Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

BDU-Stimmungsbarometer Wirtschaft / Herbst 2003

24.11.2003


Unternehmensberater: Aufschwung in deutschen Unternehmen wird spürbarer

Ergebnissituation wird sich in den kommenden sechs Monaten in einigen Branchen verbessern - Talsohle im Arbeitsmarkt scheint durchschritten


Nach Einschätzung der Unternehmensberater hinsichtlich der derzeitigen wirtschaftlichen Situation und zur Entwicklung deutscher Unternehmen in den kommenden sechs Monaten ist der Aufschwung spür- und greifbarer geworden. Dies ist das Fazit der heute in Bonn vorgelegten Umfrageergebnisse des ’Stimmungsbarometer Wirtschaft/Herbst 2003’ des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V.. Danach wird sich besonders die Ergebnissituation in wichtigen Branchen verbessern. Mit einem Anteil von 45,8 Prozent bezeichnen auch deutlich weniger der befragten Consultants die derzeitige Lage in Industrie und Wirtschaft als ’schlecht bis sehr schlecht’ als noch vor sechs Monaten oder zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres (Frühjahr 2003: 58 Prozent und Herbst 2002: 67 Prozent). Dass der Arbeitsplatzabbau weitergehen werde, meinen zwar mit 60,2 Prozent immer noch mehr als die Hälfte der Befragten, doch hat auch hier der Anteil der Skeptiker im Vergleich zu den beiden letzten Befragungen signifikant abgenommen. (BDU-Stimmungsbarometer Frühjahr 2003: 85,1 Prozent und Herbst 2002: 88 Prozent).

Die Ergebnissituation deutscher Unternehmen wird sich im kommenden Halbjahr nach Ansicht der befragten Berater in einigen Branchen zum Teil deutlich entspannen. 55 Prozent glauben, dass sich die Ergebnissituation in der Investitionsgüterindustrie (Frühjahr 2003: 19,7 Prozent), 42,4 Prozent im Kredit- und Versicherungswesen (Frühjahr 2003: 10,9 Prozent), 33,5 Prozent in der Konsumgüterindustrie (Frühjahr 2003: 15,7 Prozent) sowie 40 Prozent bei den sonstigen Dienstleistungen (Frühjahr 2003) sich ’etwas bis merklich verbessern’ wird. Auf bessere Zahlen werden hingegen Unternehmen in den Branchen Bauwirtschaft und im Gesundheitswesen hoffen müssen. Rund die Hälfte der Unternehmensberater prognostiziert, dass sich die Ergebnissituation hier weiter ’etwas bis merklich verschlechtern’ wird. Im BDU-Stimmungsbarometer Frühjahr 2003 hatte der Anteil der Skeptiker ebenfalls schon knapp unter 60 Prozent gelegen.

Eine langsame Trendwende erwarten die Berater für die künftige Beschäftigungssituation in Deutschland. Zwar glauben noch immer rund 60 Prozent der Befragten, dass die Unternehmen ihren Beschäftigten keinen sicheren Arbeitsplatz werden bieten können, doch hatte dieser Anteil im Frühjahr 2003 noch bei über 85 Prozent gelegen. Knapp 25 Prozent gehen von einem gleich bleibenden Niveau aus (Frühjahr 2003: 8,7 Prozent) und 15 Prozent sehen wieder Chancen für ’etwas mehr bzw. mehr Arbeitsplätze’ in Deutschland (Frühjahr 2003: 5,6 Prozent). Aussichten auf neue Jobs sehen die Berater vor allem in der Dienstleistungsbranche und in der TIMES-Branche (Verkehr/Medien/IT). Dagegen wird der Arbeitsplatzabbau besonders im Kredit- und Versicherungswesen (75 Prozent der Befragten) sowie in der Bauwirtschaft (85,9 Prozent der Befragten) auch im nächsten halben Jahr weitergehen.

Optimistischer als noch in den letzten Monaten schätzen die BDU-Mitglieder die Bereitschaft deutscher Unternehmen ein, mit richtungsweisenden Produkt- oder Prozessinnovationen die Weichen für eine bessere Unternehmenszukunft zu stellen. Waren im Herbst 2002 nur knapp 42 Prozent und im Frühjahr 2003 37,3 Prozent der Befragten von einer Zunahme der Innovationstätigkeit in Deutschland überzeugt, so steigt deren Anteil in der aktuellen Umfrage wieder deutlich auf 55,6 Prozent an. Das größte Potenzial für innovative Produkte oder Serviceleistungen sehen die Berater in der Investitionsgüterindustrie (15,3 Prozent) in der TIMES-Branche (15,3 Prozent), im Gesundheitswesen (13,3 Prozent) und im Kredit- und Versicherungswesen (12,4 Prozent).

Die Bereitschaft der Unternehmen in den kommenden sechs Monaten Investitionen zu tätigen, nimmt ebenfalls nach Meinung der Consultants zu. Dabei werden wieder wachsende Budgets für Produktinnovationen - also besonders für Forschung und Entwicklung - eingesetzt. Die Ausweitung der Produktionskapazitäten spielt bei den Motiven für Investitionen in allen zehn untersuchten Branchen weiterhin so gut wie keine Rolle. Allerdings wird ein Großteil der investierten Gelder ins Ausland fließen. So erwarten rund 68 Prozent der befragten BDU-Berater höhere Auslandsinvestitionen in der Investitionsgüterindustrie (Frühjahr 2003: 47,1 Prozent), 46,7 Prozent in der Gebrauchsgüterindustrie (Frühjahr 2003: 32,3 Prozent), 38,4 Prozent im der Konsumgüterindustrie (Frühjahr 2003: 26,4 Prozent) und 34,8 Prozent in der TIMES-Branche (Frühjahr 2003: 24,6 Prozent).

BDU-Präsident Rémi Redley: "Die Ergebnisse unseres Stimmungsbarometers Wirtschaft zeigen, dass es nun gilt, die ersten zarten Wurzeln des Aufschwungs zu stärken und für den richtigen Dünger zu sorgen. Die Verantwortlichen aller politischen Parteien müssen ihre parteistrategischen Spielchen hinten anstellen, die angekündigten Reformen umsetzen und damit endlich die notwendige Planungssicherheit für die deutsche Wirtschaft schaffen. Nur dann kann der wirklich entscheidende Durchbruch bei Investitionsbereitschaft und Dynamik in Deutschland gelingen."

Im BDU-Stimmungsbarometer Wirtschaft werden rund 1.200 Unternehmensberater aus BDU-Beratungsgesellschaften zur künftigen Entwicklung in der deutschen Wirtschaft befragt. Die Befragung wird zweimal jährlich jeweils als Frühjahrs- und Herbststimmungsbarometer durchgeführt. Für insgesamt zehn Branchen (Investitionsgüter-, Gebrauchsgüter- und Konsumgüterindustrie, Bauwirtschaft, Energie/Wasser, Handel/Handwerk, Kredit- und Versicherungswesen, Gesundheitswesen, TIMES (Verkehr/Medien/IT), sonstige Dienstleistungen) geben die Berater ihre Einschätzung hinsichtlich der Ergebnissituation, der Umsatzentwicklung, der Innovations- und Investitionstätigkeit sowie der Beschäftigungssituation in deutschen Unternehmen für die kommenden sechs Monate ab.

| ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie