Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nachhaltigkeit lohnt sich also doch!

24.09.2002


dknw-Umfrage zeigt Zurückhaltung der Firmen beim Nachhaltigen Wirtschaften / Ergebnisse vom Kongress "Nachhaltiges Wirtschaften" 24./25.September



Unternehmen, die nachhaltig Wirtschaften stehen im Wettbewerb besser da als solche, die sich passiv gegenüber den Themen Umweltschutz und Ressourcenschonung verhalten. Das ist ein Ergebnis einer repräsentativen Umfrage in 5788 Unternehmen, die das Verbundprojekt Ökoradar zusammen mit dem Münchener ifo-Institut heute auf dem Kongress "Nachhaltiges Wirtschaften in Deutschland" an der Universität Witten/Herdecke vorlegte. Circa 41% der "Nachhaltigen Unternehmen" gaben an, ihre Situation gegenüber der Konkurrenz habe sich in den vergangenen zwei Jahren verbessert. Anders die Unternehmen, die sich nicht nachhaltig engagieren: Nur etwa 18% schätzten ihre Wettbewerbsposition besser ein als vor zwei Jahren.

... mehr zu:
»Kompetenzzentrum


Wollen? Ja! Machen? Nein!

Dabei ist die abstrakte Einsicht bei den Unternehmen durchaus weit verbreitet: 58% sehen eine steigende Bedeutung für Nachhaltiges Wirtschaften. Aber an der Umsetzung hapert es: Fast dieselbe Mehrheit (56,9%) verhält sich selbst zunächst passiv. Als Gründe für die Zurückhaltung werden mangelnde Kostenvorteile, Umsetzungsprobleme, mangelndes Bewußtsein bei Verbrauchern und unzureichende staatliche Zielvorgaben genannt.

"In Deutschen Betrieben scheint immer noch die ökonomische Nachhaltigkeit, also die Wettbewerbsfähigkeit, die größte Rolle zu spielen. Gerade die kleinen und mittleren Unternehmen geben an, nicht die Mittel und das Personal zu haben, um sich um Nachhaltiges Wirtschaften kümmern zu können", fasst Prof. Dr. Werner F. Schulz vom Deutschen Kompetenzzentrum für Nachhaltiges Wirtschaften an der Universität Witten/Herdecke die Ergebnisse zusammen. "Je größer ein Unternehmen ist, desto eher ist es bereit, Umweltschutz in seine Managementsysteme zu übernehmen.", so Dr. Carlo Burschel vom dknw.

Soziale Nachhaltigkeit noch weitgehend unberücksichtigt

Neben der ökologischen Nachhaltigkeit fiel der Blick der Forscher auch auf die Soziale Nachhaltigkeit: Selbstverpflichtungen zu Gleichberechtigung, Verbot von Kinderarbeit oder Mindestlöhne werden bei der Beschaffung von Rohstoffen und Vorprodukten vorwiegend in größeren Firmen formalisiert. Bei kleineren Unternehmen sind soziale Aspekt grundsätzlich ein integralerer Bestandteil der Unternehmenskultur. In der Wertschätzung der Betriebe liegt dieses Kriterium aber offenbar noch unter der ökologischen Nachhaltigkeit.

Treibhausgas CO2 : Da müssen die anderen ran

Ganze 8,3% der Befragten sehen Möglichkeiten im eigenen Unternehmen den Ausstoß des Treibhausgases zu verringern, aber 55,3% sehen Chancen dazu bei anderen Deutschen Firmen und 36,4% nur im Ausland. Ähnliche Ansichten, nur weniger ausgeprägt, gelten für Luft und Abwasser. Nur in den Bereichen Abfall und Ressourcen sehen die Unternehmen noch Entlastungspotential im eigenen Betrieb.

Handlungsempfehlungen

"Wenn wir zu einer Form des Wirtschaftens kommen wollen, die nicht mehr auf Kosten der kommenden Generationen geht, dann brauchen wir überhaupt erst einmal einen geeigneten Maßstab für die wirtschaftliche Entwicklung", forderte Prof. Dr. Werner F. Schulz am Rande der Tagung. Bisher sei das Bruttosozialprodukt und der Bericht der fünf Weisen der Maßstab für Fortschritt. Nötig sei aber, so Schulz, ein Nachhaltigkeitsbericht, der neben den ökonomischen auch die ökologischen und sozialen Kosten des Wirtschaftens mit berücksichtigt. Schulz plädierte dafür, die bestehenden Umweltmanagementsysteme wie EMAS oder ISO 14000 durch Berichtsysteme zu ergänzen, die die Betriebe erst einmal in die Lage versetzen, ihre Betriebspraxis umweltschonend umzubauen und die soziale Dimension der Nachhaltigkeit stärker zu erkennen.

Weitere Informationen und Anforderung der Kurzzusammenfassung der Studie: Deutsches Kompetenzzentrum für Nachhaltiges Wirtschaften (dknw) Tel.: 02302 / 926-505
dknw@uni-wh.de


Christiane Bensch | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de/dknw

Weitere Berichte zu: Kompetenzzentrum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise