Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Der Trend geht zur Projektwirtschaft

08.07.2008
Wittener Wirtschaftswissenschaftler setzt seine Forschungsergebnisse mit der Gründung der Internetplattform "netjobbing.de" in die Praxis um

Im Vergleich zu ihren Kommilitonen an anderen Universitäten und an Business-Schools gründen Wirtschaftsabsolventen der Universität Witten/Herdecke überdurchschnittlich häufig ein eigenes Unternehmen. Die Idee zur Selbstständigkeit entsteht oftmals schon während des Studiums.

Nils Dreyer, der in Witten Ökonomie studierte und hier jetzt seine Doktorarbeit schreibt, hat eine Internetplattform ins Leben gerufen, die Auftraggeber und Experten für Projektarbeiten zusammenführt - von Übersetzungen über Maßnahmen der Werbung und Öffentlichkeitsarbeit bis zur Erstellung von Marktstudien. Das Konzept "netjobbing.de" ist bereits bei hochkarätigen Businessplanwettbewerben prämiert worden. Es antwortet auf eine Entwicklung, die Dreyer den "nächsten Megatrend in der Arbeitswelt" nennt: die Projektwirtschaft.

Projektwirtschaft steht für zeitlich begrenzte und kooperative Wertschöpfungsprozesse. Nils Dreyer beschäftigte sich im Rahmen seiner Forschungstätigkeit am Wittener Institut für Familienunternehmen mit Organisationsstrukturen in Unternehmen. Hierbei hat er ganz genau analysiert, wie Arbeitsprozesse ablaufen und dabei teilweise erschreckende Entdeckungen gemacht: Statt sich um ihren eigentlichen Job zu kümmern, übernehmen insbesondere Führungskräfte häufig Tätigkeiten, für die sie überqualifiziert sind.

"Wenn ein Vertriebsleiter selbst im Internet die Preise seiner Konkurrenten recherchiert, dann läuft etwas Grundlegendes falsch", so Dreyer. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen deutsche Unternehmen viel mehr darauf achten, dass qualifizierte Mitarbeiter von Aufgaben entlastet werden, die nicht zu den primär wertschöpfenden Tätigkeiten gehören, für deren Erledigung sie eigentlich bezahlt werden.

Denn das Wissen ihrer Mitarbeiter ist der entscheidende Wettbewerbsvorteil der deutschen Unternehmen - aber nur wenn es effizient eingesetzt wird, bleiben die Unternehmen auch international konkurrenzfähig.

Statt die Ergebnisse nur in Forschungspapiere einfließen zu lassen, sah Dreyer - geprägt durch das praxisorientierte Wirtschaftsstudium an der Universität Witten/Herdecke - die unternehmerische Chance, die seine Erkenntnisse boten: Wenn Unternehmen zukünftig vermehrt auf Freelancer und externe Experten zugreifen, dann müssen sie diese erst einmal finden.

Diese Aufgabe kann effizienter durch einen Dienstleister gelöst werden, der zielgerichtet passende Experten für Projektarbeiten an Unternehmen vermittelt. Dreyer suchte sich Mitstreiter im Freundeskreis und Anfang des Jahres ging www.netjobbing.de online. Fast 1.000 Personen und Dienstleister haben sich bisher bei netjobbing als Experten beworben.

Jedes einzelne Profil wurde auf seine Tauglichkeit überprüft. Nils Dreyer: "Nur so können wir eine hohe Qualität gewährleisten."

Das netjobbing-Konzept überzeugte auch Startup-Experten. Bei den Businessplanwettbewerben des Bundeswirtschaftsministeriums und der Stadt Bochum erzielte es Spitzenplatzierungen nebst Preisgeldern in einer Gesamthöhe von 20.000 Euro. Die Juroren betonten insbesondere die Zukunftsorientierung und das Entwicklungspotenzial der Idee. Kein Wunder, denn auch die Deutsche Bank geht in Ihren Zukunftsszenarien davon aus, dass die Projektwirtschaft im Jahr 2015 rund 15 Prozent der gesamten Wertschöpfung in Deutschland ausmachen wird - 2007 lag dieser Wert noch bei zwei Prozent. Insofern gibt es für Dreyer und netjobbing noch viel zu tun.

Weitere Informationen:

Dipl.Oec. Nils Dreyer, Tel.: +49 160 7576843, nils.dreyer@netjobbing.de

Bernd Frye | Universität Witten/Herdecke
Weitere Informationen:
http://www.uni-wh.de
http://www.netjobbing.de

Weitere Berichte zu: Businessplanwettbewerb Projektwirtschaft Tätigkeiten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Arbeitslosigkeit sinkt verhaltener
27.07.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index bleibt aufwärts gerichtet
20.07.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Im Focus: Exotic quantum states made from light: Physicists create optical “wells” for a super-photon

Physicists at the University of Bonn have managed to create optical hollows and more complex patterns into which the light of a Bose-Einstein condensate flows. The creation of such highly low-loss structures for light is a prerequisite for complex light circuits, such as for quantum information processing for a new generation of computers. The researchers are now presenting their results in the journal Nature Photonics.

Light particles (photons) occur as tiny, indivisible portions. Many thousands of these light portions can be merged to form a single super-photon if they are...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Event News

Call for Papers – ICNFT 2018, 5th International Conference on New Forming Technology

16.08.2017 | Event News

Sustainability is the business model of tomorrow

04.08.2017 | Event News

Clash of Realities 2017: Registration now open. International Conference at TH Köln

26.07.2017 | Event News

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Filterschutz fürs Gehirn: Weniger Schlaganfälle bei Herzklappenersatz-OP

17.08.2017 | Medizintechnik

Magenkrebs: Auch Bakterien können Auslöser sein

17.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

17.08.2017 | Biowissenschaften Chemie