Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europamarkt für Kühltransportsysteme - Hersteller leiden unter Überkapazitäten

08.01.2003


In der heutigen Gesellschaft gibt es einen wachsenden Bedarf, Lebensmittel, Medikamente und medizinische Bedarfsmittel in einem breit differenzierten Temperaturspektrum aufzubewahren und zu schützen. Diese Nachfrage hat zu einem Wachstumsimpuls auf dem europäischem Markt für Kühltransportsysteme geführt. Eine aktuelle Analyse der internationalen Unternehmensberatung Frost & Sullivan schätzt den Europamarkt für Kühltransportsysteme auf beinahe 630 Millionen Euro im Jahr 2002. Etwa 79 Prozent des Gesamtumsatzes stammen aus dem Bereich Kühlgeräte. Der Rest wird dem Fahrzeugbau zugerechnet, der die Gehäuse der Kühltransporter isoliert und montiert.



Insgesamt ist das Marktwachstum allerdings bescheiden zu nennen, es liegt lediglich bei einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 1,7 Prozent zwischen 2002 und 2008. Die Analysten weisen warnend darauf hin, dass der Markt voller Herausforderungen steckt. Faktoren wie die unklare wirtschaftliche Zukunft, der zunehmende Druck durch ökologische Kontrollsiegel oder die Anstrengungen kleinerer Unternehmen um ihre Neupositionierung als Weltmarktakteure stehen im Mittelpunkt des Branchengeschehens.



Überkapazitäten verschärfen Marktlage

Im Verlauf der letzten Jahre haben Supermärkte und Spediteure neue Wege erkundet, um die Effizienz ihres logistischen Betriebs erhöhen und so die Gesamtzahl der benötigten Kühlfahrzeuge zu verringern. Die verbreiteten Überkapazitäten könnten sich als Stolpersteine herausstellen. "Die nachteilige Auswirkung von Überkapazitäten verschlimmert sich zudem durch intensivere Konkurrenzsituation im Einzelhandel. Die Gewinnspannen wurden außerdem durch das Preisbewusstsein der europäischen Verbraucher geschmälert. Das Fehlen ausreichender Profitmargen zwingt die Einzelhändler dazu, ihre Investitionen zu verschieben, wodurch die Nachfrage nach Kühltransportern reduziert wird", erklärt Gaia Nocchi, Research Analystin bei Frost & Sullivan. Die gestiegene Lebensdauer der Kühlgeräte und der Ausbruch von Maul- und Klauenseuche wie auch BSE sind weitere ernst zu nehmende Hemmnisse für Unternehmen, die auf dem europäischen Markt für Kühltransportsysteme aktiv sind.

Dennoch positive Aussichten: Palette der Kühltransportgüter steigt

Die Experten bei Frost & Sullivan sind jedoch zuversichtlich, dass eine lebhafte Nachfrage nach Ersatzfahrzeugen - die durchschnittliche Verschleißzeit eines LKWs und Anhängers liegt zwischen sieben und zehn Jahren - die Lage auf dem europäischen Markt für Kühltransportsysteme verbessern wird. Das ebenfalls zunehmende Gesamtvolumen verderblicher Ware, die durch Europa transportiert werden müssen, beflügelt die Nachfrage nach zusätzlichen Fahrzeugen. Die Analysten beobachten auch eine gestiegene Vielfalt an Warenklassen, die unter stabilen, temperaturgesteuerten Bedingungen befördert werden müssen (z.B. wie Medikamente, Computer). Auch das Gesellschaftsphänomen ,Shopping via Internet’ gewinnt langsam als neuer Vertriebskanal an Bedeutung und zieht Wachstum im Kühltransportsektor nach sich. Gerade in Großbritannien ist der Hausbelieferungsmarkt ein wachsendes Segment und führend im europäischen Vergleich.

Höchste Wachstumsraten in kleineren nationalen Märkten

Die Wettbewerbslandschaft des Fahrzeugbausektors erfährt durch den Kampf um Marktführerschaft in neuen wie alten Märkten eine erfrischende Wiederbelebung. Nach Aussage führender Fahrzeugbauunternehmen sind duale Kühlsysteme der Marktbereich, der am schnellsten wächst, da kleine Einzelhändler und Supermärkte eine immer größer werdende Menge an frischen und tiefgefrorenen Lebensmitteln transportieren müssen. Die neuesten Erfolgsmeldungen des europäischen Kühltransportmarktes stammen aus kleineren nationalen Märkten wie Skandinavien, Portugal und Griechenland, wo das Wachstumspotenzial ausgeschöpft werden konnte. Ein Rückfall auf ein träges Wachstumstempo ist in den etablierten Märkten Deutschland und Frankreich zu verzeichnen.

