Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Energieversorger: Gewinne vor allem im Privatkundengeschaeft

02.07.2002

Energieversorger verdienen in den naechsten Jahren vor allem am Stromverkauf an Privathaushalte - er wird zur wichtigsten Einnahmequelle der Branche. Beim Grosshandel mit Strom sind die Gewinnmargen nur niedrig. Stromerzeugung und -uebertragung gelten ebenfalls als wenig lukrativ. Knapp ein Fuenftel der Strommanager erwartet bei der Uebertragung ueberhaupt keinen Gewinn. Bei der Stromerzeugung sind Profite nur noch mit abgeschriebenen Kraftwerken moeglich. Die Folge: Die Energieversorger wollen durch den Zukauf von Stadtwerken naeher an den Verbraucher. Das professionelle Kundenmanagement wird intensiviert. Drei Viertel der Unternehmen investieren bis 2004 in die Kundenbindung. Zu diesem Ergebnis kommt der "Branchenkompass Energieversorger", eine Studie von Mummert + Partner, dem F.A.Z.-Institut und dem manager magazin.

Gewinne erwarten die Entscheider aus der "letzten Meile" - dem Stromverkauf an Privathaushalte und kleine Firmenkunden. Der Stromverkauf ist die profitabelste Sparte. Waehrend der Verkauf von Gas an Endkunden ebenfalls als gewinntraechtig gilt, geben die Manager der Stromerzeugung und -uebertragung schlechte Noten. Am schlechtesten kommt die Stromerzeugung weg: Mehr als ein Viertel der Entscheider erwartet keinen Gewinn mit Kraftwerken in den kommenden drei Jahren. Kundenorientierung ist eine der meistgenannten Massnahmen gegen die aktuellen Probleme am Markt. Die Investitionen ins Kundenmanagement werden bis 2004 deutlich steigen. 57 Prozent der Unternehmen haben im Jahr 2001 in CRM (Customer Relationship Management) investiert, bis 2004 werden es 71 Prozent sein. Nur ein Viertel der Unternehmen gibt ueberhaupt kein Geld fuer professionelle Kundenbindung aus. Die uebrigen stellen im Durchschnitt ein Zehntel ihres Investitionsbudgets bereit. Zusaetzlich wollen sie den Erfolg ihrer Kundenbindungsaktivitaeten besser steuern als bisher. Nahezu 60 Prozent der Unternehmen bauen die Erfolgskontrolle daher aus oder auf. Mehr als die Haelfte der Energieversorger plant bis 2004 ausserdem Investitionen in Kundeninformationssysteme und individualisierte Produktangebote. Call-Center und Beschwerdemanagement hingegen haben die meisten Energieversorger bereits eingerichtet.

... mehr zu:
»Stromerzeugung

Das Uebernahme- und Fusionskarussell ist durch die Marktoeffnung in Fahrt gekommen. Begehrt sind die Stadtwerke: Sie behaupten sich gut im Wettbewerb und profitieren vor allem vom direkten Kundenkontakt. Die Folge: Sie sind fuer Verbund- und Flaechenunternehmen der beliebteste Partner fuer Fusionen und Uebernahmen. Nahezu 90 Prozent aller Energieversorger wollen in den kommenden Jahren mit Stadtwerken zusammenarbeiten. Ein Drittel will mehr in Uebernahmen und Beteiligungen investieren. Verbundunternehmen und Regionalversorger reservieren dafuer 20 Prozent ihres Budgets. Fast vier von fuenf Entscheidern der Energiebranche gehen davon aus, dass deutsche Kommunen weiterhin ihre Stadtwerke verkaufen werden.

Die Liberalisierung des Energiemarktes wird von den Branchenentscheidern skeptisch beurteilt. Immerhin 42 Prozent stellen den volkswirtschaftlichen Nutzen in Abrede. Weitere Kritikpunkte: Der deutsche Sonderweg einer vollstaendigen Liberalisierung erzeugt Standortnachteile (16 Prozent), und die Oeko-Abgaben erfuellen ihren Zweck nicht (12 Prozent). Der Preiswettbewerb wird am haeufigsten als groesstes aktuelles Problem der Branche genannt. Die Entscheider reagieren mit Kostenmanagement, Reorganisation und mehr Kundenorientierung.

Jeder fuenfte Entscheider glaubt, dass neue Dienstleistungen bis 2004 stark an Bedeutung gewinnen werden. Multi-Utility heisst hier das wichtigste Schlagwort. Die Rundumversorgung mit Strom, Gas, Waerme und Zusatzdienstleistungen ist fuer ein Fuenftel eine stark zukunftstraechtige Dienstleistung. An das Geschaeft mit der Telekommunikation oder mit Powerline - dem Internet aus der Steckdose - glaubt hingegen kaum noch jemand (fuenf Prozent).

Joerg Forthmann | Presseinformation.

Weitere Berichte zu: Stromerzeugung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr bleibt niedrig
19.05.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Im Focus: Turmoil in sluggish electrons’ existence

An international team of physicists has monitored the scattering behaviour of electrons in a non-conducting material in real-time. Their insights could be beneficial for radiotherapy.

We can refer to electrons in non-conducting materials as ‘sluggish’. Typically, they remain fixed in a location, deep inside an atomic composite. It is hence...

Im Focus: Hauchdünne magnetische Materialien für zukünftige Quantentechnologien entwickelt

Zweidimensionale magnetische Strukturen gelten als vielversprechendes Material für neuartige Datenspeicher, da sich die magnetischen Eigenschaften einzelner Molekülen untersuchen und verändern lassen. Forscher haben nun erstmals einen hauchdünnen Ferrimagneten hergestellt, bei dem sich Moleküle mit verschiedenen magnetischen Zentren auf einer Goldfläche selbst zu einem Schachbrettmuster anordnen. Dies berichten Wissenschaftler des Swiss Nanoscience Institutes der Universität Basel und des Paul Scherrer Institutes in der Wissenschaftszeitschrift «Nature Communications».

Ferrimagneten besitzen zwei magnetische Zentren, deren Magnetismus verschieden stark ist und in entgegengesetzte Richtungen zeigt. Zweidimensionale, quasi...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Hochspannung für den Teilchenbeschleuniger der Zukunft

24.05.2017 | Physik Astronomie

3D-Graphen: Experiment an BESSY II zeigt, dass optische Eigenschaften einstellbar sind

24.05.2017 | Physik Astronomie

Optisches Messverfahren für Zellanalysen in Echtzeit - Ulmer Physiker auf der Messe "Sensor+Test"

24.05.2017 | Messenachrichten