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IT-Budgets sinken: drastischer Sparkurs bei deutschen Firmen

06.05.2003

Deutsche Unternehmen steigen auch in 2003 bei Investitionen in die Informationstechnologie (IT) und die Telekommunikation auf die Kostenbremse.

Ein Drittel der Firmen streicht die IT-Budgets gegenüber dem Vorjahr zusammen. Gab 1999 noch jeder zweite Entscheider an, mehr in IT investiert zu haben, nannten 2002 nur noch rund 14 Prozent ihr Verhalten investitionsfreudig. Bevorzugt werden Projekte, die eine höhere Produktivität in den Betrieben versprechen. Das ergab eine Umfrage der "Informationweek" zu den IT-Budgets 2003, die von Mummert Consulting ausgewertet wurde.

IT-Investitionsentscheidungen stehen auf dem Prüfstand: Investiert wird bevorzugt in Projekte, die die Produktivität steigern und Geschäftsabläufe optimieren. Der Anspruch, stets über die neuesten Technologien zu verfügen und abgeschriebene Geräte zeitnah zu ersetzen, gilt nur noch bei einer Minderheit der Betriebe. Stattdessen lassen sich die Entscheider die Wirtschaftlichkeit der Investitionen nachweisen. Die Ausgaben sollen sich vorzugsweise innerhalb von zwei Jahren refinanziert haben. Projekte, die diesen hohen Maßstäben nicht entsprechen, sind in Gefahr, gestrichen zu werden.

Hardware- und Softwarehersteller haben auf das wachsende Wirtschaftlichkeitsdenken bislang zu wenig reagiert: Im Kampf um die schrumpfenden Budgets wird noch zu wenig mit "Return on Investment"- Argumenten gearbeitet - doch darauf warten die IT-Entscheider.

Unter dem Strich bedeutet das für die IT-Branche: Der erhoffte Aufschwung bleibt weiter aus. Setzen die Verantwortlichen ihre Investitionsstrategien für 2003 wie geplant um, bedeutet das für die IT-Branche einen erneuten Rückschlag. Dabei waren die bisherigen Prognosen verhalten positiv. Sie lagen zwischen 0,5 Prozent (BITKOM) und 3,7 Prozent (IDC). Einig sind sich alle Analysten darin, dass Firmen bevorzugt die Projekte angehen , die Produktivität verbessern und Kosten senken.

Die ohnehin knappen Budgets könnten sogar nachträglich noch einmal gekürzt werden. In 2002 haben hier vor allem große Firmen den Rotstift angesetzt: Bei 42,9 Prozent der Unternehmen mit mehr als 2.000 Mitarbeitern schrumpfte das IT-Budget nachträglich. Auch für das laufende Jahr rechnet ein Drittel mit verzögerten Einsparungen. Besonders hart traf es 2002 die Finanzbranche, wo ein Drittel aller Firmen das Budget kürzen musste. Im laufenden Jahr rechnen vor allem Verantwortliche in der öffentlichen Verwaltung damit, dass ihnen weniger Geld zur Verfügung stehen wird als ursprünglich geplant.

Dem Gebot der Wirtschaftlichkeit entsprechend steht auch das so genannte Enterprise Resource Planning (ERP) ganz oben auf der Liste der IT-Projekte. Mit ERP investieren die Firmen in Vernetzungen, die langfristig für Einsparung sorgen können. Auf den Plätzen zwei und drei folgen CRM und Investitionen in die IT-Sicherheit. Die genießt damit jedoch einen höheren Stellenwert als in der Vergangenheit. Weniger wichtig sind im laufenden Jahr Investitionen in die Vernetzung der Firmen mit der Außenwelt. Das Budget für Internet, Portale und Telekommunikation ist entsprechend gering. Hier haben die Unternehmen schon in den letzten Jahren kräftig investiert.

Jörg Forthmann | Mummert Consulting AG
Weitere Informationen:
http://www.mummert-consulting.de

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