Thermo King und Carrier Transicold führend

Thermo King übernahm die Marktführerschaft in 2001 mit 38,3 Prozent Marktanteil, nachdem das Unternehmen stark in die kleineren Märkte investiert hatte. Fast auf Augenhöhe gleichziehen konnte Carrier Transicold, lediglich 0,2 Prozentpunkte trennen Marktführer und Zweitplatzierten. In den letzten Jahren haben Firmen wie Zanotti eine innovativere Strategie gestartet, um sich neue Märkte in Europa zu erschließen. Diese Aktivität führte im Verlauf der Etablierung zu einem Preiskampf. "Die größten Opfer des Preiskampfes mussten kleinere Akteure wie Eurofrigo und Frigiline erbringen. Sie verloren Marktanteile an die aggressiveren Mitstreiter. Aber auch Thermo King und Carrier erlitten substanzielle Einbußen durch den Preisverfall", merkt Nocchi an. "Durch das Bemühen, dem Feld der Konkurrenten davonzuziehen, konnten die beiden Marktführer erfolgreich einen elementaren Prüfstein ins Wettbewerbsgeschehen einführen: ein umfangreicheres Waren- und Servicepaket", schließt Nocchi ab.

Stefan Gerhardt | Frost & Sullivan
Weitere Informationen:
http://www.presse.frost.com

Weitere Berichte zu: Europamarkt Kühltransportsystem Überkapazität

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal 2018
30.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Im Focus: LZH showcases laser material processing of tomorrow at the LASYS 2018

At the LASYS 2018, from June 5th to 7th, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) will be showcasing processes for the laser material processing of tomorrow in hall 4 at stand 4E75. With blown bomb shells the LZH will present first results of a research project on civil security.

At this year's LASYS, the LZH will exhibit light-based processes such as cutting, welding, ablation and structuring as well as additive manufacturing for...

Im Focus: Kosmische Ravioli und Spätzle

Die inneren Monde des Saturns sehen aus wie riesige Ravioli und Spätzle. Das enthüllten Bilder der Raumsonde Cassini. Nun konnten Forscher der Universität Bern erstmals zeigen, wie diese Monde entstanden sind. Die eigenartigen Formen sind eine natürliche Folge von Zusammenstössen zwischen kleinen Monden ähnlicher Grösse, wie Computersimulationen demonstrieren.

Als Martin Rubin, Astrophysiker an der Universität Bern, die Bilder der Saturnmonde Pan und Atlas im Internet sah, war er verblüfft. Die Nahaufnahmen der...

Im Focus: Self-illuminating pixels for a new display generation

There are videos on the internet that can make one marvel at technology. For example, a smartphone is casually bent around the arm or a thin-film display is rolled in all directions and with almost every diameter. From the user's point of view, this looks fantastic. From a professional point of view, however, the question arises: Is that already possible?

At Display Week 2018, scientists from the Fraunhofer Institute for Applied Polymer Research IAP will be demonstrating today’s technological possibilities and...

Im Focus: Raumschrott im Fokus

Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB) hat sein Observatorium in Zimmerwald um zwei zusätzliche Kuppelbauten erweitert sowie eine Kuppel erneuert. Damit stehen nun sechs vollautomatisierte Teleskope zur Himmelsüberwachung zur Verfügung – insbesondere zur Detektion und Katalogisierung von Raumschrott. Unter dem Namen «Swiss Optical Ground Station and Geodynamics Observatory» erhält die Forschungsstation damit eine noch grössere internationale Bedeutung.

Am Nachmittag des 10. Februars 2009 stiess über Sibirien in einer Höhe von rund 800 Kilometern der aktive Telefoniesatellit Iridium 33 mit dem ausgedienten...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mikroskopie der Zukunft

22.05.2018 | Medizintechnik

Designerzellen: Künstliches Enzym kann Genschalter betätigen

22.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics