Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Foresight-Kongress in Brüssel: Meilenstein auf dem Weg in eine interregionale Technikvorausschau

27.09.2002


Europäische Forschungsstätten, die den technischen Wandel und seine wirtschaftlichen und sozialen Chancen und Risiken im regionalen Maßstab untersuchen (sog. Foresight betreiben), sollen in Europa künftig enger zusammenarbeiten. Zu diesem Zweck hat die EU Kommission eine Initiative zu einem Netzwerk der regionalen Technikforschungsinstitute in Europa aufgegriffen, die von der TA-Akademie bei einem zweitägigen Kongress in Brüssel am 24. und 25. September vorgestellt wurde. (www.regional-foresight.de)*



"Technische Vorausschau ist kein Kaffeesatz-Lesen, sondern vermittelt den Entscheidungsträgern Orientierungshilfe zur Interpretation von technischen Entwicklungen und deren möglichen Marktchancen", so Prof. Ortwin Renn, Leitender Direktor der TA-Akademie. Technische Vorausschau habe nur dann eine Chance, auf die Technikentwicklung aktiv Einfluss zu nehmen, wenn ein breiter Dialog mit all denjenigen zustande komme, die als Entwickler, Nutzer oder Regulierer Mitgestalter des technischen Wandels seien. Gerade hier liege jedoch auf europäischer Ebene noch einiges im Argen, weshalb die EU im Rahmen ihres 6. Rahmenforschungsprogramms verstärkt die Netzwerkbildung unter den regionalen Technikforschungsinstituten fördern will.

... mehr zu:
»Technikvorausschau


"Wichtige Akteure sind auf EU-Ebene nur wenig vernetzt, europäische Zuständigkeiten und Entscheidungen werden bei nationalen und regionalen Vorausschaustudien nicht systematisch berücksichtigt", beklagte auch Sir Albert Bore, Präsident des Ausschusses der Regionen in Brüssel und Vorsitzender der "Advance West Midlands", der erfolgreichen englischen Foresight-Initiative zur Klein- und Mittelindustrieförderung.

Um diesem Missstand abzuhelfen, wurden auf dem Kongress, der unter dem Titel "Europe’s Regions Shaping the Future - the Role of Foresight" von der TA-Akademie gemeinsam mit der EU organisiert wurde, die ersten konkreten Schritte zu einem regionalen Foresight-Netzwerk unternommen. Ziel ist es, den Regionen Informationen über Entwicklungspotenziale ihrer Region zur Verfügung zu stellen und die wichtigen Entscheidungsträger an einen Tisch zu bekommen. Die rund 260 Besucher aus allen Ländern Europas sowie Beobachter aus Übersee waren sich weitgehend darin einig, dass Foresight als Instrument für eine erfolgreiche Bewertung des Zukunftspotentials neuer technischer Entwicklungen die Strukturprobleme der ungleichgewichtigen Entwicklung von Regionen in Europa erfolgreich angehen kann. Besonders in den neuen Beitrittsländern sei Foresight ein wichtiges Mittel, um den Transformationsprozess in die moderne Wissensgesellschaft möglichst zügig voranzutreiben.

Wie läuft ein Foresight-Projekt ab? Experten aus Wissenschaft und Praxis werden im Rahmen der Technikvorausschau nach ihren Einschätzungen von Zukunftsmärkten und Risiken befragt, und diese Einzelmeinungen dann zu einem Gesamtbild zusammengesetzt, etwa auf Basis von wissenschaftlichen Konsensus-Konferenzen, der Delphi-Methode und der Entwicklung von Szenarien in Arbeitsgruppen und Workshops. "Durch den Austausch von Informationen können für gemeinsame Problemstellungen unterschiedliche Lösungsansätze verglichen und die beste Lösung ermittelt werden", so Dr. Karl Epple, Amtschef des baden-württembergischen Wirtschaftsministeriums. Epple lobte die Arbeiten der TA-Akademie im Rahmen des Viermotoren-Vorausschau-Projektes der EU mit den baden-württembergischen Partnerregionen Katalonien, Lombardei und Rhône-Alpes, in dem erstmals über mehrere EU-Regionen hinweg erfolgreich regionale Technikvorausschau erprobt worden ist. * "Die endgültige Umwandlung von Wissen in wirtschaftlich relevante Aktivitäten muss auf regionaler Ebene stattfinden", ergänzte Dr. Gerhard Fuchs, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TA-Akademie. Die globale Wettbewerbsfähigkeit hänge zunehmend von einer aktiven Suche und Entwicklung regionaler Stärken ab, die regional und global vermarktet werden müssten.

Ansprechpartner: Gerhard Fuchs, Tel: 0711/ 9063-199
gerhard.fuchs@ta-akademie.de

*Agnes Pechmann, Gerhard Fuchs: Four Motors Foresight Baden-Württemberg. Ein regionales Foresight-Projekt für die Branchen Biotechnologie und Multimedia. Arbeitsbericht der TA-Akademie, Nr. 215, März 2002.

