Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Unternehmer trainieren Handel mit Kohlendioxid

12.11.2003


Ab 2005 gibt es in Deutschland eine neue Börse. Weder Aktien noch Optionsscheine werden gehandelt, sondern Treibhausgase über Emissionszertifikate. Fraunhofer-Forscher zeigen Unternehmern in Planspielen, wie man mit der neuen Ware "Emission" umgeht.



"Wer sich auf den Emissionshandel nicht ausreichend vorbereitet, kann wie auf dem Kapitalmarkt leicht viel Geld verlieren", meint Ministerialrat Franzjosef Schafhausen, Leiter der Arbeitsgruppe "Nationales Klimaschutzprogramm, Umwelt und Energie" im Bundesumweltministerium. Know-how-Defizite beim Handel mit Emissionsrechten stellten Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI auch bei einem Planspiel in Baden-Württemberg im vergangenen Jahr fest. Aus den darin gewonnenen Erfahrungen und einer Dissertation entstand eine Studie, die nun bestellt oder heruntergeladen werden kann. Der Handel auf dem neuen Börsenparkett will also gelernt sein. Ein Training für Manager hat auch das Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT in Oberhausen gemeinsam mit den nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern eingerichtet. Sein Name ist "jupiter".

... mehr zu:
»Emissionshandel »Treibhausgas


Nach Schätzung von ISI-Forschern sind in Deutschland rund 3 000 bis 4 000 Unternehmen betroffen - große Konzerne ebenso wie Mittelständler. Darunter besonders solche, die Anlagen mit einem hohen Ausstoß des Treibhausgases Kohlendioxid betreiben. Zu den energieintensivsten Unternehmen zählen die der Branchen Energieerzeugung, Metall und Baustoffe wie Glas, Keramik und Zellstoffe. Sie müssen künftig für das Versprechen gerade stehen, das die Bundesregierung 1997 der Völkergemeinschaft im Kyoto-Protokoll gab: die Emissionen aller Treibhausgase bis zum Jahr 2012 deutlich zu senken. Betriebe müssen ab 2005 für jede emittierte Tonne Kohlendioxid ein Zertifikat vorweisen. Überschüssige Zertikate können europaweit an andere verkauft werden - ab dem Jahr 2008 voraussichtlich weltweit. Kann ein Unternehmen dagegen nicht genügend Zertifikate vorweisen, drohen saftige Bußen.

"Der richtige Umgang mit dem Emissionshandel ist vielen Unternehmern noch unklar", weiß jupiter-Projektleiter Dr. Gorden Spangardt. "Kern unseres eineinhalb Jahre dauernden Trainings ist ein Planspiel, in dem der Emissionshandel der Jahre 2005 bis 2012 im Zeitraffer durchgespielt wird." An erster Stelle steht eine Bestandsaufnahme, bei der die Teilnehmer klären sollen, wie viel Kohlendioxid ihr Unternehmen emittiert. Im Januar 2004 beginnen die ersten zwölf Firmen mit dem Training - weitere Interessenten können noch aufgenommen werden. Technische Maßnahmen der Emissionsminderung vermittelt der Workshop "Zur Sache Herr Ingenieur!", am 24. November ebenfalls in Oberhausen.

Ansprechpartner für Training und Workshop:
Dr. Gorden Spangardt
Telefon 02 08 / 85 98-11 79, gorden.spangardt@umsicht.fraunhofer.de

zum Leitfaden:
Dr. Regina Betz
Telefon 07 21 / 68 09-2 49, r.betz@isi.fraunhofer.de

Dr. Joachim Schleich
Telefon 07 21 / 68 09-2 03, j.schleich@isi.fraunhofer.de


Dr. Johannes Ehrlenspiel | idw
Weitere Informationen:
http://www.jupiter-nrw.de
http://www.isi.fraunhofer.de/u/klimabonn.html
http://www.vkl.de/download/flex_instrumente_klimaschutz.pdf

Weitere Berichte zu: Emissionshandel Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften