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Busreisen nach EU-Norm

11.11.2003


Immer mehr Unternehmen fordern international einheitliche Normen und Qualitätsstandards für Dienstleistungen. Solche Normen sind wichtig für den globalen Handel.

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Jede Schraube ist genormt und jedes Blatt Papier - aber wie sieht es bei Finanzdienstleistungen oder Busreisen aus? Auch für Dienstleistungen wird es künftig mehr einheitliche Qualitätsstandards und damit Normen geben müssen. Das zeigt eine Studie des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung in Karlsruhe. Treibende Kraft seien die Unternehmen selbst: "Der Bedarf an Normung im Dienstleistungsbereich steigt", sagt Knut Blind, Projektleiter der Studie.

Laut Blind erhoffen sich die Unternehmen vor allem Produktivitätszuwächse, zum Beispiel durch eine reibungslosere Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen. Auch die Zertifizierung als Qualitätsnachweis, mit dem man sich von Konkurrenten abheben und Kunden gewinnen kann, wurde von den über 300 befragten Europäischen Dienstleistern als Vorteil genannt.


Dienstleistungen tragen zum Welthandel nur zwanzig Prozent bei, obwohl rund sechzig Prozent des weltweiten Bruttosozialprodukts damit erwirtschaftet werden. Dabei sind unter anderem fehlende internationale Qualitätsstandards ein Hemmschuh für den globalen Handel mit Dienstleistungen.

Knut Blind warnt davor, den Unternehmen die Vorgaben per gesetzlicher Regulierung überzustülpen. Standards sind generell freiwillig und werden nach dem "Bottom-up"-Prinzip erstellt: "Die Unternehmen müssen sich beim Normungsprozess einbringen", so Blind. Bedarf sieht Blind vor allem bei kleinen und mittleren Betrieben, die sich im Standardisierungsprozess bisher zu wenig engagierten, obwohl gerade sie den engsten Kontakt zum Kunden hätten.

Die Ergebnisse der Studie des Fraunhofer-ISI haben dazu geführt, dass die Europäische Kommission am 8. Oktober einen Auftrag an die europäischen Normungsinstitutionen CEN, CENELEC und ETSI zur Erstellung von Normen für den Dienstleistungssektor erteilt hat.

Das Fraunhofer-Institut für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI untersucht Marktchancen technischer Entwicklungen und deren Auswirkungen auf Wirtschaft, Staat und Gesellschaft. Die interdisziplinären Forschungsgruppen konzentrieren sich auf die Bereiche Energie, Umwelt, Produktion, Kommunikation und Biotechnologie sowie auf Regionalforschung und Innovationspolitik.

Bernd Müller | idw
Weitere Informationen:
http://www.isi.fhg.de/pr/2003de/pri18/pri18.htm

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