Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schnell und sicher ins Ausland - Markterschließungs-Methode für Dienstleistungsunternehmen

01.07.2008
Auch in der Dienstleistungsbranche suchen Unternehmen verstärkt nach Absatzmärkten im Ausland. Dabei stehen Firmen vor der Frage, welche Leistungen sie als Standardelemente auch im Ausland einsetzen können und welche verändert werden müssen, um den Rahmenbedingungen des spezifischen Landes gerecht zu werden.

Um diese Entscheidung zu erleichtern, entwickelten Wissenschaftler des Lehrstuhls für Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsmanagement der Universität Stuttgart eine Methode, mit der Dienstleistungsunternehmen Absatzmärkte sowie Beschaffungsmärkte für Material, Personal und Subdienstleistungen effizient miteinander vergleichen können. Mit der Methode lässt sich der Zeitaufwand für die Informationsbeschaffung um bis zu 500 Prozent verringern.

"Choice of Location Methode" (CoLM) heißt das Prozedere, das es Dienstleistungsunternehmen erlaubt, individuell sämtliche relevanten Indikatoren zur Auswahl von Ländermärkten zu erfassen, auszuwerten und zu dokumentieren. Diese systematische Zusammenführung von Indikatoren ermöglicht es Firmen, die Auswahl eines Landes transparent zu begründen. Hierzu ist die Choice of Location Methode in zwei Kategorien unterteilt: Zunächst werden im Rahmen einer Vorauswahl Länder ausgeschlossen, die beispielsweise aufgrund ihres allgemeinen Länderrisikos keinen attraktiven Absatz- beziehungsweise Beschaffungsmarkt aufweisen. Anschaulich gemacht wird der Ausschluss eines Ländermarktes von der weiteren Betrachtung durch eine Ampel. Färbt sich diese rot, so wird der betreffende Ländermarkt keiner weiteren Analyse mehr unterzogen.

Länder, deren Ampel in der Ländervorauswahl gelb oder grün anzeigt, werden einer genaueren Länderanalyse unterzogen. Hierbei wird mit Hilfe von allgemein zugänglichen Informationen ein Indikatorensystem aufgebaut, das eine detaillierte Analyse der betreffenden Absatz- und Beschaffungsmärkte zulässt. Die Vergleichbarkeit der einzelnen Indikatoren untereinander wird durch die Umrechnung der Indikatoren in eine einheitliche CoLM-Skala gewährleistet. Da ein Unternehmen die Gewichtung der einzelnen Indikatoren in Abhängigkeit von ihrer spezifischen Bedeutung frei variieren kann, haben die Analyseergebnisse eine hohe unternehmensindividuelle Aussagekraft.

Getestet wurde die CoLM bei Dienstleistungsunternehmen aus der Call Center Branche und aus dem Bereich der Technischen Dienstleistungen. Besonders im Call Center Bereich hat sich die Methode als sehr effizient, systematisch und effektiv erwiesen. Alle Testfirmen setzen die Methode nach wie vor erfolgreich in der täglichen Unternehmenspraxis ein. Die Methode wurde im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojektes MARIS entwickelt. MARIS ist ein Forschungskonsortium aus Wissenschaft und Unternehmenspraxis, bestehend aus Mitarbeitern der Universitäten Stuttgart, der TU München, Bochum und Erfurt sowie Unternehmenspartnern aus den Bereichen IT-Dienstleistung, Gebäudemanagement, Prüf- und Zertifizierdienstleistungen, Technische Dienstleistungen sowie Verwertungspartnern.

Ansprechpartner: Ute Reuter, Lehrstuhls für Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsmanagement,

Tel. 0711/685-83148, e-mail: ute.reuter@bwi.uni-stuttgart.de, http://www.bwi.uni-stuttgart.de/maris, http://www.service-engineering.info/maris

Ursula Zitzler | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-stuttgart.de/
http://www.bwi.uni-stuttgart.de/maris, http://www.service-engineering.info/maris

Weitere Berichte zu: Dienstleistungsunternehmen

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Indikator: Konjunkturampel schaltet von „gelb“ auf „grün“
16.05.2018 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Ergebnisse der IAB-Stellenerhebung für das erste Quartal 2018
30.04.2018 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

