Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

KfW-Indikator Mittelstandskonjunktur: Hoffnung auf Belebung noch nicht erfüllt

16.04.2003


Die wirtschaftliche Lage kleiner und mittlerer Unternehmen mit maximal 500 Beschäftigten und einem Jahresumsatz bis zu 50 Mio EUR hat sich im 1. Quartal 2003 deutlich verschlechtert, wie die aktuellen Ergebnisse des KfW-Indikators Mittelstandskonjunktur zeigen.



Nachdem im Verlauf des zurückliegenden Jahres noch erste Stabilisierungstendenzen erkennbar gewesen waren, fiel der Indexwert abrupt um 2,3 Zähler. Mit 97,0 Punkten notiert er nunmehr auf dem niedrigsten Stand seit Anfang 1997. Maßgeblich zu dem Einbruch beigetragen hat der Westen der Republik, der mit einem Minus von 2,8 Punkten den stärksten Vorquartalsrückgang seit dreieinhalb Jahren hinnehmen musste. In den neuen Ländern hat sich die wirtschaftliche Lage der Mittelständler dagegen etwas stabilisiert.

Positive Impulse kamen im ersten Quartal 2003 lediglich aus dem Baugewerbe. Es dürfte von der kurzen flutbedingten Sonderkonjunktur profitiert haben und konnte sich dadurch wieder ein wenig von dem Allzeittief erholen, auf das es im Herbst vergangenen Jahres gefallen war. Gleichwohl deutet das noch immer niedrige Indexniveau (3,2 Punkte unter dem langfristigen Durchschnitt) auf die weiterhin äußerst schwierige Lage dieser mit Kapazitätsproblemen kämpfenden Branche hin. Im konjunkturell bedeutsamen Verarbeitenden Gewerbe, im Handel und bei den Dienstleistern zeigte die Entwicklung dagegen im abgelaufenen Vierteljahr nach unten. Ebenso wie in der Baubranche verfehlten die aktuellen Teilindizes auch dieser drei Hauptwirtschaftsbereiche ihre langfristigen Durchschnittswerte zum Teil erheblich.

"Die zaghaften Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung haben sich bislang nicht erfüllt", sagte KfW-Chefvolkswirt Dr. Norbert Irsch in Frankfurt. Die mit dem Irakkrieg einher gehenden geopolitischen Unwägbarkeiten und die daraus resultierenden Risiken haben Investoren und Konsumenten stark verunsichert. Dies verdüstert die Konjunkturperspektiven auch hierzulande. Angesichts dessen ist es vordringlich, die internen Wachstumskräfte der deutschen Volkswirtschaft zu stärken. "Die vorgeschlagenen Reformen in den Bereichen Arbeitsmarkt, soziale Sicherung und Bürokratieabbau können hierzu einen Beitrag leisten", so Irsch.

** Dem Indikator liegen die Angaben KfW-geförderter Unternehmen mit höchstens 500 Beschäftigten und maximal 50 Mio EUR Jahresumsatz über ihr zentrales Investitionsmotiv zu Grunde. Ein zunehmender Anteil von Unternehmen, die Geschäftsausweitungen planen, wird, ebenso wie ein rückläufiger Rationalisiereranteil, als positives Konjunktursignal gewertet. Die Antworten werden mit dem Umsatz der in dem Bezugsquartal geförderten Investoren gewichtet sowie, unter Zugrundelegung fixer Branchen- und Regionengewichte, in einen Index [2000=100] überführt. Berechnet wird der Indikator für drei regionale (Deutschland, West, Ost einschließlich Berlin) und vier sektorale (Verarbeitendes Gewerbe, Bau, Handel, Dienstleister) Segmente.

Christine Volk | KfW
Weitere Informationen:
http://www.kfw.de

Weitere Berichte zu: KfW-Indikator Mittelstandskonjunktur

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weiterbildung zu statistischen Methoden in der Versuchsplanung und -auswertung

06.12.2016 | Seminare Workshops

Bund fördert Entwicklung sicherer Schnellladetechnik für Hochleistungsbatterien mit 2,5 Millionen

06.12.2016 | Förderungen Preise

Innovationen für eine nachhaltige Forstwirtschaft

06.12.2016 | Agrar- Forstwissenschaften