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Unternehmen verpflichten sich zu hohen Corporate Governance-Standards

13.11.2002


Zehn Unternehmen geben Erklärung zu Corporate-Governance ab/ Konzertierte Aktion für mehr Anlegervertrauen.



Zehn börsennotierte Unternehmen haben sich am Mittwoch öffentlich zur Einhaltung national und international anerkannter Standards für faire und verantwortungsvolle Unternehmensführung verpflichtet: ACG Advanced Component Group, AT&S Austria Technologie & Systemtechnik, Balda, Dialog Semiconductor, Evotec OAI, Funkwerk, Gericom, GPC Biotech, IXOS SOFTWARE und Qiagen haben als erste die gemeinsam entworfene Corporate Governance-Erklärung als für sich bindend akzeptiert. Diese Erklärung enthält alle Soll-Empfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex der Bundesregierung sowie die meisten Anregungen des Kodex. Mit dieser Corporate Governance-Erklärung wollen die Unternehmen das Vertrauen der Anleger stärken. Die Deutsche Börse hat die Erarbeitung der Erklärung als Moderator begleitet.

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"Es ist erfreulich, dass die Unternehmen die Initiative ergreifen. Sie setzen einen Best Practice-Standard für gute Corporate Governance und stärken damit das Vertrauen der Anleger," sagte Christian Strenger, Aufsichtsrat der DWS Investment GmbH und Mitglied der Regierungskommission Corporate Governance . Auch die Deutsche Schutzvereinigung für den Wertpapierbesitz (DSW) begrüßte die Initiative. "Die Unternehmen, die die Corporate Governance-Erklärung unterschreiben, stellen die Investoren in den Mittelpunkt und erhöhen die Attraktivität ihrer Aktien," sagte Marc Tüngler von der DSW.

Der Deutsche Corporate Governance Kodex unterscheidet zwischen Empfehlungen und Anregungen; Abweichungen von den Empfehlungen sind von den Unternehmen zu erklären (Comply or Explain-Prinzip). Die Corporate Governance-Erklärung geht über den Deutschen Corporate Governance Kodex hinaus: Sie enthält alle Empfehlungen sowie die meisten Anregungen und macht diese verpflichtend.

Unter der Maßgabe der Corporate Governance-Erklärung verpflichten sich die Unternehmen zum Beispiel zu einer Verkürzung der Fristen für die Berichtspflicht auf 45 Tage für Quartalsberichte. Sie erleichtern die Stimmrechtsausübung der Aktionäre in der Hauptversammlung durch die Bereitstellung eines unabhängigen Vertreters, übertragen Teile der Hauptversammlung im Internet und berufen bei Vorliegen eines Übernahmeangebots in angezeigten Fällen eine außerordentliche Hauptversammlung ein. Zusätzlich erklären sich diese Unternehmen bereit, Vorstands- und Aufsichstratsvergütung individualisiert nach fixen und variablen Bestandteilen offenzulegen, Beratungs- und Vermittlungsmandate von Aufsichtsratsmitgliedern zu erläuten sowie ein Audit Committee bei einem Aufsichtrat von mehr als drei Mitgliedern einzurichten, deren Vorsitzender nicht gleichzeitig Vorsitzender des Aufsichtsrats oder ehemaliges Vorstandsmitglied sein darf. Dies soll der Erhöhung der Kompetenz und Wirksamkeit der Kontrollfunktion in den Aufsichtsräten dienen.

Darüber hinaus erstellen die Unternehmen Insider Rules/Guidelines, die zum Beispiel Regelungen zu Trading Windows enthalten. Diese Guidelines sind auch auf den Internetseiten der Unternehmen abrufbar.

| Gruppe Deutsche Börse
Weitere Informationen:
http://www.deutsche-boerse.com

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