Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

ifo-Index setzt Aufschwung-Signal

29.10.2003


Die deutsche Wirtschaft erlebt einen überraschend deutlichen Stimmungsaufschwung. Im Oktober legte der Geschäftsklimaindex für Westdeutschland des Münchner ifo Instituts von 92,0 Punkten im September auf 94,2 Punkte zu und machte damit einen Sprung wie zuletzt im Aufschwungjahr 1999. Neben Zukunftserwartungen beurteilten die Unternehmen auch ihre aktuelle Geschäftslage wieder optimistischer. Der nunmehr sechste Anstieg des ifo-Index in Folge mache einen Aufschwung sehr wahrscheinlich, sagte ifo-Chefvolkswirt Gernot Nerb am Dienstag der dpa.



Vor allem in der Industrie, und dort beispielsweise im Maschinenbau und bei den Fahrzeugherstellern hätten sich die Exportaussichten spürbar verbessert. «Die Firmen sehen erste Bestätigungen ihrer Erwartungen aus den vergangenen Monaten», sagte Nerb. Der Einzelhandel, der noch im September eine Belebung verzeichnet hatte, und die Bauwirtschaft hinkten dagegen hinterher. «Der Bau zeigt eine Stabilisierung, aber von einem Aufschwung kann man noch nicht sprechen.»

... mehr zu:
»Aufschwung-Signal


Während der Anstieg des ifo-Index im September noch ausschließlich von den optimistischen Zukunftserwartungen der Unternehmen getragen war, beurteilen die Firmen nun auch ihre gegenwärtige Situation zuversichtlicher. «Das ist das übliche Muster einer konjunkturellen Belebung», sagte Nerb. Der Index für die Lage-Beurteilung in Westdeutschland stieg von 79,2 auf 81,1 Punkte. Noch deutlicher fiel der Aufwärtstrend bei den Zukunftsaussichten aus: Hier stieg der Index von 105,2 Punkten im September auf 107,9 Punkte. Die Börse reagierte positiv: Im Handelsverlauf legte der Deutsche Aktienindex DAX zeitweise um 1,55 Prozent auf 3563 Punkte zu.

Die Bundesregierung sah sich durch den Aufwärtstrend in ihren Erwartungen bestätigt. «Das wird besonders durch die deutliche Verbesserung bei der Einschätzung der Geschäftsbeurteilung untermauert», sagte ein Sprecher des Bundeswirtschaftsministeriums. ifo-Chef Hans-Werner Sinn wollte allerdings noch keine Entwarnung geben. Das prognostizierte Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent im kommenden Jahr sei nicht besonders hoch, sagte Sinn dem Nachrichtensender n-tv. Die geplanten Reformen müssten jetzt endlich durchgeführt werden, damit Deutschland wieder wettbewerbsfähig werde.

Nach Nerbs Worten wird sich der Stimmungsaufschwung erst von Mitte 2004 an am Arbeitsmarkt bemerkbar machen. «Der Arbeitsmarkt hinkt immer hinterher», sagte der ifo-Chefvolkswirt. Per saldo fielen bis Mitte 2004 voraussichtlich noch einmal Arbeitsplätze weg.

In Ostdeutschland hellte sich die Stimmung mit einem Anstieg des Geschäftsklimaindex von 104,0 auf 104,7 Punkte etwas weniger deutlich auf als im Westen, dennoch können sich auch die Unternehmen in den neuen Ländern nach Einschätzung Nerbs auf eine Konjunkturbelebung einstellen. Allerdings legte in Ostdeutschland allein der Index für die Lage-Einschätzung von 122,8 auf 124,4 Punkte zu. Bei den Zukunftsaussichten zeigten sich die Unternehmen dagegen etwas pessimistischer als noch im September.

Die Gefahr eines starken Rückschlags für das Geschäftsklima in den kommenden Monaten schätzte Nerb als gering ein. «Es kann eine kleine Delle geben, aber der Grundtrend bleibt voraussichtlich», sagte Nerb. Auch andere Ökonomen sehen mit dem Anstieg des ifo-Index Zweifel an einer bevorstehenden Konjunkturerholung ausgeräumt. «Das ist ein Beleg, dass der Aufschwung kommt und nicht nur eine Erwartungsblase vorliegt», sagte Deutsche-Bank-Volkswirt Stefan Bielmeier der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Die Commerzbank wertete vor allem die verbesserte Lage-Beurteilung der Unternehmen als erfreulich.

Der ifo-Index gilt als wichtigster Frühindikator für die Entwicklung der Wirtschaft. Das Institut ermittelt ihn jeden Monat aus einer Befragung von rund 7000 Unternehmen.

| pro-physik.de
Weitere Informationen:
http://www.ifo.de

Weitere Berichte zu: Aufschwung-Signal

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie