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"World Wealth Report 2002": Kapital im Besitz vermögender Privatkunden nahm 2001 weltweit um drei Prozent zu

18.06.2002


Anzahl der Millionäre in Deutschland trotz volatiler Finanzmärkte im Jahr 2001 gestiegen - Merrill Lynch und Cap Gemini Ernst & Young legen sechsten Jahresbericht vor

Die Anzahl von wohlhabenden Privatkunden (High Net Worth Individuals/HNWIs) – Privatanleger mit einem Finanzvermögen von jeweils mehr als einer Million Dollar (1,13 Millionen Euro) ohne Berücksichtigung von Immobilienbesitz – ist im Jahr 2001 in Deutschland gegenüber dem Vorjahr geringfügig auf 730.000 gestiegen. Der leichte Anstieg erfolg-te vor dem Hintergrund weiter rückläufiger Entwicklungen auf den wichtigsten Aktienmärkten der Welt. Dies geht aus dem heute von Merrill Lynch und Cap Gemini Ernst & Young vorgestellten „World Wealth Report 2002“, dem sechsten Jahresbericht zu diesem Themenkomplex, hervor. In West-, Mittel- und Osteuropa blieb die Zahl der vermögenden Privatkunden im Jahr 2001 mit rund 2,5 Millionen unverändert. Diese Ergebnisse gab Franz Witt-Dörring, Resident Executive Director der Niederlassung München der International Private Client Group von Merrill Lynch, vor der Pres-se bekannt.

Zusammen mit dem Vermögen der Ultra-HNWIs – Privatanleger mit einem Finanzvermö-gen von jeweils mehr als 30 Millionen Dollar/33,6 Millionen Euro ohne Berücksichtigung von Im-mobilienbesitz – lag das Finanzvermögen in Europa mit 8,4 Billionen Dollar/9,48 Billionen Euro auf dem Niveau des Vorjahres, erklärte Witt-Dörring weiter.

Die Vermögensentwicklung in Europa im vergangenen Jahr wurde von rückläufigen Akti-enmärkten mitbestimmt. Praktisch alle bedeutenden europäischen Aktienindizes mussten Verluste hinnehmen. So ging der französische Index CAC 40 um 20 Prozent zurück, der britische Index FTSE 100 fiel um 16,2 Prozent und der Wert des deutschen DAX 30 nahm um 19,8 Prozent ab. Als einziger nationaler Index weist der österreichische ATX mit einem Plus von 6,25 Prozent ein positi-ves Ergebnis aus. Auch vom marginalen Anstieg des Bruttoinlandprodukts in der EU von 1,7 Pro-zent gingen keine nennenswerten Impulse für die Vermögenswerte aus. Die Verluste auf den Akti-enmärkten konnten jedoch durch Erträge aus Einlagen, festverzinslichen Anlageprodukten und auf-grund einer Verschiebung der Investments hin zu alternativen Anlagen ausgeglichen werden. Offen-sichtlich erkennen HNWIs frühzeitig Markttendenzen und können davon profitieren, so Witt-Dörring weiter.

Rund 32 Prozent des weltweiten Vermögens der HNWIs entfällt auf Europa. Das Vermögen von europäischen HNWIs ist seit 1986 um 440 Prozent gestiegen. Auch für die kommenden Jahre wird mit einem weiteren Vermögenszuwachs gerechnet. Der jetzt vorgestellte Bericht prognostiziert bis Ende 2006 für Europa ein Wachstum um weitere 46 Prozent auf 12,3 Billionen Dollar/13,9 Bil-lionen Euro, ergänzte Witt-Dörring.

Globales Wachstum der Gruppe der HNWIs um jährlich drei Prozent

Trotz der volatilen Finanzmärkte und des ausgeprägten konjunkturellen Abschwungs, der zahlreiche Länder erfasst hat, nahm die Zahl der HNWIs 2001 weltweit um nahezu 200.000 Privatkunden zu.

Mit diesem dreiprozentigen Wachstum beläuft sich die Gesamtzahl der HNWIs rund um den Glo-bus auf 7,1 Millionen. Dem Bericht zufolge stieg das Gesamtvermögen in den Händen dieser Grup-pe ebenfalls um drei Prozent auf eine geschätzte Höhe von 26,2 Billionen Dollar/29,35 Euro.

Michael Marks, Chairman der International Private Client Group von Merrill Lynch, erläu-terte anlässlich der Vorstellung des Berichtes, dass mit dem für 2001 ausgewiesenen Vermögensan-stieg das niedrigste Wachstum seit der Veröffentlichung der ersten Studie im Jahre 1997 ausgewie-sen wird. Angesichts der außerordentlich schwierigen Situation auf den Finanzmärkten bestätigt diese Wachstumsrate jedoch die Stärke dieses Marktsegments.

