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Deutsche Exporte ziehen überraschend stark an

09.06.2008
Ausfuhren wachsen im April um knapp 14 Prozent

Der deutsche Außenhandel hat im April gegenüber dem Vorjahr einen deutlichen Wachstumsschub verzeichnet. Die Exportzahlen sind um 13,9 Prozent gestiegen, wie das Statistische Bundesamt Deutschland heute, Montag, mitteilte. Insgesamt wurden Waren mit einem Gesamtwert von 89,8 Mrd. Euro ins Ausland verkauft, denen Einfuhren von 71 Mrd. Euro (plus 11,7 Prozent) gegenüberstehen.

Angesichts einer nach wie vor schwachen konjunkturellen Entwicklung in den USA und besonders der Probleme in der Automobilbranche (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=080604021) kommt das hohe Export-Plus überraschend. "Der Aufschwung geht auf einem niedrigeren Niveau weiter", meint Christian Dreger, Konjunkturexperte beim Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) http://www.diw.de , im Gespräch mit pressetext.

Im ersten Quartal trotzte die deutsche Wirtschaft der Finanzkrise überraschend stark. Langzeitfolgen dürften die Konjunktur jedoch nicht unberührt lassen. "Wir bleiben bei unserer Einschätzung, dass wir im zweiten Quartal kein BIP-Wachstum sehen, sondern ein Minus haben werden. In den nächsten Monaten werden die Exporte spürbar an Fahrt verlieren", zitiert das Handelsblatt den Unicredit-Analysten Andreas Rees.

Verglichen mit dem Vormonat März kletterten die Exporte um 1,2 Prozent. Dass die wirtschaftliche Wachstumsdynamik ab dem zweiten Quartal deutlich nachlasse, bestätigt aber auch der DIW-Experte gegenüber pressetext. "In den USA wird der Abschwung im Vergleich deutlicher zu spüren sein", so Dreger. Im laufenden Jahr kletterten die Ausfuhren in die Euro-Zone um 10,8 Prozent, während der Export in Nicht-EU-Länder insgesamt einen Anstieg von 18,4 Prozent verzeichnete.

"Der internationale Handel innerhalb der Euro-Länder hat stärker zugenommen als mit den Vereinigten Staaten. Dies zeigt, dass der Binnenhandel 2008 enorm wichtig geworden ist", streicht Dreger hervor. In EU-Staaten wurden im laufenden Jahr (Januar bis April) Waren im Wert von 58 Mrd. Euro verkauft, während Güter im Wert von 46,3 Mrd. Euro eingeführt wurden. Insgesamt stiegen die Ausfuhren in den ersten vier Monaten des Jahres um 7,7 Prozent auf 342,3 Mrd. Euro. Die Außenhandelsbilanz schloss im April mit einem Überschuss von 18,7 Mrd. Euro (bereinigt: 17,7 Mrd. Euro) ab.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.destatis.de

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