Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltbank präsentiert Entwicklungsbericht 2003

23.08.2002


Trübe Aussichten ohne Richtungswechsel von Wirtschaftsweise und Lebensgewohnheiten

Trübe Aussichten für Lebensqualität und Umwelt prophezeit die Weltbank in einem aktuellen Bericht. Im Vorfeld des Weltgipfels in Johannesburg warnen Wirtschaftswissenschaftler, dass es ohne prinzipielle Veränderungen der Wirtschaftsweisen und Lebensgewohnheiten in den nächsten 50 Jahren zu einem Desaster kommen wird. Mitte des Jahrhunderts rechnen die Experten mit einem weltweiten Bruttosozialprodukt von 140 Mrd. Dollar und neun Mrd. Menschen. Schlagen Industrieländer und Entwicklungsländer aber keine neuen Wege ein, bedeutet dies gleichzeitig verbrauchte Ressourcen, mehr Armut, Trinkwasser-Verknappung und enorme Umweltschäden.

Die Herausforderungen sind gewaltig. Das Durchschnittseinkommen der 20 reichsten Staaten beträgt das 37-fache des mittleren Einkommens der 20 ärmsten Länder. Weltweit leben mehr als 1,3 Mrd. Menschen in Problemzonen, die diesem Bevölkerungsdruck nicht gewachsen sind. 2050 sollen bereits zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben. Die Anforderungen an Energie, Wasser und den Wohnbau werden daher enorm sein. Das Management für diese kritischen Ressourcen muss in Zukunft besser organisiert werden. "Das Ziel des Weltgipfels soll es daher sein, weltweite Allianzen zu schließen, in denen Vertreter von Entwicklungsländern, NGOs, Industrienationen und Unternehmen beteiligt sind. Nur durch eine transparente und faire Zusammenarbeit kann versichert werden, dass die Entwicklungsziele ohne weitere Ressourcenverluste bzw. ohne eine Bedrohung durch ein soziales Ungleichgewicht erreicht werden", betonte Johnson.

Die Weltbank appelliert auch an die politischen Verantwortlichen auf dem Weltgipfel. Ein Wirtschaftswachstum sei für das Ziel, die Armut bis zum Jahr 2015 zu halbieren zwar unerlässlich, aber dieses könnte durch eine nicht nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zunichte gemacht werden. "Das Wachstum muss auf eine Art und Weise erfolgen, dass es unsere Zukunft erhält", sagte der Vizepräsident des Netzwerks für nachhaltige Entwicklung der Weltbank Ian Johnson. Es wäre wertlos dieses Ziel zu erreichen, um dann mit nicht funktionierenden Städten, noch knapperen Wasserressourcen bzw. mehr sozialen Konflikten zu kämpfen als es bereits jetzt der Fall ist.

Der Report richtet sich insbesondere an reiche Nationen, die Handelsbarrieren abbauen, wirksame Technologien transferieren und ihre Hilfsleistungen erhöhen sollen. Ein Appell erfolgt auch an Entwicklungsländer. Diese müssten sich verstärkt für den Umweltschutz und die Schaffung einer stabilen Demokratie einsetzen. Ebenso müssten demokratische Institutionen errichtet werden, die sich um die Erhaltung der natürlichen Ressourcen kümmern. Nichtregierungs-Organisationen (NGOs) sollen weiterhin als Sprachrohr der Armen und Benachteiligten arbeiten. Die Aufgabe von Privatfirmen solle unter anderem darin bestehen, für Nachhaltigkeit in ihrer Geschäftstätigkeit zu achten bzw. sollten diese auch Anreize erhalten, um auf umwelt- und sozialverträglichem Weg profitabel sein zu können.

Sandra Standhartinger | pte.online
Weitere Informationen:
http://econ.worldbank.org/wdr

Weitere Berichte zu: Entwicklungsland NGO Ressource Weltgipfel

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index beendet das Jahr 2016 mit Rekordwert
24.01.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mikro-U-Boote für den Magen

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Echoortung - Lernen, den Raum zu hören

24.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

RWI/ISL-Containerumschlag-Index beendet das Jahr 2016 mit Rekordwert

24.01.2017 | Wirtschaft Finanzen