Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RUB-Studie zur kommunalen Wirtschaftsförderung

29.06.2000


Was Kommunen für ihre Unternehmen tun können
RUB-Studie untersucht kommunale Wirtschaftsförderung


Was zählt, ist der Gesamtstandort

Die Verbesserung von Einzelfaktoren macht noch keinen guten Wirtschaftsstandort aus - es braucht die Förderung aller Standortfaktoren, das ist die Erkenntnis der Untersuchung "Innovations- und Technologiepolitik als Aufgabe der lokalen Wirtschaftsförderung. Das Beispiel Essen" von Dipl.-Geogr. Frank Osterhoff. Nachdem sich bisherige Forschungen zur Innovations-, Technologie- und Forschungspolitik meist nur mit der Politik auf europäischer, nationaler oder regionaler Ebene beschäftigen und die Handlungsmöglichkeiten der lokalen Ebene außer Acht lassen, widmet sich Osterhoff erstmals der Frage, welchen Beitrag Kommunen als Anbieterinnen eines Standortes zur Erhaltung und Verbesserung der Konkurrenzfähigkeit ihrer Unternehmen leisten können, und entwickelt Vorschläge für ein Handlungskonzept. Die Studie ist als RUFIS-Studie 2/2000 erschienen. Für seine Arbeit wurde er mit dem Wissenschaftspreis der Kreissparkasse Recklinghausen ausgezeichnet.

Essener Experten bewerten Standort

Im allgemeinen Teil seiner Untersuchung kümmert sich Osterhoff zuerst um die Rahmenbedingungen der kommunalen Innovations- und Technologiepolitik: Warum sind Technologie, Forschung und Entwicklung so wichtig geworden? Was sind die Anforderungen an Unternehmensstandorte und deren Handlungskompetenzen? Als Beispiel eines Wirtschaftsstandorts dient die Stadt Essen. Für den empirischen Teil der Arbeit befragte Frank Osterhoff Experten zu innovationsorientierten Maßnahmen, Projekten und Strukturmerkmalen, Standortmerkmalen und Innovationshemmnissen. Besonders interessierte ihn die Rolle der Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft. Auf die Bewertung der Ergebnisse gründen Vorschläge für ein Handlungskonzept.

Einzelne Faktoren genügen nicht

Seine wichtigste Erkenntnis, die für Forschungs- und Entwicklungsunternehmen wie für alle anderen gilt: Maßnahmen, die Einzelfaktoren verbessern, machen noch keinen guten Standort aus, sondern es braucht die Entwicklung eines Gesamtstandortes - die Innovations- und Technologieförderung kann nicht nur ein Teilansatz der Wirtschaftsförderung sein, sondern muss in einen Stadtentwicklungsansatz für den Gesamtstandort integriert werden. Sowohl die allgemein wichtigsten Standortfaktoren wie Verkehr, Arbeitsmarkt und Flächen müssen weiterentwickelt werden, als auch die so genannten weichen Faktoren, die haushaltsnahen Merkmale Wohnen, Umweltqualität, Kultur- Freizeit- und Erholungsmöglichkeiten. Speziell für Forschungs- und Entwicklungsunternehmen wichtige Faktoren sind in Essen Agglomerationseffekte, die sich aus der Nähe zu anderen FuE-Unternehmen und -einrichtungen ergeben.

Ganzheitliches Handlungskonzept kann Essen attraktiver machen

Als Grundlage für eine effektive technologieorientierte Bestandsentwicklung sieht Osterhoff ein Konzept zur Innovations- und Technologieförderung, dass sich auf alle Teilbereiche der Innovations- und Technologiepolitik bezieht. Zu seinen Bestandteilen gehören die Entwicklung der endogenen FuE-Schwerpunkte, die Weiterentwicklung der standort- und innovationsbezogenen Strukturmerkmale und die Verbesserung des Technologietransfers. Die Basis für ein erfolgreiches Konzept ist eine genaue Strukturanalyse des Standorts. Nur so kann man seine Stärken und Schwächen und seine Position im regionalen, nationalen und internationalen Wettbewerb erkennen und analysieren. Darauf abgestimmte Maßnahmen können dann z. B. harte und weiche Standortfaktoren verbessern: Fachbezogene Messen und Kongresse, Weiterentwicklung und Akquisition neuer FuE-Einrichtungen, Anbindung an Einrichtungen außerhalb des Standortes, die Gründung von Aninstituten und die Akquisition von Fördermitteln sind zentrale Handlungsfelder. Auch die Verbesserung des Technologietransfers basiert auf einer Strukturanalyse, die Transferangebot und Transfernachfrage ermittelt.

Plädoyer für regionale Kooperation

Grundsätzlich plädiert Osterhoff dafür, Standorte nicht isoliert, sondern als Teilausschnitte einer Region zu betrachten - funktionsräumliche Beziehungen nehmen keine Rücksicht auf administrative Grenzen. Netzwerke und Kooperationen zwischen Unternehmen, FuE- und Aus- und Weiterbildungseinrichtungen einer Region versprechen Synergieeffekte für die kommunale Bestandsentwicklung.

Bezug über RUFIS

Frank Osterhoff: Innovations- und Technologiepolitik in der kommunalen Wirtschaftsförderung. Das Beispiel Essen. RUFIS-Studie Nr. 2/2000, erhältlich bei RUFIS, Ruhr-Forschungsinstitut für Innovations- und Strukturpolitik e.V., Universitätsstr. 150, Postfach 102148, 44721 Bochum, Tel./Fax: 0234/707716

Weitere Informationen

Dipl.-Geogr. Frank Osterhoff, Hugo-Schultz-Str. 40, 44789 Bochum, Tel. 0234/309575, Email: frank.osterhoff@ruhr-uni-bochum.de

Dr. Josef König |

Weitere Berichte zu: RUB-Studie Wirtschaftsförderung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Rezessionsgefahr nahe null - IMK-Indikator: Deutsche Wirtschaft auf dem Weg in die Hochkonjunktur
16.01.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Mit Schwung ins neue Jahr
28.12.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

Registrierung offen für Open Science Conference 2018 in Berlin

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Ein „intelligentes Fieberthermometer“ für Mikrochips

16.01.2018 | Informationstechnologie

Diagnostik der Zukunft - Europäisches Projekt zur Erforschung seltener Krankheiten startet

16.01.2018 | Förderungen Preise

Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

16.01.2018 | Biowissenschaften Chemie