Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Deutschland bleibt Hauptmotor der Steigerung der Arbeitsproduktivität im Januar

19.02.2004


Dies ist der zweite Bericht zum Deloitte EU-Produktivitäts-Index, den NTC Research exklusiv für Deloitte erstellt. Der Index leitet sich aus den Produktions-Indizes der einzelnen Purchasing Managers’ Indizes(R) (PMI(R)) ab, die bei den Umfragen zu den Geschäftsbedingungen unter 5000 Unternehmen aus ganz Europa ermittelt werden.


Ein Indexwert von 50 signalisiert keine Veränderung der Produktivität gegenüber dem Vormonat, ein Wert über 50 kennzeichnet Wachstum und ein Wert unter 50 einen Rückgang der Produktivität. Je größer die Differenz zum Referenzwert von 50, desto größer ist die Veränderung. Alle Daten sind saisonbereinigt.

Wie die aktuelle Umfrage ergab, wuchs die Arbeitsproduktivität in der Eurozone im Januar wie schon im Vormonat mit einer Rekordrate. Dies signalisierte der Deloitte EU-Produktivitäts-Index, der auch im Januar auf seinem im Dezember erreichten Sechs-Jahreshöchststand von 56.8 notierte. Damit liegt der Index zum fünfundzwanzigsten Mal in Folge über der Wachstumsmarke von 50.


Produktivitätszuwächse in Deutschland weiterhin am stärksten Ermöglicht haben die Produktivitätssteigerungen der Unternehmen im Januar die wegen der gestiegenen Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen hochgefahrene Produktion und der gleichzeitige Abbau der Beschäftigung. Dies traf besonders auf Deutschland zu, das unter den drei bedeutendsten Wirtschaftsräumen der Eurozone die stärksten Produktivitätssteigerungen verzeichnete.

In Frankreich wuchs die Arbeitsproduktivität zwar mit der stärksten Rate seit Erhebung der Daten im Mai 1998. Sie lag dennoch leicht unter der Wachstumsrate Deutschlands. In Italien stieg die Arbeitsproduktivität im Januar so stark wie seit elf Monaten nicht mehr. Die Wachstumsrate blieb aufgrund des schwächer ausgefallenen Produktionswachstums jedoch deutlich hinter der Frankreichs und Deutschlands zurück.

Die Produktivitätszuwächse in England übertrafen wie schon in den vergangenen fünf Jahren diejenigen der Eurozone. Der Produktivitätsvorsprung verringerte sich jedoch und lag im Januar auf dem Niveau von Februar 1999.

Arbeitsproduktivität wächst auf breiter Basis

Der Deloitte EU-Produktivitäts-Index misst nicht nur die Arbeitsproduktivität auf nationaler Ebene, sondern liefert auch genaue sektorenspezifische Daten für die gesamte Europäische Union. So verbuchten alle 24 von der Umfrage erfassten Sektoren im Januar eine Steigerung der Arbeitsproduktivität, wenngleich die Zuwachsraten von Sektor zu Sektor stark variierten. Spitzenreiter der Januarumfrage war der Bereich Telekommunikation, Schlusslicht blieb wie schon im Vormonat der Pharmazeutische Bereich. Joerg Schiele, verantwortlicher Partner für den Bereich Human Capital Services bei Deloitte Deutschland und Mitglied des Internationalen Manaegement Teams Human Capital Services, sagte zu den Ergebnissen der Januarumfrage:

"In den letzten Monaten stieg die Arbeitsproduktivität in Europa mit der stärksten Zuwachsrate der letzten sechs Jahre. Um so mehr enttäuscht, dass sich der Beschäftigungsabbau trotz des Anstiegs der Produktion und der Verkäufe in der Industrie und im Dienstleistungsbereich nochmals beschleunigt hat. Die Tendenz vieler Unternehmen zur Reduzierung und Verlagerung von Arbeitsplätzen ins europäische und nicht-europäische Ausland wie Indien und China hält an. Dies gilt nicht nur für den produktiven Bereich, sondern zunehmend auch für administrative Funktionen in Unternehmen. Bei der Steigerung der Arbeitsproduktivität belegte Deutschland im Januar unter den drei wirtschaftlich bedeutendsten Ländern der Eurozone weiterhin Platz eins. Für die Unternehmen der Länder der Eurozone wird es angesichts des starken Euro immer wichtiger, die Kosten zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen." Die unten stehenden Grafiken zeigen den EU-Produktivitäts-Index nach Sektoren (schwarze Linie) im Vergleich zum EU-Gesamt-Index (graue Linie) - (siehe oben zum Download hinterlegtes Dokument). Ein Wert von 50.0 bedeutet keine Veränderung zum Vormonat, über 50 ist ein Wachstum, unter 50 ein Rückgang der Produktivität zu verzeichnen.

Anmerkungen des Verfassers

Der Deloitte Produktivitäts-Index leitet sich aus Umfrageergebnissen zu den Geschäftsbedingungen ab, die von NTC Research europaweit bei Unternehmen für die Erstellung des Purchasing Managers’ Index erhoben werden. Das Umfragepanel ist hinsichtlich der Branchenzugehörigkeit, der Unternehmensgröße und geographischer Gesichtspunkte repräsentativ für die Industrie und den Dienstleistungssektor in Europa.

NTC analysiert die Daten zur Leistung und zur Beschäftigung jedes einzelnen Unternehmens und berechnet daraus einen Wert, der die Produktivitätsveränderung der einzelnen Sektoren widerspiegelt. Die Daten sind entsprechend dem jeweiligen Beitrag eines Landes, den der Sektor zur EU-Bruttowertschöpfung beiträgt, gewichtet und saisonbereinigt. Die Sektoren werden gewichtet und im Gesamt-EU-Produktivitäts-Index zusammengefasst. Ein Indexwert von 50 signalisiert keine Veränderung der Produktivität gegenüber dem Vormonat, ein Wert über 50 kennzeichnet Wachstum, und ein Wert unter 50 einen Rückgang der Produktivität. Je größer die Differenz zum Referenzwert von 50, desto größer ist die Veränderung.

Deloitte

Deloitte ist eine der führenden Prüfungs- und Beratungsgesellschaften in Deutschland. Als einzige der Big Four bietet Deloitte ein umfassendes Leistungsspektrum aus Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance-Beratung. Mit mittlerweile 3.200 Mitarbeitern in 18 Niederlassungen betreut Deloitte seit mehr als 90 Jahren Unternehmen und Institutionen jeder Rechtsform und Größe aus fast allen Wirtschaftszweigen. Über den Verbund mit Deloitte Touche Tohmatsu ist Deloitte mit 120.000 Mitarbeitern in nahezu 150 Ländern auf der ganzen Welt vertreten.

Deloitte Touche Tohmatsu ist ein Verein schweizerischen Rechts und haftet als solcher nicht für seine Mitgliedsunternehmen. Die Mitgliedsunternehmen, auch wenn sie unter den Bezeichnungen "Deloitte", "Deloitte & Touche", "Deloitte Touche Tohmatsu" oder einem damit verbundenen Namen auftreten, sind rechtlich selbstständig und unabhängig und haften nicht für das Handeln oder Unterlassen eines anderen Mitgliedsunternehmens.

Der Bereich Human Capital Services gehört weltweit zu den drei größten Anbietern für Vergütungs-, Aktuarien- und HR-Beratung.

NTC Research

NTC ist weltweit einer der größten Spezialanbieter von Konjunkturforschungs-Daten, die im Auftrag führender Unternehmen aus allen Bereichen der Wirtschaft erhoben werden. Derzeit erstellt NTC auf kontinuierlichen Umfragen beruhende Wirtschaftsberichte zu Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien, die Niederlande, Österreich, Irland, Griechenland, Russland, Polen, die Tschechische Republik, Hong Kong und Japan. Die Umfrageergebnisse werden von Wirtschafts- und Finanz- sowie staatlichen Stellen genutzt. Eine Übersicht der Veröffentlichungen erhalten Sie unter Tel. +44 (0) 1491 418700, E-Mail: infor@ntc.co.uk

Antonia Wesnitzer | Deloitte & Touche
Weitere Informationen:
http://www.ntc-research.com

Weitere Berichte zu: Arbeitsproduktivität Eurozone NTC

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - März 2018

17.01.2018 | Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Projekt "HorseVetMed": Forscher entwickeln innovatives Sensorsystem zur Tierdiagnostik

17.01.2018 | Agrar- Forstwissenschaften

Seltsames Verhalten eines Sterns offenbart Schwarzes Loch, das sich in riesigem Sternhaufen verbirgt

17.01.2018 | Physik Astronomie

Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

17.01.2018 | Physik Astronomie