Passt eine ultrakalte Wolke aus zehntausenden Rubidium-Atomen in ein einzelnes Riesenatom? Forscherinnen und Forschern am 5. Physikalischen Institut der Universität Stuttgart ist dies erstmals gelungen. Sie zeigten einen ganz neuen Ansatz, die Wechselwirkung von geladenen Kernen mit neutralen Atomen bei weitaus niedrigeren Temperaturen zu untersuchen, als es bisher möglich war. Dies könnte einen wichtigen Schritt darstellen, um in Zukunft quantenmechanische Effekte in der Atom-Ion Wechselwirkung zu studieren. Das renommierte Fachjournal Physical Review Letters und das populärwissenschaftliche Begleitjournal Physics berichteten darüber.*)

In dem Experiment regten die Forscherinnen und Forscher ein Elektron eines einzelnen Atoms in einem Bose-Einstein-Kondensat mit Laserstrahlen in einen riesigen...

Im Focus: Algorithmen für die Leberchirurgie – weltweit sicherer operieren

Die Leber durchlaufen vier komplex verwobene Gefäßsysteme. Die chirurgische Entfernung von Tumoren ist daher oft eine schwierige Aufgabe. Das Fraunhofer-Institut für Bildgestützte Medizin MEVIS hat Algorithmen entwickelt, die die Bilddaten von Patienten analysieren und chirurgische Risiken berechnen. Leberkrebsoperationen werden damit besser planbar und sicherer.

Jährlich erkranken weltweit 750.000 Menschen neu an Leberkrebs, viele weitere entwickeln Lebermetastasen aufgrund anderer Krebserkrankungen. Ein chirurgischer...

Im Focus: Positronen leuchten besser

Leuchtstoffe werden schon lange benutzt, im Alltag zum Beispiel im Bildschirm von Fernsehgeräten oder in PC-Monitoren, in der Wissenschaft zum Untersuchen von Plasmen, Teilchen- oder Antiteilchenstrahlen. Gleich ob Teilchen oder Antiteilchen – treffen sie auf einen Leuchtstoff auf, regen sie ihn zum Lumineszieren an. Unbekannt war jedoch bisher, dass die Lichtausbeute mit Elektronen wesentlich niedriger ist als mit Positronen, ihren Antiteilchen. Dies hat Dr. Eve Stenson im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) in Garching und Greifswald jetzt beim Vorbereiten von Experimenten mit Materie-Antimaterie-Plasmen entdeckt.

„Wäre Antimaterie nicht so schwierig herzustellen, könnte man auf eine Ära hochleuchtender Niederspannungs-Displays hoffen, in der die Leuchtschirme nicht von...

Im Focus: Erklärung für rätselhafte Quantenoszillationen gefunden

Sogenannte Quanten-Vielteilchen-„Scars“ lassen Quantensysteme länger außerhalb des Gleichgewichtszustandes verweilen. Studie wurde in Nature Physics veröffentlicht

Forschern der Harvard Universität und des MIT war es vor kurzem gelungen, eine Rekordzahl von 53 Atomen einzufangen und ihren Quantenzustand einzeln zu...

Im Focus: Explanation for puzzling quantum oscillations has been found

So-called quantum many-body scars allow quantum systems to stay out of equilibrium much longer, explaining experiment | Study published in Nature Physics

Recently, researchers from Harvard and MIT succeeded in trapping a record 53 atoms and individually controlling their quantum state, realizing what is called a...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

„Data Science“ – Theorie und Anwendung: Internationale Tagung unter Leitung der Uni Paderborn

18.05.2018 | Veranstaltungen

Visual-Computing an Bord der MS Wissenschaft

17.05.2018 | Veranstaltungen

Tagung »Anlagenbau und -betrieb der Zukunft«

17.05.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Bose-Einstein-Kondensat im Riesenatom - Universität Stuttgart untersucht exotisches Quantenobjekt

18.05.2018 | Physik Astronomie

Countdown für Kilogramm, Kelvin und Co.

18.05.2018 | Physik Astronomie

Wie Immunzellen Bakterien mit Säure töten

18.05.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics