Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmensberater fordern die Wiedereinführung der Steuerfreiheit des Sanierungsgewinns

27.04.2001


Insolvenzpläne sind bei Sanierungsfällen in der Praxis noch ohne
Bedeutung - Veränderte Gesetzeslage wird keine nennenswerten
Steuerausfälle bedingen

   Um die Sanierung von Unternehmen in Deutschland
erfolgreicher abwickeln zu können, muss die Steuerfreiheit des
Sanierungsgewinnes schnellstens wieder eingeführt werden. Die
geplante Reform der Insolvenzrechtsordnung bietet hier eine geeignete
Gelegenheit. Diese Meinung vertraten Experten des Bundesverbandes
Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. bei einem Pressegespräch am
26. April 2001 in Berlin. "Die Freistellung des die Verlustvorträge
übersteigenden Sanierungsgewinns führt zu keinen nennenswerten
Steuerausfällen und sollte der Politik daher leicht fallen", bemerkte
Dr. Paul J. Gross, Vorsitzender der BDU-Fachgruppe Insolvenz- und
Sanierungsmanagement.  Eine Sanierung betroffener Rechtsträger
scheitere zur Zeit häufig daran, dass die Kapitalgeber Klarheit über
die steuerliche Situation der Unternehmen forderten. Sie seien nicht
daran interessiert, dass das von ihnen zur Verfügung gestellte
Kapital zur Deckung von Steuerlasten verwendet wird, die durch
Sanierungsbeiträge in Form von Forderungserlassen der Gläubiger
entstehen.
  
   Mit einer veränderten Gesetzeslage sei anzustreben, dass die
leistungswirtschaftliche Eigensanierung der Unternehmen den gleichen
Stellenwert erhalte wie die übertragende Sanierung. "Die
leistungswirtschaftliche Sanierung ziehen wir deutlich vor, da im
Gegensatz zur übertragenden Sanierung das Unternehmensgefüge erhalten
werden kann und viele Probleme so vermieden werden können", sagte Dr.
Harald Hess, Fachanwalt für Insolvenzrecht und stellvertretender
Vorsitzender der BDU-Fachgruppe Insolvenz- und Sanierungsmanagement.
  
   Die von der Bareis-Kommission für ab 1998 endende Wirtschaftsjahre
 aufgehobene Steuerfreiheit von Sanierungsgewinnen habe sich in der
Sanierungspraxis nicht bewährt. Denn in vielen Fällen werde der
Sanierungsgewinn nicht vollständig durch verrechenbare
Verlustvorträge kompensiert. "Häufig bestehen Unsicherheiten
hinsichtlich der Höhe der Verlustvorträge und damit des Umfanges des
zu versteuernden Sanierungsgewinnes", so Dr. Gross. Allein das
Risiko, dass vorhandene Verlustvorträge im Nachhinein im Wege einer
Betriebsprüfung eingeschränkt werden, stehe der Sanierung im Rahmen
eines Insolvenzplanes gravierend entgegen.
  
   Das vom Gesetzgeber bisher verfolgte Ziel, die Verfahrenseröffnung
vorzuverlagern, lässt sich nach Einschätzung der Unternehmensberater
nur dann erreichen, wenn die Sanierung des Rechtsträgers und die
übertragene Sanierung gleichwertig angeboten werden. Die Möglichkeit,
Sanierungsgewinne im Zuge des Erlassantrages zu vermeiden, sei zu
langwierig und nicht vorhersehbar.
  
   Im Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V. sind zur
Zeit rund 16.000 Unternehmensberater und Personalberater organisiert,
die sich auf über 500 Management-, IT- und Personalberatungsfirmen
verteilen. Die Mitgliedsunternehmen erzielten 2000 einen Gesamtumsatz
von ca. sechs Milliarden DM (1999: 5,3 Milliarden DM). Der
Marktanteil konnte in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut
werden und liegt inzwischen bei 25 Prozent. In der Fachgruppe
Insolvenz- und Sanierungsmanagement haben sich BDU-Mitglieder
organisiert, die sich speziell mit Fragestellungen und
Beratungsinhalten zur Unternehmenssanierung beschäftigen.
  
  
Weitere Informationen erhalten Sie bei:
Bundesverband Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.
Klaus Reiners (Pressesprecher) 
Zitelmannstraße 22
53113 Bonn
Te.: 0228/9161-20
E-Mail: rei@bdu.de

ots | idw

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Im Focus: Neuer Ionisationsweg in molekularem Wasserstoff identifiziert

„Wackelndes“ Molekül schüttelt Elektron ab

Wie reagiert molekularer Wasserstoff auf Beschuss mit intensiven ultrakurzen Laserpulsen? Forscher am Heidelberger MPI für Kernphysik haben neben bekannten...

Im Focus: Wafer-thin Magnetic Materials Developed for Future Quantum Technologies

Two-dimensional magnetic structures are regarded as a promising material for new types of data storage, since the magnetic properties of individual molecular building blocks can be investigated and modified. For the first time, researchers have now produced a wafer-thin ferrimagnet, in which molecules with different magnetic centers arrange themselves on a gold surface to form a checkerboard pattern. Scientists at the Swiss Nanoscience Institute at the University of Basel and the Paul Scherrer Institute published their findings in the journal Nature Communications.

Ferrimagnets are composed of two centers which are magnetized at different strengths and point in opposing directions. Two-dimensional, quasi-flat ferrimagnets...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungen

Aachener Werkzeugmaschinen-Kolloquium 2017: Internet of Production für agile Unternehmen

23.05.2017 | Veranstaltungen

14. Dortmunder MST-Konferenz zeigt individualisierte Gesundheitslösungen mit Mikro- und Nanotechnik

22.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Medikamente aus der CLOUD: Neuer Standard für die Suche nach Wirkstoffkombinationen

23.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Diabetes Kongress 2017:„Closed Loop“-Systeme als künstliche Bauchspeicheldrüse ab 2018 Realität

23.05.2017 | Veranstaltungsnachrichten

CAST-Projekt setzt Dunkler Materie neue Grenzen

23.05.2017 | Physik Astronomie