Bestellbar unter Fax-Nr. 0711/9063-299 oder als download im Internet unter www.ta-akademie

Dr. Birgit Spaeth | idw
Weitere Informationen:
http://www.regional-foresight.de
http://www.ta-akademie.de

Weitere Berichte zu: Technikvorausschau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index dreht wieder leicht ins Plus
23.05.2018 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: GRACE Follow-On erfolgreich gestartet: Das Satelliten-Tandem dokumentiert den globalen Wandel

Die Satellitenmission GRACE-FO ist gestartet. Am 22. Mai um 21.47 Uhr (MESZ) hoben die beiden Satelliten des GFZ und der NASA an Bord einer Falcon-9-Rakete von der Vandenberg Air Force Base (Kalifornien) ab und wurden in eine polare Umlaufbahn gebracht. Dort nehmen sie in den kommenden Monaten ihre endgültige Position ein. Die NASA meldete 30 Minuten später, dass der Kontakt zu den Satelliten in ihrem Zielorbit erfolgreich hergestellt wurde. GRACE Follow-On wird das Erdschwerefeld und dessen räumliche und zeitliche Variationen sehr genau vermessen. Sie ermöglicht damit präzise Aussagen zum globalen Wandel, insbesondere zu Änderungen im Wasserhaushalt, etwa dem Verlust von Eismassen.

Potsdam, 22. Mai 2018: Die deutsch-amerikanische Satellitenmission GRACE-FO (Gravity Recovery And Climate Experiment Follow On) ist erfolgreich gestartet. Am...

Im Focus: Faserlaser mit einstellbarer Wellenlänge

Faserlaser sind ein effizientes und robustes Werkzeug zum Schweißen und Schneiden von Metallen beispielsweise in der Automobilindustrie. Systeme bei denen die Wellenlänge des Laserlichts flexibel einstellbar ist, sind für spektroskopische Anwendungen und die Medizintechnik interessant. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) haben, im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts „FlexTune“, ein neues Abstimmkonzept realisiert, das erstmals verschiedene Emissionswellenlängen voneinander unabhängig und zeitlich synchron erzeugt.

Faserlaser bieten im Vergleich zu herkömmlichen Lasern eine höhere Strahlqualität und Energieeffizienz. Integriert in einen vollständig faserbasierten...

Im Focus: LZH zeigt Lasermaterialbearbeitung von morgen auf der LASYS 2018

Auf der LASYS 2018 zeigt das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) vom 5. bis zum 7. Juni Prozesse für die Lasermaterialbearbeitung von morgen in Halle 4 an Stand 4E75. Mit gesprengten Bombenhüllen präsentiert das LZH in Stuttgart zudem erste Ergebnisse aus einem Forschungsprojekt zur zivilen Sicherheit.

Auf der diesjährigen LASYS stellt das LZH lichtbasierte Prozesse wie Schneiden, Schweißen, Abtragen und Strukturieren sowie die additive Fertigung für Metalle,...

Im Focus: Achema 2018: Neues Kamerasystem überwacht Destillation und hilft beim Energiesparen

Um chemische Gemische in ihre Einzelbestandteile aufzutrennen, ist in der Industrie die energieaufwendige Destillation gängig, etwa bei der Raffinerie von Rohöl. Forscher der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) entwickeln ein Kamerasystem, das diesen Prozess überwacht. Dabei misst es, ob es zu einer starken Tropfenbildung kommt, was sich negativ auf die Trennung der Komponenten auswirken kann. Die Technik könnte hier künftig automatisch gegensteuern, wenn sich Messwerte ändern. So ließe sich auch Energie einsparen. Auf der Prozesstechnik-Messe Achema in Frankfurt stellen sie die Technik vom 11. bis 15. Juni am Forschungsstand des Landes Rheinland-Pfalz (Halle 9.2, Stand A86a) vor.

Bei der Destillation werden Flüssigkeiten durch Verdampfen und darauffolgende Kondensation des Dampfes in ihre Bestandteile getrennt. Ein bekanntes Beispiel...

Im Focus: Vielseitige Nanokugeln: Forscher bauen künstliche Zellkompartimente als molekulare Werkstatt

Wie verleiht man Zellen neue Eigenschaften ohne ihren Stoffwechsel zu behindern? Ein Team der Technischen Universität München (TUM) und des Helmholtz Zentrums München veränderte Säugetierzellen so, dass sie künstliche Kompartimente bildeten, in denen räumlich abgesondert Reaktionen ablaufen konnten. Diese machten die Zellen tief im Gewebe sichtbar und mittels magnetischer Felder manipulierbar.

Prof. Gil Westmeyer, Professor für Molekulare Bildgebung an der TUM und Leiter einer Forschungsgruppe am Helmholtz Zentrum München, und sein Team haben dies...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

22. Business Forum Qualität: Vom Smart Device bis zum Digital Twin

22.05.2018 | Veranstaltungen

48V im Fokus!

21.05.2018 | Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Rotierende Rugbybälle unter den massereichsten Galaxien

23.05.2018 | Physik Astronomie

Invasive Quallen: Strömungen als Ausbreitungsmotor

23.05.2018 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Matrix-Theorie als Ursprung von Raumzeit und Kosmologie

23.05.2018 | Physik Astronomie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics