Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Internationale Konjunktur: Mit vermindertem Tempo aufwärts

19.12.2000


... mehr zu:
»BIP »Industrieland »Welthandel
Im abgelaufenen Jahr wuchs die Weltwirtschaft ausgesprochen dynamisch: Das BIP der Industrieländer stieg im Jahresdurchschnitt um 3,8 %, der (reale) Welthandel um etwa 15 % - so kräftig wie nie zuvor in den letzten
Jahrzehnten. Inzwischen ist allerdings eine Verlangsamung eingetreten, gleichwohl bleibt die Entwicklung auch 2001 und 2002 aufwärtsgerichtet. Das reale BIP in den Industrieländern wird um 2,7 % bzw. 2,8 % zunehmen, der Welthandel um 10 % bzw. 8 %.
In Europa wurde die Abflachung im Wesentlichen durch die gestiegenen Rohölpreise und die damit verbundenen Kaufkrafteinbußen ausgelöst. Im neuen Jahr wird der private Verbrauch aber gestärkt. Nahezu alle westeuropäischen Ländern entlasten ihre Bürger von Steuern und Abgaben. Da auch die Ölpreise nun wieder sinken, wird die Binnennachfrage in Europa deutlich kräftiger. Dies gleicht das Nachlassen der Außenwirtschaft, die die Expansion bisher wesentlich stützte, weitgehend aus. Das Wachstum wird so nur wenig nachlassen, in den EWU-Ländern von 3,5 % im Jahr 2000 auf 3,1 % 2001 und 2,9 % 2002, im übrigen Westeuropa in ähnlichem Ausmaß.
In den Vereinigten Staaten hat sich die Konjunktur in der zweiten Hälfte 2000 merklich abgekühlt. Allerdings gehen wir von einer sanften Landung aus. Sollte es zu einer kräftigeren Abwärtsbewegung kommen, hätte die Wirtschaftspolitik dem Einiges entgegen zu setzen: Die Inflation ist niedrig, so dass die Notenbank durch Zinssenkungen stimulieren könnte, und die hohen Überschüsse in den öffentlichen Haushalten gewähren Spielräume für Steuersenkungen und Ausgabenerhöhungen.
Das weltwirtschaftliche Umfeld bleibt günstig. In den Schwellenländern ermäßigen sich zwar die Zuwachsraten inzwischen; sie expandieren aber nach wie vor kräftig. Der Rückgang des Wachstums ist eher zyklisch bedingt, als Folge der Überwindung der Krisen von 1997/98. In den Reformländern Mittel- und Osteuropas setzt sich günstige Entwicklung des abgelaufenen Jahres fort. In Russland stabilisiert sich die Lage weiter. - Die japanische Wirtschaft kommt weiterhin nur wenig vom Fleck.
Allerdings haben sich die Risiken vergrößert. Die Vereinigten Staaten sind in einer Phase der Wachstumsverlangsamung erfahrungsgemäß anfällig; schon relativ geringe Störungen können zu einer erheblichen Verunsicherung von Verbrauchern und Investoren führen. Dies würde zunächst vor allem auf die Schwellenländer übergreifen und dann auch die Exporte Europas stärker dämpfen, zumal bei einer ausgeprägten Abkühlung in den USA der Dollar auch kräftiger gegenüber dem Euro abwerten würde.

Ihre Ansprechpartner dazu:
Dr. Roland Döhrn, Tel.: (0201) 8149-262
Hiltrud Nehls, Tel.: (0201) 8149-264
Joachim Schmidt (Pressestelle), Tel.: (0201) 8149-292

Joachim Schmidt | idw

Weitere Berichte zu: BIP Industrieland Welthandel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Fraunhofer-Institute entwickeln zerstörungsfreie Qualitätsprüfung für Hybridgussbauteile

19.01.2017 | Verfahrenstechnologie

Kieler Forscher koordiniert millionenschweres Verbundprojekt in der Entzündungsforschung

19.01.2017 | Förderungen Preise

Neue CRISPR-Methode enthüllt Genregulation einzelner Zellen

19.01.2017 | Biowissenschaften Chemie