Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Anfrageoptimierung in Data-Warehouse-Systemen: Summendaten zur Selbstbedienung

04.01.2001


Um Analysen vornehmen zu können, wie sie für einen Überblick der Entwicklung von Verkaufszahlen, für ein Urteil über den Erfolg von Marketingstrategien oder die Abschätzung von Trends erforderlich sind, ist es nicht nötig, alle Einzeldaten heranzuziehen. So ist beispielsweise nicht der Verkauf eines CD-Players zu einem konkreten Datum in einem bestimmten Laden von Interesse, sondern Informationen, in denen sich Kennzahlen zu solchen Verkäufen verdichtet wiederfinden. Am Lehrstuhl fürDatenbanksysteme der Universität Erlangen-Nürnberg wird daran gearbeitet, die Vorberechnung derartiger Summendaten oder Aggregate so zu gestalten, dasssie den Ansprüchen für analytische Auswertungen optimal entsprechen. Die deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ein Projekt von Prof. Dr. Hartmut Wedekind und Dipl.-Inf. Andreas Bauer mit dem Thema "Anfrageoptimierung in Data-Warehouse-Systemen durch inhaltsbasierteAggregationen" zum Oktober 2000 genehmigt.

Als Data Warehouse wird eine Datenbank bezeichnet, die heterogene Daten aus verschiedenen Quellen in einer eigenen, homogenen, in sich stimmigen und in zeitlicher Abfolge geordneten Datenbasis zur Verfügung stellt. In diesem "Warenhaus" sind einlaufende Daten nicht einfach aufgestapelt; sie werden in eine Struktur gebracht, die es ermöglicht, auf gezielte Anfragen mit unterschiedlicher Thematik Antwort zu bekommen. Das Data-Warehouse-System enthält alle Komponenten, die für "Online AnalyticalProcessing" (abgekürzt OLAP) erforderlich sind; es wählt Daten aus und bereitet sie einheitlich auf, fügt neue Daten hinzu, ohne die vorhergehenden Bestände zu verlieren, lässt Vergleiche, unterschiedliche Verknüpfungen und Gruppierungen zu und sorgt für die grafische Darstellung der Ergebnisse.


Inhaltsbasierte Aggregationen

Am Erlanger Lehrstuhl für Datenbanksysteme existiert seit 1994 eine Data Warehouse-Forschungsgruppe, die mehrere Industrie- und Forschungsprojekte durchgeführt hat. In einem vorhergehenden DFG-Projekt zur "Darstellung und kostenoptimierte Verarbeitung komplexer Tabellen in statistischen Datenbanksystemen" hat dieses Team unter anderem ein Verfahren zur Anfrageoptimierung erstellt, das nun aufgegriffen und weiterentwickelt wird. Mittels inhaltsbasierter Aggregationen soll eine neue Methode zur Anfrageoptimierung in Data-Warehouse-Systemen entstehen, die industriell eingesetzt werden kann.

Online Analytical Processing wird angewendet, um aussagekräftige Kennzahlen - im konkreten Fall zur Charakterisierung eines Marktes - aus einer Rohdatenbasis zu ermitteln, die in der Regel sehr groß ist. Täglich kann ein Datenvolumen anfallen, das ein bis zwei Milliarden Schreibmaschinenseiten entspricht. Damit bei Anfragen, die eine Aggregation verlangen, keine unzumutbaren Wartezeiten entstehen, müssen (Zwischen-)Ergebnisse vorberechnet werden.

Aus der Analyse des Benutzerverhaltens und der Datenstruktur soll in dem Forschungsprojekt eine möglichst kostenoptimale Menge von Aggregaten zur Vorberechnung ausgewählt werden, wobei durch eine Beschränkung auf die Speicherung der nutzbringenden Datenbereiche (partitionierte Materialisierung) Hot Spots in den von den Anfragen betroffenen Daten berücksichtigt werden. Anfragen unter Verwendung der Aggregate sollen zudem auf effiziente und transparente Weise ausführbar sein. Darüber hinaus muss es möglich sein, die Aggregate zu aktualisieren, ohne dass die Arbeit eines Anwenders beeinträchtigt wird, der zu gleicher Zeit Analysen vornimmt. Aus der Sicht dieses Benutzers soll der Datenbestand während eines Analysevorgangs stabil bleiben; neu hinzukommende Anwender dagegen haben schon Zugriff auf die "aufgefrischten" Daten aus einem veränderten Rohdatenbestand.

... mehr zu:
»Aggregat »Anfrageoptimierung

Grundlagen- und praxisorientiert

Seit Mai 1999 kooperiert der Lehrstuhl im Data Warehouse-Bereich mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) - Marketing Services in Nürnberg. Als Dienstleister der Konsumgüterindustrie erfasst die GfK Handelsdaten und stellt ihren Kunden die aufbereiteten Informationen in verschiedenen Berichtsformen zu. Dieser Partner gibt für das neue Projekt die spezifischen Anforderungen vor, die bei der Anfrageoptimierung zu erfüllen sind, und testet die Forschungsergebnisse. Der vorgesehene Technologietransfer garantiert, dass das als Grundlagenforschung geplante Vorhaben gleichzeitig anwendungsorientiert bleibt.

Die Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft umfasst eine auf zwei Jahre befristete Stelle für einen wissenschaftlichen Mitarbeiter nach BAT IIa sowie zwei studentische Hilfskräfte, je 19h/Woche.

* Kontakt:
Prof. Dr. Hartmut Wedekind, Dipl.-Inf. Andreas Bauer
Lehrstuhl für Datenbanksysteme, Martensstraße 3, 91058 Erlangen


Tel.: 09131/85 -27892, -27901, Fax: 09131/85 -28854
E-Mail:hartmut.wedekind@informatik.uni-erlangen.de
andreas.bauer@informatik.uni-erlangen.de

Gertraud Pickel | idw

Weitere Berichte zu: Aggregat Anfrageoptimierung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr steigt nur geringfügig
14.02.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Früherkennung von Innovationsfeldern
09.02.2017 | Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel

20.02.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz