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Best-Execution-Zertifikat als neues Qualitätsmerkmal für Fondsgesellschaften

22.10.2003

Hohe Handelskosten für Wertpapiere schmälern die Rendite für Fondsanleger. Der Grund: Mit nachlässigen Orderausführungen und intransparenten Handelskosten treiben Fondsanbieter häufig die Gebühren unnötig in die Höhe. So fallen beispielsweise bei Aktientransaktionen für Stoxx-600-Werte im Durchschnitt Gesamtkosten in Höhe von 0,73 Prozent des Ordervolumens an. Das Problem: etwa zwei Drittel dieser Kosten (0,46 Prozent) weisen die Wertpapierhändler überhaupt nicht aus, nur etwa ein Drittel der Gebühren (0,27 Prozent) - zum Beispiel für Management und Verwaltung - kann der Kunde nachvollziehen. Das ergab eine unabhängige Untersuchung. Das Best-Execution-Zertifikat trägt dazu bei, internationale Standards bei der Fonds-Verwaltung zu Gunsten des Anlegers zu etablieren. Delta Lloyd hat sich als eine der ersten Kapitalanlagegesellschaften im Interesse der Anleger einer solchen Untersuchungen unterzogen.

Das Best-Execution-Zertifikat ist bisher in Deutschland einmalig. Es könnte Anlegern aber in Zukunft entscheidende Hinweise auf die Qualität eines Finanzdienstleisters und seiner Manager geben. Bislang sind Ratingergebnisse oft das einzige Kriterium, nach dem Fondskunden die Güte der Anlage bemessen können. Das Best-Execution-Zertifikat könnte hier die Markttransparenz erhöhen und ein zusätzliches Qualitätsmerkmal schaffen. Im anglo-amerikanischen Raum gibt es bereits seit Jahresbeginn Richtlinien zur Best Execution. Formuliert und verabschiedet wurden sie von AIMR - einem Verband wichtiger amerikanischer und britischer Investmentvertreter.

Die für den Kunden ausgewiesenen Kosten für einen Aktienkauf oder - verkauf sind oft nur die Spitze eines Eisbergs: Nach einer Untersuchung der Beratungsgesellschaft alpha portfolio advisors GmbH liegen die sichtbaren Kosten für Aktiendepots und -fonds bei 0,14 Prozent des Ordervolumens, die Managementgebühren einen Prozentpunkt darüber. Für den Kunden unsichtbar sind dagegen die Wartekosten, also die evtl. entgangene Performance zwischen Ordererteilung und - ausführung, die mit 0,05 Prozent zu Buche schlägt. Als noch viel gravierender schätzen Experten den so genannten Markteinfluss ein, also die durch die eigene Kauf- oder Verkaufsorder ausgelöste Kursbewegung bei Transaktionen. Weil vor allem größere Fondskäufe oft viele Nachahmer finden und weitere Käufe nach sich ziehen, können Broker die Aufträge nur allmählich und zu sukzessive steigenden Kursen ausführen. Hier entstehen für die Anleger Renditeverluste von im Schnitt 0,42 Prozent. Gründe für solche überhöhten Handelskosten sind einerseits Nachlässigkeiten in der Limiterteilung (Festlegung zu welchem maximalen Kurs der Broker ein Papier erwerben soll), andererseits ineffiziente Prozesse der Anlagegesellschaften.

In Deutschland wurden jetzt erstmals Best-Execution-Zertifikate für eine effiziente Anlagepraxis vergeben. Die Experten von alpha portfolio advisors verliehen ein solches Zertifikat an Delta Lloyd Investment Managers. Es bescheinigt der Gesellschaft, dass die Transaktionen in der Asset-Klasse Aktien Europa international anerkannten Qualitätsstandards entsprechen, keine unnötigen Kosten verursachen und damit für den Anleger mehr Rendite bringen. Die Experten prüften unter anderem Handelprozesse, -abläufe und - organisationsformen. Weitere qualitative Analysen befassten sich mit der verfügbaren EDV-Unterstützung, der Brokerauswahl und mit der Frage, ob die Gesellschaften Interessenkonflikte vermeiden konnten. Quantitative Analysen untersuchten Struktur und Kostenhöhe von Transaktionen auf Basis einer Stichprobe aus dem Segment "Aktien Europa" für einen Dreimonatszeitraum. Auf dem Prüfstand standen auch Gebühren für einzelne Börsen und Investmentstile. Die Handelspraxis bei Delta Lloyd Investment Managers konnte in allen Punkten überzeugen. Bei den Gesamtkosten liegt das Unternehmen lediglich bei einem Drittel der Kosten der Vergleichsgruppe. Darüber hinaus veröffentlicht die Gesellschaft neben der Total Expense Ratio (TER) auch sämtliche Transaktions- und Brokerkosten im jährlichen Rechenschaftsbericht der Publikumsfonds.

Dr. Mathias Oldhaver | Delta Lloyd Deutschland
Weitere Informationen:
http://www.deltalloyd.de

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