Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Interne Arbeitsvermittlung erstaunlich effektiv

04.04.2008
Die interne Arbeitsvermittlung in Großunternehmen und Verwaltungen wirkt unsichtbar - und erstaunlich effektiv. Soziale Härten und Entlassungen bei Umstrukturierungen können häufig vermieden, zusätzlicher Personalbedarf innerbetrieblich schnell und flexibel ausgeglichen werden.

Das zeigen die Ergebnisse des von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Forschungsprojekts "WEGA" (Wirksamkeit von Einrichtungen zur Gestaltung interner Arbeitsmärkte), die jetzt auf einer internationalen Konferenz des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen vorgestellt wurden.

Erst seit etwa 25 Jahren gibt es in Deutschland das Phänomen interner Arbeitsmärkte, inzwischen sind es über 50 Organisationseinheiten vorwiegend in deutschen Großunternehmen und Verwaltungen, wie die IAQ-Arbeitsmarktforscher Johannes Kirsch und Gernot Mühge ermittelten. Die 32 Unternehmen, die an der WEGA-Befragung teilnahmen, stellen rund ein Viertel der Betriebe mit über 500 Beschäftigten und geben zusammen 1,250 Millionen Menschen Arbeit, das sind 4,7 Prozent der Gesamtbeschäftigten.

Mit einer Vermittlungsquote von 65,9 Prozent auf unbefristete Stellen erzielen die internen Arbeitsmärkte ein erstaunlich gutes Ergebnis, in Einzelfällen haben auch befristete oder "zusätzliche" Beschäftigungen hohe Bedeutung. Das Ziel, drohende Arbeitslosigkeit bzw. betriebsbedingte Kündigungen - bei Umstrukturierungen oft der Anlass für die Einrichtung interner Arbeitsmärkte - zu vermeiden, wurde in jedem zweiten Unternehmen "voll und ganz" erreicht. Die objektiven Risiken für die Beschäftigten bezüglich Entgelt, Arbeitszeit oder räumlicher Mobilität blieben mit weniger als 20 Prozent der Fälle eher gering, aber die subjektiven Risiken sind hoch: "Gefühlte Härten" und Nachteile der Beschäftigten wurden in mehr als der Hälfte der internen Arbeitsmärkte registriert.

... mehr zu:
»Arbeitsmarkt »Personalbedarf

Für die Unternehmen rechnen sich die internen Arbeitsmärkte auf jeden Fall: Wie die Untersuchung zeigt, kann auf ihnen der Personalbedarf wesentlich flexibler gedeckt werden als mit wenig sozialverträglichen Instrumenten externer Flexibilität wie z.B. betriebsbedingten Kündigungen, Aufhebungsverträgen, Befristungen oder der Nichtübernahme von Auszubildenden.

Redaktion:
Claudia Braczko,
Tel. 0209/1707-176, 0170-8761608,
presse-iaq@uni-due.de

Beate Kostka | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-due.de/home/fb/presse/presse_allg/presse_04.04.2008_45785.shtml

Weitere Berichte zu: Arbeitsmarkt Personalbedarf

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IMK-Konjunkturindikator: Rezessionsgefahr nahe Null
18.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

nachricht WSI-Tarifarchiv: Tariflöhne und -gehälter 2016: Reale Steigerungen von 1,9 Prozent
05.01.2017 | Hans-Böckler-Stiftung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der erste Blick auf ein einzelnes Protein

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Das menschliche Hirn wächst länger und funktionsspezifischer als gedacht

18.01.2017 | Biowissenschaften Chemie

Zur Sicherheit: Rettungsautos unterbrechen Radio

18.01.2017 | Verkehr Logistik