Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Patente als strategisches Instrument

17.03.2004


Fraunhofer Forscher warnen vor Gefahren der Innovationstätigkeit



Deutsche Unternehmer setzen nach Untersuchungen des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung (ISI) Patente immer häufiger als strategische Allzweckwaffe wie etwa zur Blockade der Konkurrenz ein. Dadurch haben Patente heute auch andere Funktionen bekommen. Doch erfüllen nach den jüngsten Untersuchungen nicht alle Patente ihren eigentlichen Zweck, berichtet das Institut.

... mehr zu:
»Patent


Das "strategische Patentieren" führt nach Ansicht des Experten Jakob Edler, einem der Projektleiter, zu Gefahren, wenn die erteilten Patente keine ausreichenden Qualitätsstandards erfüllen. Dann fördern diese nämlich nicht die Innovationstätigkeit, sondern hemmen sie eher. Wie sich verstärkte Patentierungsaktivitäten negativ auswirken können, hat das Fraunhofer ISI in Studien zur derzeitigen Diskussion um Softwarepatente nachweisen können.

In den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl der internationalen Patentanmeldungen deutscher Unternehmen verdoppelt, obwohl die Ausgaben für Forschung und Entwicklung in den Unternehmen nur um 12 Prozent gestiegen sind. Die Ursache für diese Entwicklung liegt aber nicht in einer gesteigerten Forschungseffizienz. Vielmehr konnte das Fraunhofer ISI feststellen, dass die Patente heute in erster Linie dem Schutz des eigenen Wissens, aber auch der Konkurrenz-Blockade, zur Stärkung der Reputation, zur Verbesserung bei Verhandlungen mit anderen Unternehmen und als Leistungsanreiz für die eigenen Mitarbeiter angemeldet werden. Ähnliche Entwicklungen einer "professionellen Patentnutzung" sind bereits aus Ländern wie USA oder Japan bekannt.

Im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung hat das Fraunhofer ISI mehr als 550 Unternehmen, die im Jahr 1999 mindestens drei Patente angemeldet hatten, untersucht. Nicht nur große Unternehmen haben ihre Patent-Aktivitäten verstärkt, sondern auch Klein- und Mittelbetriebe. Dennoch, so die Studie, meldet eine geringe Zahl sehr großer Unternehmen den weitaus größten Teil aller Patente an. Diese Konzentration hat in den vergangenen Jahren noch deutlich zugenommen. Nach den Studienergebnissen gehen die Experten davon aus, dass die Zahl der Patente in den nächsten Jahren langsamer ansteigen wird, weil insbesondere die großen Unternehmen die Möglichkeiten des strategischen Patentierens ausgeschöpft haben.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de
http://www.bmbf.de
http://www.patente.bmbf.de

Weitere Berichte zu: Patent

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Hohes Niveau, aber leichter Rückgang
28.06.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Designte Proteine gegen Muskelschwund

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Benzin und Chemikalien aus Pflanzenresten

29.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Hochleitfähige Folien ermöglichen großflächige OLED-Beleuchtung

29.06.2017 | Energie und Elektrotechnik