Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weniger Umweltauswirkungen der Wirtschaft dank IT?

17.06.2003


Wie aus einem neuen Bericht hervorgeht, ist es unter bestimmten Umständen ökologisch sinnvoller, Musik aus dem Internet herunterzuladen als eine fertige CD zu kaufen.



Der Bericht mit dem Titel "Virtual dematerialisation - ebusiness and factor X" wurde im Rahmen des Forschungsprojekts "Digital Europe" ausgearbeitet, das Teil des Programms "Technologien der Informationsgesellschaft" (IST) des Fünften Rahmenprogramms (RP5) ist. Unter Beteiligung von Forschungseinrichtungen und regionalen Partnern aus Deutschland, Italien und dem VK sowie elf weiteren Partnern aus der Wirtschaft wurden mehrere Fallstudien durchgeführt, um die Auswirkungen des elektronischen Handels auf die Umwelt durch den Verbrauch von Ressourcen und Energie festzustellen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass der elektronische Geschäftsverkehr ein großes Potenzial zur effizienten Energienutzung hat.

... mehr zu:
»Energieverbrauch


In einer der Fallstudien wurden drei Möglichkeiten untersucht, mit denen man sich fertige Musikstücke beschaffen kann: im Laden, online und per Download und Ausgabe über den Computer. Die Studie kam zu dem Ergebnis, dass beim Online-Kauf einer CD insgesamt 1,31 kg Material verbraucht wird, was der Auswirkung der Produktion von fünf Getränkedosen aus Aluminium entspricht. Beim Kauf einer CD in einem Geschäft hingegen steigt der Verbrauch eventuell bis auf 1,56 kg oder sechs Getränkedosen. Beim Download von Musik aus dem Internet wird weit weniger Material verbraucht, nämlich nur 0,67 kg - weniger als drei Dosen.

Bei einer anderen Fallstudie wurden verschiedene Methoden der Begleichung einer Rechnung verglichen. Wie die Forscher feststellten, werden bei der Zahlung einer Rechnung an der Kasse 2,56 kg an Material und Ressourcen verbraucht, ungefähr so viel wie bei der Herstellung von zehn Getränkedosen aus Aluminium. Bei der Zahlung einer Rechnung übers Internet fällt jedoch nur etwas mehr als 1 kg Material an, was gerade vier Aludosen entspricht.

Wie der Bericht feststellt, lässt sich der geringere Materialverbrauch dadurch erklären, dass durch die Online-Abwicklung die traditionellen Gebäude- und Transportinfrastrukturen des Einzelhandels nicht mehr notwendig sind. Allerdings sei das Potenzial zur Senkung des Materialeinsatzes auf Grund des elektronischen Geschäftsverkehrs noch gering und sei auch nur unter bestimmten Umständen gegeben.

Wenn man Musik aus dem Internet herunterläd, seien die Umweltauswirkung anfangs zwar günstiger als beim Kauf einer CD im Laden. Da viele Nutzer jedoch ihre Musikdateien auf CD brennen, würden die anfänglichen Vorteile wieder zunichte gemacht, so der Bericht. Außerdem müsse man, um Dateien herunterzuladen, zunächst eine Internetverbindung herstellen, und beim Download großer Datenmengen über eine langsame Verbindung steige am Ende der Energieverbrauch. Ebenso könne eine schnelle Verbindung die Nutzer dazu verleiten, länger online zu bleiben, um weitere Titel herunterzuladen, was ebenso den Energieverbrauch steigere.

Ferner enthält der Bericht verschiedene Empfehlungen, wie die Gesellschaft die Vorteile des elektronischen Handels nutzen kann, ohne dabei mehr Energie und Material zu verbrauchen. Die Verbraucher müssten sich der potenziellen Auswirkungen ihrer Entscheidungen bewusst werden, während die Politik die Aufgabe habe, eine "elektronische Gesellschaft" zu schaffen, die ihre Mitglieder dahingehend erzieht, dass sich der Energieverbrauch beim Umgang mit digitalen Daten auf ein Minimum beschränkt.

Was die Verantwortung der Unternehmen anbelangt, stellt der Bericht fest, dass sektorübergreifende Zusammenarbeit und Informationsstrategien dazu beitragen könnten, dass die E-Business-Branche und ihre Partner sich besser über die Umweltauswirkungen ihrer Produkte und Dienstleistungen bewusst werden.

| cn
Weitere Informationen:
http://www.digital-eu.org/publications/Default.asp?pubid=32
http://dbs.cordis.lu/cgi-bin/srchidadb?CALLER=NHP_DE_NEWS&ACTION=D&SESSION=&RCN=EN_RCN_ID:20408&TBL=DE_NEWS

Weitere Berichte zu: Energieverbrauch

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Praktisch keine Rezessionsgefahr, Wirtschaft auf stabilem Aufschwungpfad
15.11.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer steigt kräftig
30.10.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Transparente Beschichtung für Alltagsanwendungen

Sport- und Outdoorbekleidung, die Wasser und Schmutz abweist, oder Windschutzscheiben, an denen kein Wasser kondensiert – viele alltägliche Produkte können von stark wasserabweisenden Beschichtungen profitieren. Am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) haben Forscher um Dr. Bastian E. Rapp einen Werkstoff für solche Beschichtungen entwickelt, der sowohl transparent als auch abriebfest ist: „Fluoropor“, einen fluorierten Polymerschaum mit durchgehender Nano-/Mikrostruktur. Sie stellen ihn in Nature Scientific Reports vor. (DOI: 10.1038/s41598-017-15287-8)

In der Natur ist das Phänomen vor allem bei Lotuspflanzen bekannt: Wassertropfen perlen von der Blattoberfläche einfach ab. Diesen Lotuseffekt ahmen...

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

500 Kommunikatoren zu Gast in Braunschweig

20.11.2017 | Veranstaltungen

VDI-Expertenforum „Gefährdungsanalyse Trinkwasser"

20.11.2017 | Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Künstliche neuronale Netze: 5-Achs-Fräsbearbeitung lernt, sich selbst zu optimieren

20.11.2017 | Informationstechnologie

Tonmineral bewässert Erdmantel von innen

20.11.2017 | Geowissenschaften

Hemmung von microRNA-29 schützt vor Herzfibrosen

20.11.2017 | Biowissenschaften Chemie