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Euro verdrängt Dollar in frühestens 50 Jahren

04.06.2008
Analyst: "Von Leitwährung noch ein schönes Stück weit entfernt"

Anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Europäischen Zentralbank und der siebenjährigen Existenz des Euro hat die Finanzwelt eine Zwischenbilanz gezogen.

Zwar bestehen hinsichtlich der Europäischen Währungsunion weiterhin geteilte Meinungen, über die gute Performance des Euro sind sich die Experten jedoch weitgehend einig. Dennoch kann die europäische Hauptwährung dem derzeit schwachen Dollar (noch) nichts anhaben.

"Wenn man sich die Zusammensetzung der Devisen ansieht, ist der Euro noch ein schönes Stück weit von der Funktion als Leitwährung entfernt", meint Carsten Fritsch, Währungsanalyst bei der Commerzbank, im Gespräch mit pressetext. "Bis der Euro den Dollar als Leitwährung ablösen und von der Spitze verdrängen kann, wird es noch mindestens 50 bis 90 Jahre dauern", prognostiziert Fritsch.

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Der bevorstehende Beitritt der Slowakei zur Währungsunion 2009 steht trotzdem unter guten Vorzeichen. "Zum Euro-Beitritt erwarten wir einen sehr starken Kurs der slowakischen Krone. Dies wird anfangs zu Problemen führen, da der Kurs bestimmt nicht der aktuellen Situation in der Slowakei angepasst ist", erklärt Ulrich Leuchtmann, Senior Strategist der Commerzbank, gegenüber pressetext. Anfänglich würde die Wettbewerbsfähigkeit des Landes negativ beeinflusst und der Inflationsdruck über jenem des EU-Durchschnitts liegen, so der Analyst.

"Langfristig wird der Euro-Beitritt für den Wirtschaftsstandort Slowakei jedoch positive Effekte besonders gegenüber den Nachbarländern Polen und Tschechien nach sich ziehen", fährt Leuchtmann fort.

Befürchtungen um rasant steigende Inflationsraten und eine weiche Währungsentwicklung waren im Vorfeld der Euro-Einführung auch hierzulande an der Tagesordnung. Dazu hätten kurzzeitige tatsächlich erfolgte Teuerungen besonders bei Lebensmitteln und in der Gastronomie ihr Übriges beigetragen. Volkswirtschaftsexperten zufolge basieren diese Inflationsängste jedoch auf Gerüchten und Fehlinformationen.

Die Preise würden besonders bei jenen Dienstleistungen, die bei hohem Arbeitsaufwand keinen technischen Fortschritt verzeichnen, auch ohne Währungsunion steigen müssen. Der Euro habe jedoch in den vergangenen Jahren entgegen seinem Image als "Teuro" überzeugt. So ist die Inflationsrate in den Euroländern bedeutend niedriger als vor der Gründung der Währungsunion.

Derzeit sei in der Devisenentwicklung zwischen Euro und Dollar eine breite Seitwärtsspanne mit kurzzeitigen Ausfällen des Dollar über 1,60 Euro zu beobachten. "Eine Erholung der US-Währung wird bereits für das kommende Jahr erwartet", so Fritsch gegenüber pressetext. Neben der Sündenbockfunktion erfüllt der starke Euro durchaus sinnvolle Aufgaben und wirkt der Inflationsentwicklung sogar noch entgegen.

So sei es der Währung zu verdanken, dass hohe Import-, Öl- und Energiepreise gebremst werden. In Dollar habe sich der Ölpreis seit 2000 vervierfacht, in Euro hingegen nur verdoppelt. Die Übernahme dieser Weltwährung sei für jedes Land und jede Wirtschaft lohnend.

Manuel Haglmüller | pressetext.deutschland
Weitere Informationen:
http://www.commerzbank.com

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