Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutsche Biotechnologiebranche baut Spitzenplatz in Europa bei Firmengründungen weiter aus

07.05.2001


Catenhusen: "Beschäftigtenzahlen im Biotechnologiesektor steigen signifikant"

Deutschland hat seinen Spitzenplatz bei der Anzahl der Unternehmen, deren Kerngeschäft die Biotechnologie ist, im Jahr 2000 weiter ausbauen können. Mit 332 von 1570 Firmen konnte der Abstand zu Großbritannien (281 Firmen) weiter vergrößert werden. Der Gesamtumsatz deutscher Biotechnologieunternehmen stieg um 52% auf 786 Mio EUR. Mit knapp 11.000 Beschäftigten arbeiteten 31% mehr Menschen im deutschen Biotechnologiesektor als im Vorjahr.

Ein weiterer Beleg für die ausgesprochen erfreuliche Entwicklung in Deutschland ist der Erwerb amerikanischer und britischer Biotechnologieunternehmen durch deutsche Firmen. Von der inzwischen verhaltenen Stimmung an den Börsen diesseits und jenseits des Atlantik ist die Biotechnologiebranche nicht so stark betroffen, wie der Technologie- oder der Telekom-Sektor.

Das geht aus den Ergebnissen des neuesten Europäischen Biotechnologie-Reports der Firma Ernst & Young hervor, der jetzt vorgestellt wurde. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, Wolf-Michael Catenhusen, zeigte sich mit den Ergebnissen der Studie sehr zufrieden. In Deutschland sind 332 Unternehmen ansässig, deren Hauptzweck die Kommerzialisierung der Biotechnologie ist, das bedeutet eine Steigerung von 19%. Deutschland wies damit erneut die meisten Firmengründungen in Europa auf. Auch die Beschäftigtenzahlen stiegen überproportional an und bestätigen damit die Ergebnisse des Fachdialogs "Beschäftigungspotenziale im Bereich der Bio- und Gentechnologie" <ftp://ftp.bmbf.de/besch_im_bio-gentech.pdf>, der im vergangenen Jahr durch Catenhusen veröffentlicht wurde.

Dem Bericht zufolge wird das Gewicht der Biotechnologie-Unternehmen gegenüber den großen Pharma-Unternehmen steigen. Biotechnologiefirmen werden künftig vermehrt Allianzen untereinander schließen, jedoch werden Pharmafirmen weiterhin attraktive Partner für Biotechnologieunternehmen bleiben. 403 Abschlüsse über strategische Allianzen zwischen Biotechnologiefirmen und Pharmaunternehmen in Europa waren in 2000 die Folge der günstigen Entwicklung, mehr als doppelt so viele wie im Durchschnitt der vorangegangenen 4 Jahre. Die sogenannte Big-Pharma erwartet 50% der künftigen Verkaufszahlen aus sogenannten Technologieakquisitionen - die FuE-Ergebnisse der Biotechnologiefirmen werden daher zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Der Bericht bestätigt mit seinen Ergebnissen die neuen Schwerpunktsetzungen des BMBF. Die Nanobiotechnologie wurde jetzt als künftige Schlüsseltechnologie identifiziert. Das BMBF hatte bereits im April 2000 einen Förderschwerpunkt hierzu aufgelegt. Damit wurde eine strategisch richtige Entscheidung getroffen, die die Technologiebasis in Deutschland weiter stärken wird. Noch in diesem Jahr wird ein Rahmenkonzept Nanotechnologie vorgelegt.

Der Parlamentarische Staatssekretär im BMBF, Catenhusen, wies darauf hin, dass die Bundesregierung die hervorragende Entwicklung der Gründungen in der deutschen Biotechnologiebranche weiterhin durch gezielte Maßnahmen für kleine Firmen, die ihre Stellung am Markt noch behaupten müssen, unterstützen wird. Flankierende Initiativen, wie das Nationale Genomforschungsnetz, die regionalen Fördermaßnahmen, wie der BioProfile-Wettbewerb der Bundesregierung sowie Maßnahmen insbesondere für junge forschende Unternehmen, wie BioChance oder die Ausschreibungen zu BioInformatik und Proteomforschung sind Beispiele.

Die Ergebnisse des Berichts müssen nach Auffassung von Catenhusen auch Auswirkungen auf die Planungen zum 6. Forschungsrahmenprogramm der Europäischen Union zeigen: "Ich sehe hier Bedarf für einen gesonderten Bereich Life Sciences - die geplante Beschränkung auf Lebensmittelsicherheit und Gesundheit geht eindeutig nicht weit genug". Europa muss seine gewachsenen Stärken in den Life Sciences durch flankierende Maßnahmen in seinem Forschungsrahmenprogramm ausbauen.

Der Europäische Biotechnologie-Report 2001 kann bezogen werden bei:

Ernst & Young
Deutsche Allgemeine Treuhand AG
Frau Günel
Theodor-Heuss-Anlage 2
68165 Mannheim

oder per Fax unter:
Fax: (06 21) 42 08- 2 08
oder per E-Mail:
mailto:yeliz.guenel@ernst-young.de

Pressereferat (LS 13) |

Weitere Berichte zu: BMBF Biotechnologiebranche Firmengründung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie