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Deutsche Investitionen in Österreich - Sprungbrett nach Osteuropa

12.11.2002


Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Österreich entwickeln sich immer intensiver. Der bilaterale Warenaustausch erreicht Rekordhöhen, über 20 Prozent aller ausländischen Investitionen in Österreich stammte 2001 aus dem großen Nachbarland.



Auch in Zeiten wirtschaftlicher Stagnation setzen deutsche Unternehmen wie Porsche, BMW oder Boehringer-Ingelheim auf den Standort Österreich, der u.a. als ideales Sprungbrett nach Osteuropa lockt.

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Trotz der konjunkturellen Abschwächung konnten im Jahr 2001 die deutschen Exporte nach Österreich um 4,4 Prozent auf 31,87 Milliarden Euro zulegen. Zirka 40 Prozent aller Importe kommen damit aus dem großen Nachbarland. Umgekehrt nimmt Deutschland über ein Drittel aller alpenländischen Exporte auf und ist somit auch für Österreich wichtigster Handelspartner. Positiv fällt weiterhin auch die Investitionsbilanz aus: Die Direktinvestitionen in Österreich vervierfachten sich zwischen 1991 und 2001 von 8,9 Milliarden auf 38,6 Milliarden Euro. Die deutschen Investitionen beliefen sich im Vorjahr auf 1,3 Milliarden Euro – über 20 Prozent der Gesamtsumme. Dem gegenüber flossen ca. 15 Prozent aller österreichischen Direktinvestitionen in die Bundesrepublik, der Kapitalstand rotweißroter Unternehmen erreichte somit hierzulande 1,5 Milliarden Euro.

Die Entwicklung deutscher Kapitalanlagen in Österreich verlor zwar durch die Konjunkturabschwächung an Dynamik und erreichte nicht mehr das Vorjahresrekordergebnis. Dennoch kam es Ende 2001 bzw. Anfang 2002 zu bedeutenden neuen und dem Ausbau bestehender Investitionen.

Zu den dominierenden Industriebereichen zählte in den abgelaufenen zwölf Monaten die Automobilwirtschaft. BMW investierte im Vorjahr 500 Millionen Euro in den Ausbau seines Motorenwerkes in Steyr. Das "Global Competence Center for Engines" der bayerischen Autobauer liefert Motoren in die ganze Welt. Anfang 2002 investierte Porsche 20 Millionen Euro in den Ausbau des Salzburger Teilvertriebzentrums. Im März 2002 zog Opel Austria Powertrain nach. Bei der Vergabe eines Großauftrags von Fiat GM Powertrain in der Höhe von 300 Millionen Euro setzte sich das Werk Aspern gegenüber polnischen und anderen Standorten durch. Und schließlich investierte ZF Lemförder Fahrwerktechnik AG 10 Millionen Euro in den Bau eines neuen Achsenwerks in Lebring bei Graz, in dem ab 2003 Achsensysteme für den BMW X3 hergestellt werden.

Im Bereich Elektronik investierte Siemens Ende letzten Jahres 16,5 Millionen Euro in den Bau eines neuen Werks im burgenländischen Siegendorf. Der seit vielen Jahren in Österreich angesiedelte Chemie-Multi Boehringer Ingelheim baute 2001 sein Wiener Krebsforschungszentrums für 68 Millionen Euro weiter aus. Die Supermarktkette Lidl erweiterte ihr Standbein in Österreich und auch der Süßwaren-Hersteller Storck plant nach der zuletzt erfolgten Übernahme von Englhofer den Erwerb weiterer österreichischer Produzenten. Auch Villeroy&Boch und die Linde AG forcierten ihre Österreich-Aktivitäten. Der Keramikhersteller kaufte 2001 das alpenländische Unternehmen db - das bad, während der führende Anbieter von Industriegasen über 36 Millionen Euro in den Ausbau seines österreichischen Werks steckte.

Sprungbrett nach Osteuropa

Eine wesentliche Ursache für die Investitionsentscheidungen deutscher Unternehmen liegt in den besonderen Zugangsmöglichkeiten zu den osteuropäischen Märkten, die Österreich bietet. Viele internationale Unternehmen sehen im Standort Österreich ein ideales Sprungbrett in diese Region. Diese Funktion verdankt das Land v.a. seiner geografischen Nähe zu den EU-Beitrittskandidaten. Die zur deutschen HypoVereinsbank-Gruppe gehörende Bank Austria Creditanstalt etwa unterhält mit über 800 Niederlassungen das größte internationale Filialnetz in den MOE-Staaten. Von seiner Wiener Mittel- und Osteuropa-Zentrale aus betreibt der Chemiegigant Henkel seine Geschäftsentwicklungen in 14 Ländern der Region. "Neben dem speziellen Osteuropa-Know-how sind die geografische und kulturelle Nähe für unseren Erfolg ausschlaggebend", sagt Friedrich Stara, Präsident von Henkel Mittel- und Osteuropa.

Zudem eröffnet eine leistungsstarke Infrastruktur einen optimalen Zugang zu den Hoffnungsmärkten. Der Wiener Flughafen bedient mit 36 osteuropäischen Destinationen mehr als jeder andere europäische Airport. Zu den über 1.000 Unternehmen, die inzwischen ihre Mittel- und Osteuropa-Zentralen in Österreich errichtet haben, zählen neben Siemens, Boehringer Ingelheim, Henkel und BMW weitere deutsche Global Player wie z.B. Beiersdorf, Degussa Hüls, Dresdner Bank, Miele oder SAP.

Standort international im Aufwind

Österreich steht laut World Competitiveness Yearbook 2002 weltweit auf Platz 1 im Bereich Lebensqualität. Auch bei der Energieinfrastruktur, der Integration in die regionalen Handelsblöcke sowie bei der Geringfügigkeit von Umweltproblemen sind die Österreicher Weltspitze. Platz 2 verzeichnet der Alpenstaat bei der Arbeitsmotivation, im Wettbewerbsrecht, und wenn es um den Zugang zu ausländischen Kapitalmärkten, Exportkrediten und -versicherungen geht. Was die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte und die Qualität des Ausbildungssystems betrifft, rangiert der Donaustaat weltweit auf Platz 3.

Laut dem "Economic Freedom of the World"-Report, welcher die Freiheitsgrade aller Volkswirtschaften vergleicht, ist das wirtschaftliche Umfeld Österreichs eines der wettbewerbsfreundlichsten in Europa. Der neuesten Untersuchung des Schweizer Management-Instituts IMD zufolge liegt Österreich bei der Reihung der "wettbewerbsfähigsten Länder" weltweit auf Platz 13 und somit zwei Plätze vor Deutschland.

Im Gegensatz zu Deutschland schnitt die Alpenrepublik bei der PISA-Studie in allen Bereichen über dem OECD-Durchschnitt und am besten im deutschsprachigen Raum ab.

"Für deutsche Unternehmen ist Österreich in jeder Hinsicht eine nahe liegende Alternative. Daher stammen immer mindestens ein Drittel unserer Investitionsprojekte aus Deutschland", weiß René Siegl, Geschäftsführer der österreichischen Betriebsansiedlungsgesellschaft Austrian Business Agency (ABA). Etwa jeder vierte neu geschaffene Arbeitsplatz der von der ABA betreuten Ansiedlungsprojekte entsteht unter deutscher Beteiligung.

Kontakt:

Dr. Maria Hirzinger
Austrian Business Agency
Opernring 3
A-1010 Wien
Tel.: +43-1-588 58-19
Fax: +43-1-586 86 59
E-mail: office@aba.gv.at

Patrick Racky
Fleishman-Hillard Germany
Hanauer Landstr. 182c
D-60314 Frankfurt / Main
Tel.: 069-40 57 02-464
Fax: 069-43 03 73
E-mail: rackyp@fleishman.com

Dr. Maria Hirzinger | Austrian Business Agency

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