Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Umweltpolitische Empfehlungen für Kleine bis mittelgroße Unternehmen

13.05.2003


Kleine bis mittelgroße Unternehmen (KMUs) machen einen bedeutenden Teil der europäischen Wirtschaft aus. Ein Verständnis der Wechselbeziehungen zwischen diesen Unternehmen und der Umwelt ist deshalb eine entscheidende Voraussetzung für die Ergreifung von Umweltinitiativen und den Schutz der Umwelt.



Nach jüngsten demographischen Erhebungen stellen KMUs rund zwei Drittel aller Arbeitsplätze in der Europäischen Union. Außerdem geht ein zunehmender Trend dahin, dass KMUs mehr neue Arbeitsplätze schaffen als größere Unternehmen. Wie sich zudem gezeigt hat, sind KMUs eine bedeutende Triebfeder für die europäische Wettbewerbsfähigkeit, weshalb diese Gruppe von Unternehmen in letzter Zeit verstärkt Gegenstand der Forschung und Förderung durch die EU geworden ist.



Ein Beispiel für solche Forschungsaktivitäten ist das Projekt SMES, das im Rahmen des ENV 2C-Programms gefördert wurde. Darin untersuchten mehrere Forschungsinstitute gemeinsam die Wechselwirkungen zwischen KMUs und den im Umweltschutz angewandten Praktiken. Die wichtige Rolle der KMUs in der europäischen Wirtschaft lässt vermuten, dass diese Unternehmen erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt haben können.

Daher wurde eine eingehende Marktanalyse durchgeführt, die sich nicht nur den KMUs, sondern auch KMU-Beratern und branchenspezifischen Schwerpunktgruppen widmete. Zur Erzielung von Ergebnissen, die für das europäische Spektrum repräsentativ sind, wurden Unternehmen in Deutschland, Italien Großbritannien und der Republik Irland einer genaueren Betrachtung unterzogen. Die Ergebnisse basieren auf mehreren hundert Fragebögen und persönlichen Interviews und damit auf Daten, die aussagefähig genug für Schlussfolgerungen sind.

Ein interessantes Ergebnis war die Feststellung, dass die Wettbewerbsfähigkeit eines KMUs nicht mit seiner Umweltfreundlichkeit oder seiner Tendenz zur Übernahme umweltfreundlicher Praktiken korreliert war. Auch das Verhalten der Firmenleitung gegenüber der Umwelt war kein entscheidender Einflussfaktor, obwiohl die meisten Firmen ein positives Verhalten zur Umwelt an den Tag legten. Somit kann nicht damit argumentiert werden, dass ein proaktives Umweltverhalten der Wettbewerbsfähigkeit abträglich ist. Klar wurde vielmehr, dass Firmen, die mehr Umweltinitiativen auf den Weg brachten, Vorteile im Hinblick auf die Schaffung neuer Arbeitsplätze hatten. Dies räumt zugleich mit dem verbreiteten Mythos auf, Beschäftigte könnten durch Umweltschutzmaßnahmen ihre Arbeit verlieren.

Die EU war daran interessiert, mehr darüber zu erfahren, welche Hindernisse KMUs von der Umsetzung von Umweltinitiativen abhalten. Wie Rückmeldungen sowohl von KMUs als auch KMU-Beratern erkennen lassen, bilden hauptsächlich fehlendes Kapital, aber auch fehlende Kenntnisse und konkurrierende Prioritäten die wichtigen Faktoren. Gleichwohl waren einige Industriezweige (z.B. die Möbelindustrie) und Regionen (z.B. Deutschland) eher bereit, solche Maßnahmen zu ergreifen. Bei der Identifizierung der besten Geschäftspraktiken dieser führenden Firmen beurteilten die Projektpartner auch die Anwendbarkeit dieser Praktiken auf unterschiedliche Regionen und Branchen.

Das wertvolle Endergebnis der Forschungsarbeit ist eine Serie von umfassenden Empfehlungen an KMUs und politische Entscheidungsträger sowohl auf nationaler als auch auf europäischer Ebene. Die Empfehlungen basieren auf den bestehenden Bedingungen für Erfolg und zeigen zugleich Maßnahmen zum Auffüllen der noch bestehenden Lücken auf. Die Ergebnisse werden derzeit einem breiten Publikum präsentiert. Diese Arbeit wird Europa dabei helfen, auch bei seinen Bemühungen, zur wettbewerbsfähigsten Wirtschaft der Welt zu werden, seine hohen Umweltschutzstandards zu erhalten.

Kontakt:

Professor David Hitchens
Queen’s University of Belfast, Department of Economics
Applied economics professor
University Road, BT7 1NN Belfast, UNITED KINGDOM
Tel: +44-2890-273285
Fax: +44-2890-335156
Email: d.hitchens@qub.ac.uk

David Hitchens | Cordis Technologie-Marktplatz
Weitere Informationen:
http://www.qub.ac.uk

Weitere Berichte zu: KMU Umweltinitiative Wettbewerbsfähigkeit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index setzt Anstieg fort
22.06.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie