Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Offshore-Outsourcing verändert die Finanzindustrie drastisch

10.04.2003


Studie von Deloitte Consulting rechnet mit dem Transfer von zwei Millionen Arbeitsplätzen / 40 Prozent Kosteneinsparungen möglich

Ein Geschäftsvolumen von rund 350 Milliarden Euro und bis zu zwei Millionen Arbeitsplätze wird die Finanzindustrie innerhalb der kommenden fünf Jahre in Länder mit niedrigeren Lohnkosten verlagern. Mit diesem so genannten Offshore-Outsourcing wollen Banken und Versicherer weltweit bis zum Jahr 2008 jeweils rund 40 Prozent ihrer Kosten einsparen. Das sind die Kernaussagen einer Studie der größten Finanzdienstleistern.

Edgar Klein, Partner bei Deloitte Consulting und in Deutschland für die Beratung von Finanzunternehmen verantwortlich, rechnet auch für Deutschland mit der Verlagerung einer Vielzahl von Arbeitsplätzen: "Wir haben uns daran gewöhnt, dass einfache Tätigkeiten in der Produktion in Billiglohnländer verlagert werden. Jetzt erleben wir, dass zunehmend auch hochwertige Arbeitsplätze wegfallen". Das, so Klein, gäbe der Diskussion um das Offshore-Outsourcing eine neue Qualität. "Es sind nicht alleine die geringeren Lohnkosten, die für das Outsourcing sprechen. Insbesondere im IT-Bereich sind Arbeitnehmer in Ländern wie Indien auch hervorragend ausgebildet", beschreibt der Bankenexperte die Situation.

Die Studie zeige auch, dass der Markt schnell an Eigendynamik gewänne. Bereits heute verfügten 30 Prozent der befragten Unternehmen über Erfahrungen im Offshore-Outsourcing. Innerhalb der kommenden zwei Jahre werde diese Quote auf 75 Prozent ansteigen. Die deutschen Banken könnten sich dieser Entwicklung nicht verschließen, sondern müssten sie aktiv gestalten, rät Klein: "Wir stehen erst am Anfang einer Entwicklung. Die Vorstände der deutschen Banken und Versicherer müssen deshalb strategische Entscheidungen treffen. Die Frage ist allerdings nicht, ob, sondern wie das Outsourcing gestaltet werden muss, wenn sie gegenüber dem internationalen Wettbewerb nicht noch weiter zurückfallen wollen."

Dennoch seien nicht alle Unternehmensbereiche im gleichen Maße betroffen, so die Studie weiter. Neben klassischen IT-Funktionen wie der Anwendungsentwicklung und Programmierung ständen administrative Prozesse wie Buchhaltung, Verwaltung und Abwicklung auf der Liste der auszugliedernden Bereiche weit oben. Insbesondere im englischsprachigen Raum komme auch die Verlagerung von Support- und Call-Centern ins Ausland in Frage. Von dieser Entwicklung profitiere laut Studie insbesondere Indien, denn fast die Hälfte der befragten Unternehmen plane, wesentliche Geschäftsprozesse auf den Subkontinent auszulagern. Gute Chancen von dieser Entwicklung zu profitieren, hätten aber auch Irland, Südafrika, China, Malaysia und Australien. Für deutschsprachige Dienstleistungen böten sich insbesondere Tschechien und Ungarn an.

Mike Kronfellner | Deloitte Consulting
Weitere Informationen:
http://www.dc.com

Weitere Berichte zu: Finanzindustrie Lohnkosten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index tritt auf der Stelle
24.11.2016 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht Lemgoer Wissenschaftler wollen smarte Banknote realisieren
08.11.2016 | Hochschule Ostwestfalen-Lippe

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Greifswalder Forscher dringen mit superauflösendem Mikroskop in zellulären Mikrokosmos ein

Das Institut für Anatomie und Zellbiologie weiht am Montag, 05.12.2016, mit einem wissenschaftlichen Symposium das erste Superresolution-Mikroskop in Greifswald ein. Das Forschungsmikroskop wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Land Mecklenburg-Vorpommern finanziert. Nun können die Greifswalder Wissenschaftler Strukturen bis zu einer Größe von einigen Millionstel Millimetern mittels Laserlicht sichtbar machen.

