Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW Mittelstandsbank startet Produktfamilie "Unternehmerkapital" am 1. März 2004

26.02.2004


Nachrangdarlehen für Gründungen, Wachstumsunternehmen und den etablierten Mittelstand


Am 1. März 2004 startet die neue Produktfamilie "Unternehmerkapital" der KfW Mittelstandsbank: Gründer, junge Unternehmer und etablierte Mittelständler können von kommendem Montag an über ihre jeweilige Hausbank Nachrangdarlehen für Investitionen beantragen. Das "Unternehmerkapital" ist ein so genanntes mezzanines Produkt, das die Vorteile von Fremd- und Eigenkapital bündelt. Die Unternehmer müssen keine Sicherheiten für das Darlehen stellen. "Das Produkt wird dem Mittelstand in seiner ganzen Bandbreite bei seinen Bemühungen unterstützen, die Eigenkapitalquote nachhaltig aufzubessern, und das ist eine seiner derzeit dringendsten Aufgaben", sagte Hans W. Reich, Sprecher des Vorstands der KfW Bankengruppe.

Denn der Strukturwandel und der intensive Wettbewerb im Finanzsektor zwingt die Banken dazu, bei der Vergabe von Fremdkapital auf ausreichende Bonität bei den Unternehmen zu achten. Diese wird maßgeblich von der Eigenkapitalquote beeinflusst, die in Deutschland auch aus historischen Gründen oftmals niedrig ist. Um künftig noch Zugang zu Fremdkapital zu haben, muss der Unternehmer sein Eigenkapital verbessern. Für die Dauer des Eigenkapitalaufbaus bietet die KfW Mittelstandsbank den Unternehmern mit dem neuen Produkt eine Möglichkeit, diesen Zeitraum zu überbrücken, indem durch die mezzanine Finanzierung der Zugang zu Kapital weiter offen bleibt: Lange Laufzeiten bei bis zu sieben tilgungsfreien Anlaufjahren schonen die Liquidität während der Investitionsphase und helfen den Unternehmen, Gewinne zu thesaurieren und so die Eigenkapitalausstattung zu erhöhen.


Unter der neuen Produktfamilie werden drei Bausteine angeboten: für Gründungen, für junge Unternehmen und für den etablierten Mittelstand. Allen Bausteinen ist gemeinsam, dass die Risiken eines etwaigen Ausfalls der Nachrangdarlehen vom Bund bzw. der KfW übernommen werden. Im Wachstumsbaustein und im Baustein für etablierte Unternehmen gelten je nach Bonität des geförderten Unternehmens risikodifferenzierte Zinssätze: Jeder Kreditnehmer zahlt also nur die Risikoprämie, die aus seinem statistischen Ausfallrisiko abgeleitet ist.

Die wichtigsten Details zu den einzelnen Bausteinen des "Unternehmerkapitals":
  1. Existenzgründer und junge Unternehmen (bis 2 Jahre nach Geschäftsaufnahme):
    • Es können i.d.R. bis zu 25 % der Gesamtinvestitionssumme finanziert werden.
    • Die Laufzeit beträgt 15 Jahre, die Tilgung beginnt erst nach sieben Jahren.
    • Pro Antragssteller können max. 500.000 EUR beantragt werden.
    • Der Zinssatz (durch Mittel aus dem ERP-Sondervermögen vergünstigt) steigt von 0,0 % im ersten Jahr bis auf 5,0 % im vierten Jahr der Kreditlaufzeit an. Ab dem fünften Jahr liegt der Zinssatz derzeit bei 6,0 % p.a. nom. in den neuen und 6,25 % p.a. nom. in den alten Bundesländern.


  2. Wachstumsunternehmen (Geschäftsaufnahme liegt mehr als zwei und höchstens fünf Jahre zurück):
    • Es können bis zu 40 % des Vorhabens finanziert werden. Die Hausbank des Kreditnehmers muss obligatorisch eine Kofinanzierung in gleicher Höhe wie das Nachrangdarlehen und mit mindestens zehn Jahren Laufzeit stellen.
    • Die Laufzeit beträgt 15 Jahre, die Tilgung beginnt erst nach sieben Jahren.
    • Pro Vorhaben eines Antragsstellers können max. 500.000 EUR beantragt werden.
    • Der Zinssatz für das Nachrangdarlehen (durch Mittel aus dem ERP-Sondervermögen vergünstigt) liegt zum Programmstart in den neuen Bundesländern zwischen 5,4 % p.a. nom. in der Bonitätskategorie "sehr gut" und 10,65 % p.a. nom. in der Bonitätskategorie "noch ausreichend". In den alten Bundesländern liegen die Zinssätze um 0,25 % p.a. nom. höher.


  3. Etablierte Unternehmen (mehr als 5 Jahre am Markt):
    • Das Darlehen besteht aus einer Nachrang- und einer Fremdkapitaltranche in gleicher Höhe.
    • Die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Die Tilgung für die Fremdkapitaltranche setzt nach zwei Jahren ein, die Tilgung für die Nachrangtranche nach sieben Jahren.
    • Pro Vorhaben eines Antragsstellers können max. 2 Mio EUR - also jeweils 1 Mio EUR Fremdkapital- und Nachrangtranche - beantragt werden.
    • Die Zinssätze für die Nachrangtranche liegen zum Programmstart zwischen 5,52 % p. a. nom. in der Bonitätskategorie "sehr gut" und 8,77 % p. a. nom. in der Bonitätskategorie "ausreichend".

| ots
Weitere Informationen:
http://www.kfw-mittelstandsbank.de

Weitere Berichte zu: Bonitätskategorie Nachrangdarlehen Tilgung Zinssatz

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie