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Jeder fünften mittelständischen Bank droht das Aus

19.11.2003

Jedem fünften mittelständischen Kreditinstitut droht in den nächsten 24 Monaten das Aus. Die Branchenkrise setzt die kleinen Banken unter Zugzwang. Doch die Probleme sind vielerorts hausgemacht. Eine Fokussierung auf Kernkompetenzen und eine effiziente Organisation der Geschäftsabläufe wurden in Zeiten des boomenden Geschäfts oftmals vernachlässigt. Jetzt holt die Vergangenheit einige Banken ein. Um der Übernahme oder Schließung zu entgehen, müssen sie massive Restrukturierungsmaßnahmen einleiten. Zu diesem Ergebnis kommt eine bundesweite Untersuchung von Mummert Consulting, die die Geschäftssituation privater und öffentlicher Mittelstandsbanken analysierte.

Mangelnde Kosteneffizienz drückt mittelständische Filialbanken in die Krise. Geschäftsabläufe laufen ineffizient. Der Verwaltungsapparat der Kreditinstitute ist häufig aufgebläht und überfordert. Der Grund: Viele mittelständische Geldhäuser haben Mitte der 90er Jahre ihr Geschäft zu stark in die Breite ausgedehnt. Fusionen wurden eingeleitet, aber nicht konsequent zu Ende geführt. Die Folgen: Filialnetze überlappen sich zu stark, das Produktportfolio ist unübersichtlich und teilweise redundant. Vielen Banken fehlt zudem ein unternehmensweites Risikomanagement – faule Kredite nehmen mitunter existenzbedrohende Ausmaße an. Um nicht einer Übernahme oder Schließung zum Opfer zu fallen, müssen sich die regionalen Kreditinstitute neu in ihrem Markt aufstellen.

Dieses kann nur durch eine umfassende Restrukturierung geschehen. Die Restrukturierung ermöglicht dauerhafte Einsparungen, da nicht an alten Strukturen festgehalten wird, sondern eine konsequente Neuorientierung an den Marktgegebenheiten geschieht. So stellte beispielsweise Mummert Consulting das Geschäftsmodell einer mittelständischen, regionalen Universal-bank erfolgreich auf das einer Vertriebsbank um. Das Filialnetz wurde dazu bei gleicher Abdeckung auf 60 Prozent der Ursprungsgröße reduziert. Die erzielte Einsparung: 20 Prozent der Kosten. Weitere 40 Prozent konnten durch eine optimierte Ablauforganisation (Standardisierung der Geschäftsprozesse) erreicht werden. Das Personal und die Sozialleistungen bergen dagegen vergleichsweise geringe kurzfristige Sparmöglichkeiten. Hier ist vor allem die klare Organisation der Aufgabenbereiche erfolgversprechend. Die Folge der Restrukturierung: Das Verhältnis von Kosten zu Erträgen verbessert sich, das Kreditinstitut wird wieder wettbewerbsfähig.

Einsparpotenziale durch Restrukturierungsmaßnahmen: - Ablauforganisation (40 Prozent) - Versicherungen (35 Prozent) - Marketing (25 Prozent) - Filialnetz (20 Prozent) - Sachkosten (20 Prozent) - Fuhrpark (15 Prozent) - Personal (15 Prozent) - Sozialleistungen (10 Prozent)

Jörg Forthmann | Mummert Consulting AG
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

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