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Erste Zeichen für leichte Konjunkturbelebung

06.11.2003


Die ersten Ergebnisse der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung für die Bundesrepublik Deutschland für das dritte Quartal 2003


Auch nach der Jahresmitte hat sich das Tempo der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung kaum beschleunigt, so der aktuelle Wochenbericht des DIW Berlin 45/2003. Ersten vorläufigen Berechnungen zufolge kam es im 3. Quartal 2003 gegenüber dem Vorquartal beim realen saison- und kalenderbereinigten Bruttoinlandsprodukt zu einem leichten Zuwachs (0,1 %). Im Vergleich zum Vorjahr war das Bruttoinlandsprodukt um 0,2 % geringer. Die seit nunmehr drei Jahren anhaltende Stagnation der deutschen Wirtschaft konnte damit auch im Berichtszeitraum nicht überwunden werden.

Im 4. Quartal 2003 könnte die Zunahme des realen Bruttoinlandsprodukts allerdings gegenüber dem Vorquartal ein viertel Prozent betragen. Im Vergleich zum Vorjahr wäre das ein Plus von 0,2 %. Damit sind erste Zeichen für eine konjunkturelle Belebung erkennbar. Einer wieder aufwärts gerichteten Entwicklung im Exportgeschäft - nach einem deutlichen Rückgang im ersten Halbjahr - stand eine schwächere Inlandsnachfrage gegenüber. Dies lag vor allem am privaten Konsum. Zwar expandierte er zu Jahresbeginn, doch hat sich danach erneut die Konsumzurückhaltung durchgesetzt - sichtbar in der leicht gestiegenen Sparquote. Die Ausrüstungsinvestitionen stagnierten im Berichtszeitraum. Auch wenn hier ein Ende der Talfahrt erreicht ist, so ist die inländische Nachfrage noch nicht stark genug, um größere Wachstumsimpulse zu geben. Die Bauinvestitionen waren nach einem leichten Plus im Vorquartal - begünstigt durch Nachholeffekte - in der Tendenz wieder geringfügig abwärts gerichtet.


In der Industrie spricht die Entwicklung der Auftragseingänge für eine Wachstumsbeschleunigung zum Jahresende; insbesondere die Auftragseingänge aus dem Ausland liegen deutlich im Plus. Vom produzierenden Gewerbe dürften damit zum Jahresende positive Beiträge auf die Gesamtwirtschaft ausgehen. Davon profitieren in erster Linie die Ausrüstungsinvestitionen. Die Auftragseingänge bei den Investitionsgüterherstellern sind stärker gewachsen als in der Industrie insgesamt. Bei den Bauinvestitionen ist ein Ende der schwachen Entwicklung noch nicht in Sicht. Aufgrund der eingetrübten Lage auf dem Arbeitsmarkt sowie der schwachen Entwicklung bei den Realeinkommen ist kaum mit einer nennenswerten Zunahme des privaten Konsums zu rechnen. Eine positive Entscheidung zum Vorziehen der dritten Stufe der Steuerreform, die bis zum Dezember vorliegen muss, um zu Beginn des kommenden Jahres wirksam zu werden, könnte die gedrückte Stimmung bei den Konsumenten etwas aufhellen.

Die Exporte werden im Jahresendquartal weiter zulegen. Die Importe dürften, nicht zuletzt wegen der schwachen Binnenkonjunktur, nur wenig steigen. Vom Außenbeitrag werden somit zum Jahresende positive Wachstumsimpulse ausgehen.

Dipl. Volkswirtin Dörte Höppner | idw
Weitere Informationen:
http://www.diw.de

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