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DIHK-Saisonumfrage: Deutschlandtourismus verliert an Fahrt

11.07.2002


Schwache Investitionstätigkeit wird zum kritischen Faktor

Die Tourismuswirtschaft blickt mit großer Skepsis auf die Sommersaison. Der bisherige Auftrieb im Deutschlandtourismus erhält einen Dämpfer: Investitionen und Beschäftigung gehen zurück. Trotz verstärkter Anstrengungen im Gastgewerbe rutschen die Geschäftserwartungen seit fünf Jahren erstmals wieder in die Negativzone. Auch bei Reisebüros und Reiseveranstaltern hinterlässt das Sommergeschäft deutliche Spuren. Die traditionelle Saisonumfrage Tourismus des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) stützt sich auf die Antworten von 3000 Beherbergungs- und 1700 Gastronomiebetrieben, 90 Campingplätzen sowie 500 Reisebüros und Reiseveranstalter.

Weniger Gäste, kürzerer Aufenthalt

Aus der Befürchtung der Anbieter von Urlaubs- und Geschäftsreisen in Deutschland wird zunehmend Gewissheit: Für die überwiegende Zahl der kleinen und mittelständischen Unternehmen in der Tourismusbranche bringt der Sommer nichts Erholsames. Fast ein Drittel der Hotellerie rechnet mit einer ungünstigen Geschäftslage im Sommergeschäft (Vorjahr 20 Prozent), in der Gastronomie klagen 36 Prozent der Betriebe über die verschlechterte Lage (Vorjahr 25 Prozent). Besonders die starke Konsumzurückhaltung der Gäste und die Spätfolgen der Terroranschläge wirken sich negativ aus. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Reisebüros und bei Reiseveranstaltern wider. Jeder dritte Reisevermittler muss Einbußen hinnehmen (Vorjahr 18 Prozent). "Die mittelständisch geprägte Branche klagt über erschwerte Rahmenbedingungen durch steigende Sozialabgaben, erhöhte Mobilitätskosten und mehr Regulierungen auf dem Arbeitsmarkt" erklärt Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK).

Arbeitsplätze unmittelbar betroffen

Das Tief wirkt sich unmittelbar auf die Arbeitsplätze der Branche aus. Für jeden fünften Hotelbetrieb sowie jedes vierte Gastronomieunternehmen und Reisebüro sind Personalreduzierungen unvermeidbar. Angesichts der äußerst schwachen Konjunktur sind die Investitionsabsichten der Unternehmen sehr verhalten. Im Beherbergungsbereich setzt fast jeder dritte Betrieb, in der Gastronomie 38 Prozent der Unternehmen die Investitionen aus. Dazu Wansleben: "Weniger Investitionen schwächen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Anbieter im international hart umkämpften Tourismusmarkt. Ich fordere die Bundesregierung auf, endlich den Mittelstand nachhaltig zu entlasten!"

Die DIHK-Saisonumfrage Tourismus ist im Internet abrufbar

Armin Brysch | ots
Weitere Informationen:
http://www.dihk.de.

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