Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Strukturwandel - was kann man von Jenoptik lernen?"

10.07.2000


Dr. Lothar Späth, Chef der Jenoptik AG, und NRW-Wirtschaftminister Ernst Schwanhold zu Besuch am Institut Arbeit und Technik

Wie man mit Phantasie und unorthodoxen Methoden ein vom Konkurs bedrohtes Unternehmen zum international erfolgreich operierenden Technologiekonzern umstrukturieren, Tausende von Arbeitsplätzen retten und in einer Ostregion prosperierende Wirtschaftsstrukturen schaffen kann, zeigte jetzt Dr. Lothar Späth, Vorstandsvorsitzender der Jenoptik AG, in einem Gastvortrag am Institut Arbeit und Technik (IAT/Gelsenkirchen) auf. Strukturwandel und Globalisierung waren die Themen der Diskussionsveranstaltung mit Führungskräften und Experten aus Wirtschaft, Arbeit, Politik und Wissenschaft, zu der IAT-Präsident Prof. Dr. Franz Lehner auch den "neuen" Minister für Wirtschaft, Mittelstand, Technologie und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Ernst Schwanhold, begrüßen konnte.

Als Späth 1991 nach Jena gerufen wurde, stand das nach der Wiedervereinigung von der Treuhandanstalt übernommene Unternehmen mit 27 000 Beschäftigten in 12 Betrieben kurz vor dem Konkurs. 16 000 Arbeitsplätze mussten abgebaut werden und bis 1993 machte das Unternehmen noch 2,5 Milliarden DM Verlust. Ab 1996 gab es erste Gewinne, 1998 ging die Jenoptik AG an die Börse. Jena, wo der Mechaniker Carl Zeiss vor mehr als 150 Jahren seine feinmechanische Werkstatt eröffnete, ist heute Sitz einer Holding, deren weltweit über 100 mittelständische Gesellschaften hauptsächlich in den Bereichen Reinraumtechnik für die Mikrochip-Fabrikation, Optoelektronik und Lasertechnik sowie Risikokapitalmanagement tätig sind.

Das Beispiel der Technologieregion Jena zeigt, dass der Zwang zum Neuanfang viel mehr Chancen für den Strukturwandel eröffnet, als der Versuch, auf alten Strukturen - wie im Ruhrgebiet - neu aufzubauen. Zwei Ratschläge gab Späth: Auf der Suche nach neuen Produkten und Märkten "versuche nie Dinge zu machen, die andere besser können!" und "frage den Markt, was gebraucht wird!". Die deutsche Industrie gehe zu produktbezogen in die Globalisierung, mehr Markt- und Kundenorientierung müsse beispielsweise von den USA gelernt werden.

NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold betonte gleichfalls die Notwendigkeit von mehr Marktorientierung, die die Industrie unabhängig von der Ausgangssituation des Standortes entwickeln müsse. Bei der neuen Offensive für den Strukturwandel im Ruhrgebiet gehe es darum, zunächst die Kernkompetenzen für die Zukunft zu bestimmen und zu überlegen, wie sie sich in der vorhandenen Industriestruktur realisieren lassen. Schlüsselkompetenzen für die Zukunft sieht er vor allem in den Bereichen Gentechnologie, Information und Kommunikation, Lifescience und Wellness sowie Logistik. Globalisierung und Informationsgesellschaft sind aber nicht nur Herausforderungen für die Wirtschaft, hob Schwanhold hervor. "Auch die politischen und gesellschaftlichen Instrumente müssen neu definiert werden, wenn man z.B. dem Ziel "Gerechtigkeit" in einer Gesellschaft völlig unterschiedlicher Geschwindigkeiten Geltung verschaffen will."

Für weitere Fragen steht Ihnen zur Verfügung:

Claudia Braczko

Tel.: 0209/1707-176

Claudia Braczko |

Weitere Berichte zu: Globalisierung Konkurs Strukturwandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wie Blockchain die Finanzwelt verändert
28.09.2016 | HHL Leipzig Graduate School of Management

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: weiterhin positiver Ausblick
27.09.2016 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: First-Ever 3D Printed Excavator Project Advances Large-Scale Additive Manufacturing R&D

Heavy construction machinery is the focus of Oak Ridge National Laboratory’s latest advance in additive manufacturing research. With industry partners and university students, ORNL researchers are designing and producing the world’s first 3D printed excavator, a prototype that will leverage large-scale AM technologies and explore the feasibility of printing with metal alloys.

Increasing the size and speed of metal-based 3D printing techniques, using low-cost alloys like steel and aluminum, could create new industrial applications...

Im Focus: Zielsichere Roboter im Mikromaßstab

Dank einer halbseitigen Beschichtung mit Kohlenstoff lassen sich Mikroschwimmer durch Licht antreiben und steuern

Manche Bakterien zieht es zum Licht, andere in die Dunkelheit. Den einen ermöglicht dieses phototaktische Verhalten, die Sonnenenergie möglichst effizient für...

Im Focus: Experimentalphysik - Protonenstrahlung nach explosiver Vorarbeit

LMU-Physiker haben mit Nanopartikeln und Laserlicht Protonenstrahlung produziert. Sie könnte künftig neue Wege in der Strahlungsmedizin eröffnen und bei der Tumorbekämpfung helfen.

Stark gebündeltes Licht entwickelt eine enorme Kraft. Ein Team um Professor Jörg Schreiber vom Lehrstuhl für Experimentalphysik - Medizinische Physik der LMU...

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungen

Einzug von Industrie 4.0 und Digitalisierung im Südwesten - Innovationstag der SmartFactoryKL

30.09.2016 | Veranstaltungen

"Physics of Cancer" - Forscher diskutieren über biomechanische Eigenschaften von Krebszellen

30.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Smart Glasses Experience Day

30.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Materialkompetenz für den Leichtbau: Fraunhofer IMWS präsentiert neue Lösungen auf der K-Messe

30.09.2016 | Messenachrichten

Vom Rollstuhl auf das Liegerad – Mit Funktioneller Elektrostimulation zum Cybathlon

30.09.2016 | Energie und Elektrotechnik