Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

RWI Essen erhöht BIP-Prognose für 2008 und senkt sie für 2009

12.06.2008
Das RWI Essen hebt seine Prognose des Wirtschaftswachstums für das Jahr 2008 um 0,5%-Punkte auf 2,2% an und senkt sie gleichzeitig für das Jahr 2009 um 0,3 %-Punkte auf 1,5%. Mit dieser Anpassung reagiert das Institut zum einen auf die unerwartet kräftige Zunahme des Bruttoinlandsprodukts zu Beginn dieses Jahres. Zum anderen trägt es der Tatsache Rechnung, dass die Anzeichen zugenommen haben, die auf ein gedämpftes Wachstum hinweisen.

Das RWI Essen hebt zwar seine Prognose des Wirtschaftswachstums im Jahr 2008 von 1,7% auf 2,2% an, blickt zugleich aber deutlich skeptischer in die Zukunft.

Daher erwartet es für 2009 eine Zuwachsrate von 1,5%, nachdem es im März noch 1,8% waren. Die höhere Prognose für 2008 reflektiert in erster Linie die unerwartet kräftige Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zu Beginn des Jahres. Dieses ist im ersten Quartal saison- und arbeitstäglich bereinigt um 1,5% gegenüber dem Vorquartal gestiegen - ein Wert, der zuletzt 2006 beobachtet worden war.

Allerdings ist diese gute Nachricht mit Vorsicht zu genießen. Erstens ist der Zuwachs zu einem guten Teil auf einen Lageraufbau zurückzuführen. Dies deutet auf Diskrepanzen zwischen Teilen der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung hin, was erfahrungsgemäß auf bevorstehende Revisionen hinweist. Zweitens wird die BIP-Rate wesentlich durch technische "Verfeinerungen" bestimmt. Es sei dahingestellt, ob die Saisonbereinigungsverfahren dem zuletzt ausgesprochen milden Winter angemessen Rechnung tragen und die Kalenderbereinigung die wegen des ungewöhnlich frühen Osterfestes im ersten Quartal geringere Zahl an Arbeitstagen adäquat erfasst. Wahrscheinlich ist, dass allein die zuvor genannten Bereinigungsverfahren dafür sorgen werden, dass das saison- und kalenderbereinigte BIP im zweiten Quartal sinken wird.

Im Jahresverlauf gedämpftes Wachstum erwartet

Darüber hinaus deuten inzwischen zahlreiche Indikatoren auf eine nachlassende Konjunktur hin. So war die Industrieproduktion im April bereits zum dritten Mal in Folge rückläufig. Der Auftragseingang in der Industrie sinkt sogar schon seit Dezember 2007. Zudem dürfte die Aufwertung des Euro den deutschen Export mehr und mehr belasten. Hinzu kommt, dass die Weltmarktpreise für Energie und Rohstoffe weiter gestiegen sind, wodurch die Inflation bei reichlicher Liquiditätsversorgung vorerst hoch bleiben dürfte. Im Jahresdurchschnitt erwartet das RWI Essen eine Teuerungsrate von 3%, die den Anstieg der Realeinkommen spürbar dämpfen dürfte, wenngleich diese aufgrund der vorerst noch guten Arbeitsmarktlage und höherer Lohnsteigerungen voraussichtlich noch leicht zunehmen werden.

Alles in allem geht das Institut für den Rest dieses Jahres von einem deutlich verlangsamten Wachstum aus. Die Jahresrate von 2,2% wurde wohl im Wesentlichen bereits im ersten Quartal "erwirtschaftet". Im vierten Quartal 2008 dürfte das saison- und arbeitstäglich bereinigte BIP kaum höher sein als im ersten.

Für 2009 ist eine zunächst wohl lebhaftere Konjunktur zu erwarten. Dazu dürfte beitragen, dass sich die Wirtschaft in den USA belebt und der Welthandel wieder rascher ausgeweitet wird. Da davon ausgegangen wird, dass die Verunsicherungen an den Finanzmärkten allmählich schwindet, wird zugleich erwartet, dass die Geldpolitik der Inflationsbekämpfung wieder mehr Aufmerksamkeit schenken wird. Inzwischen ist nämlich unverkennbar, dass die Teuerung nicht mehr alleine von den Energie- und Nahrungsmittelpreisen getrieben wird. So steigen inzwischen in Deutschland Löhne und Lohnstückkosten beschleunigt.

Selbst wenn - wie hier unterstellt - die Notierungen an den Rohstoffmärkten nicht weiter anziehen, dürfte die Preissteigerung im Euro-Raum auch im Jahr 2009 über dem Ziel der EZB bleiben. Daher wird erwartet, dass die Geldpolitik restriktiver wird, was die Konjunktur im Verlauf des kommenden Jahres dämpfen dürfte. Das BIP wird im Jahresdurchschnitt voraussichtlich um 1,5% zunehmen.

Ihre Ansprechpartner dazu:
Dr. Roland Döhrn Tel. (0201) 81 49-262
Sabine Weiler (Pressestelle) Tel.: (0201) 81 49-213

Joachim Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.rwi-essen.de
http://www.rwi-essen.de/news

Weitere Berichte zu: BIP Bruttoinlandsprodukt Geldpolitik RWI Wirtschaftswachstum

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht Wert fest „im grünen Bereich“ - IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr sinkt auf nur 5,1 Prozent
14.09.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht Konjunkturprognose: Deutsche Wirtschaft nähert sich der Hochkonjunktur
07.09.2017 | Institut für Weltwirtschaft (IfW)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: LaserTAB: Effizientere und präzisere Kontakte dank Roboter-Kollaboration

Auf der diesjährigen productronica in München stellt das Fraunhofer-Institut für Lasertechnik ILT das Laser-Based Tape-Automated Bonding, kurz LaserTAB, vor: Die Aachener Experten zeigen, wie sich dank neuer Optik und Roboter-Unterstützung Batteriezellen und Leistungselektronik effizienter und präziser als bisher lasermikroschweißen lassen.

Auf eine geschickte Kombination von Roboter-Einsatz, Laserscanner mit selbstentwickelter neuer Optik und Prozessüberwachung setzt das Fraunhofer ILT aus Aachen.

Im Focus: LaserTAB: More efficient and precise contacts thanks to human-robot collaboration

At the productronica trade fair in Munich this November, the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT will be presenting Laser-Based Tape-Automated Bonding, LaserTAB for short. The experts from Aachen will be demonstrating how new battery cells and power electronics can be micro-welded more efficiently and precisely than ever before thanks to new optics and robot support.

Fraunhofer ILT from Aachen relies on a clever combination of robotics and a laser scanner with new optics as well as process monitoring, which it has developed...

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungen

Posterblitz und neue Planeten

25.09.2017 | Veranstaltungen

Hochschule Karlsruhe richtet internationale Konferenz mit Schwerpunkt Informatik aus

25.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Legionellen? Nein danke!

25.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Hochvolt-Lösungen für die nächste Fahrzeuggeneration!

25.09.2017 | Seminare Workshops

Seminar zum 3D-Drucken am Direct Manufacturing Center am

25.09.2017 | Seminare Workshops