Weit über hundert Jahre lang galt die von Ernst Abbe 1873 publizierte Theorie zur Auflösungsgrenze von Lichtmikroskopen als ein in Stein gemeißeltes Gesetz....

Im Focus: Durchbruch in der Diabetesforschung: Pankreaszellen produzieren Insulin durch Malariamedikament

Artemisinine, eine zugelassene Wirkstoffgruppe gegen Malaria, wandelt Glukagon-produzierende Alpha-Zellen der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) in insulinproduzierende Zellen um – genau die Zellen, die bei Typ-1-Diabetes geschädigt sind. Das haben Forscher des CeMM Forschungszentrum für Molekulare Medizin der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen einer internationalen Zusammenarbeit mit modernsten Einzelzell-Analysen herausgefunden. Ihre bahnbrechenden Ergebnisse werden in Cell publiziert und liefern eine vielversprechende Grundlage für neue Therapien gegen Typ-1 Diabetes.

Seit einigen Jahren hatten sich Forscher an diesem Kunstgriff versucht, der eine simple und elegante Heilung des Typ-1 Diabetes versprach: Die vom eigenen...

Im Focus: Makromoleküle: Mit Licht zu Präzisionspolymeren

Chemikern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es gelungen, den Aufbau von Präzisionspolymeren durch lichtgetriebene chemische Reaktionen gezielt zu steuern. Das Verfahren ermöglicht die genaue, geplante Platzierung der Kettengliedern, den Monomeren, entlang von Polymerketten einheitlicher Länge. Die präzise aufgebauten Makromoleküle bilden festgelegte Eigenschaften aus und eignen sich möglicherweise als Informationsspeicher oder synthetische Biomoleküle. Über die neuartige Synthesereaktion berichten die Wissenschaftler nun in der Open Access Publikation Nature Communications. (DOI: 10.1038/NCOMMS13672)

Chemische Reaktionen lassen sich durch Einwirken von Licht bei Zimmertemperatur auslösen. Die Forscher am KIT nutzen diesen Effekt, um unter Licht die...

Im Focus: Neuer Sensor: Was im Inneren von Schneelawinen vor sich geht

Ein neuer Radarsensor erlaubt Einblicke in die inneren Vorgänge von Schneelawinen. Entwickelt haben ihn Ingenieure der Ruhr-Universität Bochum (RUB) um Dr. Christoph Baer und Timo Jaeschke gemeinsam mit Kollegen aus Innsbruck und Davos. Das Messsystem ist bereits an einem Testhang im Wallis installiert, wo das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung im Winter 2016/17 Messungen damit durchführen möchte.

Die erhobenen Daten sollen in Simulationen einfließen, die das komplexe Geschehen im Inneren von Lawinen detailliert nachbilden. „Was genau passiert, wenn sich...

Im Focus: Neuer Rekord an BESSY II: 10 Millionen Ionen erstmals bis auf 7,4 Kelvin gekühlt

Magnetische Grundzustände von Nickel2-Ionen spektroskopisch ermittelt

Ein internationales Team aus Deutschland, Schweden und Japan hat einen neuen Temperaturrekord für sogenannte Quadrupol-Ionenfallen erreicht, in denen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

Experten diskutieren Perspektiven schrumpfender Regionen

01.12.2016 | Veranstaltungen

Die Perspektiven der Genom-Editierung in der Landwirtschaft

01.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Parkinson-Krankheit und Dystonien: DFG-Forschergruppe eingerichtet

02.12.2016 | Förderungen Preise

Smart Data Transformation – Surfing the Big Wave

02.12.2016 | Studien Analysen

Nach der Befruchtung übernimmt die Eizelle die Führungsrolle

02.12.2016 | Biowissenschaften Chemie