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Weitsicht von Familienunternehmen zahlt sich aus

18.07.2008
Übernahmeversuch von Continental durch das fränkische Familienunternehmen Schaeffler ist für Wittener Wirtschaftswissenschaftler keine Überraschung

Man nennt sie auch die "verkannten Riesen": Familienunternehmen standen über viele Jahre im Schatten der DAX-Konzerne, dabei wird mehr als die Hälfte der deutschen Bruttowertschöpfung in diesen Firmen erbracht, und es sind rund 70 Prozent aller Arbeitsplätze dort angesiedelt.

Dass eigentümergeführte Betriebe durchaus mit DAX-Unternehmen konkurrieren können, zeigt die geplante Übernahme des Reifenherstellers Continental durch das Familienunternehmen Schaeffler. "Im Gegensatz zu börsennotierten Konzernen setzen diese Unternehmen eher auf Kontinuität und eine langfristige Perspektive", sagt Torsten Groth vom Wittener Institut für Familienunternehmen der Universität Witten/Herdecke. "Diese strategische Weitsicht zahlt sich aus. Gewinne bleiben im Unternehmen, kulminieren und stehen dann auch zu solch großen Investitionsvorhaben wie im Fall Continental zur Verfügung."

Für die Wittener Wissenschaftler ist der aktuelle Übernahmeversuch keine Überraschung. Familienunternehmen waren in den vergangenen Jahren außerordentlich erfolgreich. Die großen unter ihnen wie beispielsweise Oetker, Merck oder Haniel haben in den letzten drei bis fünf Jahren im Schnitt mehr Geld verdient als die DAX-Unternehmen und dabei auch noch mehr Arbeitsplätze geschaffen. Anders als bei börsenorientierten Unternehmen können Familienunternehmen nicht von Großinvestoren gezwungen werden, die Gewinne kurzfristig auszuschütten. Die Langfristperspektive der Familienunternehmen betrifft viele Bereiche. So sind in diesen Unternehmen die führenden Mitarbeiter zwei bis drei Mal so lange tätig wie in Aktiengesellschaften - eine Kontinuität, die wiederum dem wirtschaftlichen Erfolg zugute kommt.

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Die Universität Witten/Herdecke hat die Bedeutung familiengeführter Unternehmen früh erkannt. Das Wittener Institut für Familienunternehmen (WIFU) wurde vor zehn Jahren durch eine Anschubfinanzierung der Deutschen Bank AG als deutschlandweit erstes universitäres Kompetenz- und Forschungszentrum für Familienunternehmen gegründet. Das Leistungsspektrum des Instituts ist eng verknüpft mit dem Motto "Ein Institut von Familienunternehmen für Familienunternehmen". Das WIFU hat sich zum Ziel gesetzt, die Chancen und spezifischen Risiken dieser Unternehmensform näher zu beleuchten, einen substanziellen Beitrag in Theoriebildung, Forschung, Lehre und Weiterbildung zu leisten und mit zahlreichen Aktivitäten die Zukunftsfähigkeit der Familienunternehmen zu stärken. Seit 2005 wird das WIFU von Familienunternehmen finanziert und getragen.

Kontakt:
Torsten Groth, 02302/926-541, tgroth@uni-wh.de
Dr. Tom Rüsen, 02302/926-519, tom.ruesen@uni-wh.de

Bernd Frye | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de/wifu

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