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Börsen-Bericht: Aktienbörsen im Bann des 11. September

13.09.2002

Die internationalen Aktienmärkte standen in dieser Woche ganz im Zeichen des Jahrestags der Attentate von New York und Washington sowie der Rede des US-Präsidenten vor den Vereinten Nationen, in der er die Option einer militärischen Intervention im Irak bekräftigte. Zusätzliche Nahrung erhielt die nervöse Stimmung von teilweise enttäuschenden Unternehmensmeldungen. Zwar fielen in den USA die Zahlen des Chipherstellers Intel besser aus als erwartet, doch waren die Prognosen einiger Konkurrenten umso schwächer. So rechnet die niederländische Philips mit deutlich schwächeren Chip-Umsätzen im 3. Quartal, sieht allerdings für das 4. Quartal eine Besserung. Das Beispiel Philips zeigt gleichzeitig, dass die fundamentale Bewertung europäischer Aktien im Durchschnitt deutlich unter der Bewertung amerikanischer Titel liegt. Entsprechend besser scheinen die Anlagechancen in Europa und in Asien. Freilich brauchen Anleger auch hier gute Nerven und vor allem Ausdauer. Es empfiehlt sich deshalb eine unverändert defensive Ausrichtung der individuellen Anlagepolitik. Unter den Einzelwerten hält die Commerzbank- bei anhaltend hoher Volatilität - insbesondere Siemens und Bayer für aussichtsreich.

Der Termin 11. September sorgte auch an den Rentenmärkten für Verunsicherung. Ein anderes wichtiges Datum war die Sitzung der Europäischen Zentralbank, die erwartungsgemäß mit einer Bestätigung der geltenden Leitzinsen endete. Einige Zinsoptimisten zeigten sich davon allerdings enttäuscht mit der Folge nachgebender Kurse bei kurzen Laufzeiten, die zuvor von der Zinssenkungsspekulation noch profitiert hatten. Dagegen blieben lang laufende Papiere als sicherer Anlagehafen gefragt. Private Anleger sollten weiterhin den Bereich drei- bis fünfjähriger Titel bevorzugen. Bei Unternehmensanleihen mit gutem Rating von mindestens A können auch längere Laufzeiten beigemischt werden.

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