breitbandigen Diensten wie UMTS.

Eine Milliarde Handynutzer bis Ende 2004 Auch die Ökonomen der Deutschen Bank bescheinigen Mobilfunk und 3G - der dritten, breitbandigen Generation des Mobilfunks wie UMTS - großes Wachstumspotenzial. Diese böten ideale Chancen, um bisher unterentwickelte Regionen ohne Festnetz-Infrastrukturen an das Kommunikationsnetz anzuschließen. Ende 2004, so eine Studie der Bank, wird die Milliardengrenze überschritten und jeder sechste Mensch auf der Welt Besitzer eines Handys sein. 2007 wird es weltweit mehr Handys als Festnetztelefone geben.

Selbstverpflichtung begünstigt Netzaufbau In die Weiterentwicklung der deutschen Mobiltelefondienste investierten die Netzbetreiber laut Jahresgutachten der RegTEP 2003 insgesamt knapp zwei Milliarden Euro. Ein großer Teil des Geldes floss dabei in den Aufbau des UMTS-Netzes. Matthias Kurth, Präsident der RegTEP: "Im Laufe dieses Jahres werden die Angebote der UTMS-Lizenznehmer hinzukommen und Deutschland wird über eine große Vielfalt im Internetzugangsmarkt verfügen. Das belebt einerseits den Wettbewerb und gibt den Verbrauchern mehr Möglichkeiten der Auswahl."

Für den Auf- und Ausbau der Mobilfunknetze in Deutschland spielen jedoch nicht nur finanzielle Mittel und technologische Innovationen eine zentrale Rolle, sondern auch die enge Zusammenarbeit zwischen Netzbetreibern und Kommunen. Die Selbstverpflichtung der Betreiber und die Verbändevereinbarung leisten dabei einen wichtigen Beitrag. In der Selbstverpflichtung hatten die Netzbetreiber im Jahr 2001 gegenüber der Bundesregierung zugesagt, beim Verbraucher-, Gesundheits- und Umweltschutz wirksame und nachprüfbare Verbesserungen herbeizuführen. Eine weitere Zielsetzung war die transparente Kommunikation gegenüber Verbrauchern und Kommunen. Dass die Netzbetreiber ihre Zusagen erfüllt haben, belegt das Mobilfunk-Jahresgutachten 2003, das im Auftrag des Informationszentrums Mobilfunk e.V. (IMZF) erstellt wurde. Das Ergebnis: Die Unternehmen haben 2003 alle kommunikativen und finanziellen Zusagen erfüllt. IZMF-Geschäftsführerin Dagmar Wiebusch: "Das Gutachten unterstreicht zum einen die Ernsthaftigkeit, mit der sich die Mobilfunknetzbetreiber ihrer Verantwortung stellen, um einen grundlegenden Beitrag zur umfassenden Vorsorge im Bereich Mobilfunk zu leisten. Zum anderen zeigt es, dass sich die Zusammenarbeit zwischen Mobilfunkbetreibern und Kommunen weiter verbessert hat, was den Netzaufbau wesentlich erleichtert."

Die zunehmende Kooperation zwischen Kommunen und Netzbetreibern bringt auch Vorteile für den Mittelstand in Deutschland. Die mit dem Aufbau der Antennen befassten Ingenieurbüros und Bauunternehmen profitieren von den Investitionen der Mobilfunkfirmen in die Infrastruktur für die mobile Kommunikation.

Das Informationszentrum Mobilfunk ist Ansprechpartner für Bürgerinnen und Bürger, Medien sowie öffentliche und private Einrichtungen zum Thema Mobilfunk und Gesundheit. Es ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein, der von den Mobilfunknetzbetreibern E-Plus, O2, T-Mobile und Vodafone getragen wird.

Dr. Daniel Giese | IZMF
Weitere Informationen:
http://www.izmf.de

Weitere Berichte zu: Selbstverpflichtung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Der Dauerläufer: Starke Binnennachfrage macht diesen Aufschwung robuster als seine Vorgänger
17.10.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Positiv für die Volkswirtschaft: Die Zahl der Betriebsgründungen von Hauptniederlassungen steigt weiter
12.10.2017 | Institut für Mittelstandsforschung (IfM) Bonn

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Im Focus: Neue Möglichkeiten für die Immuntherapie beim Lungenkrebs entdeckt

Eine gemeinsame Studie der Universität Bern und des Inselspitals Bern zeigt, dass spezielle Bindegewebszellen, die in normalen Blutgefässen die Wände abdichten, bei Lungenkrebs nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich unterdrücken sie die immunologische Bekämpfung des Tumors. Die Resultate legen nahe, dass diese Zellen ein neues Ziel für die Immuntherapie gegen Lungenkarzinome sein könnten.

Lungenkarzinome sind die häufigste Krebsform weltweit. Jährlich werden 1.8 Millionen Neudiagnosen gestellt; und 2016 starben 1.6 Millionen Menschen an der...

Im Focus: Sicheres Bezahlen ohne Datenspur

Ob als Smartphone-App für die Fahrkarte im Nahverkehr, als Geldwertkarten für das Schwimmbad oder in Form einer Bonuskarte für den Supermarkt: Für viele gehören „elektronische Geldbörsen“ längst zum Alltag. Doch vielen Kunden ist nicht klar, dass sie mit der Nutzung dieser Angebote weitestgehend auf ihre Privatsphäre verzichten. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) entsteht ein sicheres und anonymes System, das gleichzeitig Alltagstauglichkeit verspricht. Es wird nun auf der Konferenz ACM CCS 2017 in den USA vorgestellt.

Es ist vor allem das fehlende Problembewusstsein, das den Informatiker Andy Rupp von der Arbeitsgruppe „Kryptographie und Sicherheit“ am KIT immer wieder...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Das Immunsystem in Extremsituationen

19.10.2017 | Veranstaltungen

Die jungen forschungsstarken Unis Europas tagen in Ulm - YERUN Tagung in Ulm

19.10.2017 | Veranstaltungen

Bauphysiktagung der TU Kaiserslautern befasst sich mit energieeffizienten Gebäuden

19.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Forscher finden Hinweise auf verknotete Chromosomen im Erbgut

20.10.2017 | Biowissenschaften Chemie

Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer

20.10.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Strukturbiologieforschung in Berlin: DFG bewilligt Mittel für neue Hochleistungsmikroskope

20.10.2017 | Förderungen Preise