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Aktienmarkt: Beeindruckende Kursrallye

17.06.2003

Ausgehend von seinem März-Tief legte der DAX mit einem Anstieg von über 45 Prozent eine beeindruckende Aufwärtsbewegung hin und zählt damit auch international zu den Spitzenperformern.

Nach Abschluss der besser als befürchtet ausgefallenen Quartalssaison steht zunächst der volkswirtschaftliche Datenkranz im Fokus der Kapitalmärkte, denn diese warten zu Recht auf eine konjunkturelle Untermauerung des jüngsten Börsenaufschwungs, damit sich letzterer nicht wie schon mehrmals zuvor als Bärenmarktrallye in einem mehrjährigen intakten Abwärtstrend entpuppt.

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Aufgrund der enttäuschenden Wachstumsentwicklung in Euroland und den erwartenden günstigen Inflationsaussichten senkte die Europäische Notenbank am 6. Juni die Leitzinsen um 0,5 auf 2 Prozent, den tiefsten Stand der Nachkriegszeit in allen Euroländern. Verstärkt wird die europäische Expansionsschwäche insbesondere auch durch die mit verschleppten Strukturproblemen belastete deutsche Volkswirtschaft. Nachdem die Forschungsinstitute in ihrem Gemeinschaftsgutachten im April für dieses Jahr noch ein Wachstum von 0,5 Prozent in Deutschland vorhersagten, senkte als erstes das Kieler Institut seine Prognose auf 0,0 Prozent und auch die Deutsche Bundesbank rechnet nunmehr mit einer Stagnation. Obwohl nach Einschätzung der Kieler die deutsche Wirtschaft 2004 um 1,8 Prozent zulegen soll, bleibt selbst unter dieser Konstellation die Belebung schwach, denn rund 0,6 Prozentpunkte sind allein auf die in 2004 deutlich höhere Anzahl von Arbeitstagen zurückzuführen.

Nicht zuletzt angesichts der hohen Arbeitslosigkeit und begrenzter fiskalischer Möglichkeiten bleibt die europäische Konjunktur im Schlepptau der amerikanischen Wirtschaft. Ent-scheidend für die Eurozone wird sein, inwieweit die USA ihrer Lokomotivfunktion für die Weltwirtschaft gerecht werden kann. Jenseits des Atlantiks scheinen sich die Aussichten für eine im Jahresverlauf belebende Ökonomie zu verdichten, wie die sich aufhellenden Stimmungsindikatoren andeuten. Für eine Stabilisierung der Konsumausgaben spricht zum einen der im Mai geringfügig gestiegene Einzelhandelsumsatz und zum anderen entlastet das verabschiedete Steuerpaket die Bürger in den nächsten zehn Jahren um 350 Mrd. Dollar, wovon allein 109 Mrd. Dollar in 2003 wirksam werden. Nachdem die US-Wirtschaft im ersten Quartal um 1,9 Prozent wuchs, prognostizieren die Ökonomen ein ähnliches Niveau im zweiten Quartal und eine Wachstumsbeschleunigung auf über 3 Prozent im zweiten Halbjahr.

Nach den starken Kursavancen der letzten Wochen könnte der Markt kurzfristig konsolidieren. Für mittelfristig weiter steigende Notierungen des DAX sprechen die im internationalen Vergleich immer noch günstige Bewertung, wenig attraktive Anlage-alternativen am Rentenmarkt, die hohe Liquidität der Anleger verbunden mit einer langsam nachlassenden Risikoaversion und die wiedererwachten Übernahmephantasien im Technologie und Bankensektor.

Hans Beth | Landesbank Rheinland-Pfalz
Weitere Informationen:
http://www.lrp.de

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