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Marktstudie: Brennstoffzellen sind in Deutschland zu einem Wirtschaftsfaktor geworden

18.07.2003


In Deutschland arbeiten rund 2.800 Menschen in 350 privatwirtschaftlichen Unternehmen und öffentlichen Institutionen an Brennstoffzellen und ihren Anwendungen. Das geht aus einer Marktanalyse des britischen Fachinformationsdienstes "fuelcelltoday" hervor. Die Untersuchung zeigt, wie hoch der Stellenwert dieser Technologie in Deutschland bereits ist und wo die technischen und regionalen Schwerpunkte der Entwicklung liegen.



Die Brennstoffzellentechnologie hat in Deutschland eine vergleichsweise lange Geschichte. Siemens und Varta begannen bereits in den fünfziger Jahren, Brennstoffzellen zu entwickeln. 1982 wurde eine 100kW-Brennstoffzelle in ein U-Boot eingebaut und 1994 brachte Daimler-Benz sein erstes Brennstoffzellenauto NECAR 1 auf die Straße. Dieser frühe Start in die zukunftsträchtige Technologie spiegelt sich auch in den vorgestellten Zahlen wieder: 40 Prozent aller Unternehmen und Organisationen arbeiten schon seit mehr als zehn Jahren an Brennstoffzellen.



Auffallend groß ist in Deutschland der Anteil der Energieversorger, die sich mit Brennstoffzellen befassen: 65 Prozent aller Unternehmen beschäftigen sich mit der Technologie, zitiert fuelcelltoday aus einem Bericht des Fachverbandes für Energie-Marketing und -anwendungen (HEA).

Die Hälfte alle Organisationen und Unternehmen arbeiten mit Polymermembran-Brennstoffzellen (PEM), ergab die Marktstudie, gefolgt von der Festoxid-Brennstoffzelle (SOFC), deren Entwicklung vor allem Siemens in den vergangenen Jahren vorangetrieben hat. Auf Platz drei liegt die Direktmethanol-Brennstoffzelle (DMFC), deren Zukunft vor allem in Kleinsystemen wie Laptops und Kameras liegt.

Im internationalen Vergleich steht Deutschland nicht schlecht da, ergab die Analyse: Von den rund 5.000 verliehenen Patenten entfallen 400 auf deutsche Unternehmen. Und mehr als drei Viertel aller in Europa vorhandenen Brennstoffzellensysteme laufen in Deutschland.

Nahezu 75 Prozent aller Unternehmen und 90 Prozent aller Mitarbeiter im Brennstoffzellenbereich sind in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Nordrhein-Westfalen angesiedelt. Auf Baden-Württemberg, wo Ballard, DaimlerChrysler, MTU und einige Fraunhofer-Institute ihren Sitz haben, entfallen dabei insgesamt rund 40 Prozent der Arbeitsplätze.

Ulrich Dewald | Innitiative Brennstoffzelle
Weitere Informationen:
http://www.initiative-brennstoffzelle.de

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