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Private Banking: härtere Zeiten für eine erfolgsverwöhnte Branche

03.05.2001


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PricewaterhouseCoopers prognostiziert in aktueller Studie einen noch intensiveren Wettbewerb / weitere Akquisitionen und Allianzen / Branche selbst schätzt Lage optimistisch ein.

Nach profitablen Jahren mit hohen Margen müssen Kreditinstitute beim Geschäft mit vermögenden Privatkunden mit substantiellen Änderungen rechnen. Die Banken und Vermögensverwalter im Bereich des Private Banking stehen dieser Entwicklung jedoch möglicherweise zu optimistisch gegenüber - zu diesem Ergebnis kommt die international tätige Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers in ihrer aktuellen Studie European Private Banking/Wealth Management Survey 2000/2001.

Im Mittelpunkt der fünften Ausgabe dieser Studie stehen die Ergebnisse einer europaweiten Befragung von 134 Geschäftsführern führender Private Banking-Institute, die Ende letzten Jahres durchgeführt wurde. Darüber hinaus gibt die Studie einen Überblick über die Branchenentwicklung im Private Banking und in der Vermögensverwaltung, nennt zukünftige Perspektiven und gibt Empfehlungen für die Manager der Branche. Obwohl der Markt im Bereich Private-Banking weiterhin wächst, werden die äußeren Wettbewerbsbedingungen härter: Die Studie zeigt auf, dass bei zunehmender Konkurrenz durch neue Marktteilnehmer wie Versicherungen und Investmentbanken nun auch etablierte Private Banking-Institute eine Erweiterung ihres Produktportfolios ankündigen. In Verbindung mit den volatiler gewordenen Märkten wird das Konsequenzen haben. "In naher Zukunft wird es zu einer deutlichen Kluft zwischen den erfolgreichen und den weniger erfolgreichen Marktteilnehmern kommen", folgert Bernd Schumacher, Partner bei Pricewaterhouse Coopers und dort verantwortlich für das Beratungsgeschäft Asset Management/Private Banking.

Selbsteinschätzung der Branche zum ersten Mal zu optimistisch

"Seitdem wir diese Studie durchführen, beurteilt die Branche ihre Lage zum ersten Mal zu optimistisch. Dies betrifft nicht nur die allgemeine Marktsituation, sondern auch die Fähigkeit der Institute, die für die Zukunft notwendigen umfangreichen Änderungen umzusetzen", erläutert Bernd Schumacher. Umfangreiche Expansions- und Investitionspläne sollen nach Aussage der befragten Manager dazu führen, weitere Segmente der Vermögenspyramide zu erreichen. So zielen immer mehr Anbieter zum Beispiel auf die bisher eher vernachlässigten, so genannten Affluent-Kunden mit einem liquiden Vermögen ab 100.000 Euro. In Deutschland stellt dieses Segment bereits fast 50 Prozent dar. Die Betreuung von Top-Kunden mit großen Familienvermögen ab 50 Millionen Euro durch sogenannte Family Offices soll ebenso verbessert werden.

Kunden im Private Banking stellen höhere Ansprüche

Die Kunden stellen für die Verwaltung ihrer Vermögen zunehmend höhere Anforderungen an ihre Bank. So steigt beispielsweise die Nachfrage der oberen Vermögenssegmente nach alternativen Investmentformen. Für diese Kunden wird das Angebot von Hedge Fonds in den nächsten drei Jahren voraussichtlich um 50 Prozent steigen (von 43 Prozent heute auf 62 Prozent). Im Top-Segment bieten derzeit 16 Prozent der befragten Anbieter sogenannte Family Office-Dienstleistungen an, bereits in den nächsten drei Jahren planen 50 Prozent ein solches Angebot.

Loyalität der Kunden sinkt

Die Ausweitung der Produktpalette geschieht zu einem Zeitpunkt, in dem branchenübergreifend eine sinkende Loyalität gegenüber den Anbietern zu verzeichnen ist. In Kombination mit hohen Qualitätsansprüchen und gestiegenem Kostenbewusstsein erfordert dies ein verbessertes Kundenbeziehungsmanagement. Faktoren, die bei der Differenzierung zu den Wettbewerbern nicht vernachlässigt werden dürfen, sind das Markenimage sowie die Servicequalität. "Bestimmte Merkmale wie Qualität der Dienstleistung und der Vermögensverwaltung müssen auf einem der Zielgruppe angemessenen Niveau geboten werden, um überhaupt noch in diesem Markt bestehen zu können", meint Rainer Wilken, bei PricewaterhouseCoopers Senior Manager im Beratungsfeld Private Banking.

Durch Outsourcing die Wettbewerbsfähigkeit erhalten

Die Erweiterung der Produktpalette führt nach Aussage der Befragten bei einigen Anbietern dazu, neue Allianzen und Joint-Ventures einzugehen oder einige Produktbereiche ganz auszugliedern. "Die im Private Banking notwendige Breite des Angebotes lässt sich von vielen Instituten nicht mehr profitabel aus dem eigenen Hause abdecken", sagt Bernd Schumacher. In diesem Zusammenhang ist auch die Konvergenz zwischen nordamerikanischen und europäischen Private Banking-Modellen zu sehen. "Besonders in Deutschland besteht für Private Banking-Anbieter Handlungsbedarf: Das attraktive Marktwachstum führt zu einer überdurchschnittlich ansteigenden Wettbewerbsintensität. Ausländische und branchenfremde Anbieter drängen auf den deutschen Markt", ergänzt Rainer Wilken.

Ausbau von Internet- und Telefonbanking notwendig

Obwohl in allen Kundensegmenten der traditionelle Vertrieb über hochqualifizierte Berater weiterhin die wichtigste Rolle spielen wird, nimmt die Bedeutung von elektronischen und telefonischen Kanälen zu. Im nächsten Jahr erwarten über 70 Prozent der Befragten, dass ihre Kunden das Internet verstärkt nutzen. Besondere Herausforderungen sehen die Unternehmen darin, neue Geschäftsmodelle für das Netz zu entwickeln. Erfolgreiche Marktteilnehmer des Private Banking bieten ihren Kunden bereits heute auf diesem Weg zusätzliche Analyse- und Beratungsprodukte.

"Die gesamte Branche vollzieht derzeit einen nachhaltigen Umbruch. Um im Markt zu bestehen, müssen Anbieter eine klare Vision ihres eigenen Erfolgsmodells haben und dessen Umsetzung konsequent durchführen", bewertet Bernd Schumacher die Ergebnisse der Studie abschließend.

Eine Zusammenfassung der Studie kann kostenfrei unter folgender Adresse heruntergeladen werden:

www.pwcglobal.com/europeanprivatebankingsurvey

Die Originalstudie "European Private Banking/Wealth Management Survey 2000/2001" kann zum Preis von 100 Euro unter Tel. 069 - 5976-8410 angefordert werden.

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