Auch das Vermögen im Besitz der Gruppe der Ultra High-Net Worth Individuals nahm im Berichtsjahr weltweit um drei Prozent zu und belief sich Ende 2001 auf geschätzte 8,37 Billionen Dollar, erklärte Marks weiter. Dabei stieg die Zahl der UHNWIs zum Stichtag 31. Dezember 2001 um 2,6 Prozent auf etwas mehr als 57.000. Zahlreiche vermögende Privatkunden haben auf die zu-nehmend volatilen Märkte mit einem umsichtigen Anlageverhalten zur Sicherung ihres Kapitals re-agiert. Dieses Wachstum zeigt, so Marks weiter, welch entscheidende Bedeutung angemessene Mit-telallokation und fundierte professionelle Finanzberatung besitzen.

Rückläufige Entwicklung von Bruttoinlandsprodukt und Aktienmärkten

Der Report kommt zu dem Ergebnis, dass auf Grund der schwierigen konjunkturellen Be-dingungen im Jahr 2001 negative Auswirkungen auf die weltweite Vermögensbildung der HNWIs absehbar waren. Die Abschwächung des weltweiten Wachstums des Bruttoinlandsproduktes begann im zweiten Halbjahr 2000 und setzte sich 2001 weiter fort.

Die Volkswirtschaften zahlreicher Länder haben sich 2001 nur sehr verhalten entwickelt. Die Vereinigten Staaten glitten bereits im März des Berichtsjahres in eine Rezession und auch Eu-ropa erzielte nur sehr mäßige Wachstumsraten. Schätzungen des Internationalen Währungsfonds zufolge belief sich das reale globale Wachstum des Bruttoinlandsproduktes 2001 auf 2,5 Prozent, nach 4,7 Prozent im Jahr 2000.

Die rückläufigen Aktienmärkte haben im Jahr 2001 die Vermögensentwicklung der HNWIs beeinträchtigt. Die Kapitalisierung der größeren Wertpapierbörsen ging weltweit insgesamt um mehr als 13 Prozent zurück. Abgesehen von einigen wenigen kleineren Ausnahmen wie Südkorea und Thailand haben die Aktienindizes der Welt das Jahr 2001 deutlich niedriger abgeschlossen. Darüber hinaus destabilisierten auch die Auswirkungen des 11. September die ohnehin bereits heftig unter Druck geratenen globalen Aktienmärkte, die weiter fielen und eine gefährliche Volatilität entwickelten. Viele Anleger entschlossen sich dem Bericht zufolge zu einem schnellen Verkauf ih-rer Bestände, um dadurch ihre Verluste zu reduzieren.

Der aktuelle Report zeigt, dass sich 2001 das Wachstum des HNWI-Vermögens mit nur drei Prozent gegenüber 2000 halbiert hat, nach einem Anstieg von 18 Prozent im Jahr 1999. Das zeigt, so die Studie, dass eine signifikante Minderheit der HNWIs zu lange und zu stark in Aktien, insbe-sondere in den besonders risikoträchtigen „Wachstumstiteln“, investiert waren.

Die Ereignisse des vergangenen Jahres hatten weltweit eine ernüchternde Wirkung auf die Anleger. Aber die von einigen Beobachtern erwarteten Panikverkäufe fanden nicht statt. Vielmehr veranlassten die Unruhen des Jahres 2001 zahlreiche HNWIs, so der Bericht, den Rat von Experten einzuholen und den persönlichen Kontakt zu ihren professionellen Finanzberatern zu intensivieren.

Heimlicher Bullenmarkt

Hinter dieser Volatilität waren aber nach Ansicht von Analysten auch Signale eines „heimli-chen Bullenmarkts“ zu erkennen. Dem Bericht zufolge fand auf mehreren Märkten bei einer bemer-kenswerten Anzahl von Aktien ein deutlicher Kursanstieg statt. Allerdings wurde dieser Sonder-trend durch spektakuläre Verluste hochkapitalisierter Titel insbesondere aus dem Technologiesektor überdeckt. Obwohl der Index S&P 500 im Jahre 2001 um 11,9 Prozent fiel, stieg beispielsweise in den Vereinigten Staaten der Wert von mehr als 40 Prozent der diesem Index angehörenden Titel. Auch niedriger kapitalisierte Aktien entwickelten sich vergleichsweise gut, der S&P Index von 600 Aktien kleinerer Gesellschaften war am Ende des Jahres um 5,7 Prozent gestiegen.

Vermögenswachstum wird sich fortsetzen

Für das kommenden Jahr erwartet Witt-Dörring eine moderate konjunkturelle Erholung. Das Vermögen der HNWIs wird schätzungsweise um jährlich durchschnittlich acht Prozent steigen und Ende 2006 voraussichtlich bei 38,5 Billionen Dollar liegen. Diese Wachstumsprognose basiert auf den Annahmen, dass sich das globale Bruttoinlandsprodukt ebenso wie die Aktienmärkte trotz der gegenwärtigen Schwäche nachhaltig erholen werden. Sobald sich eine signifikante Wachstumsstär-ke zeigt, werden die HNWIs wieder mehr Vertrauen in ein Engagement in risiko- und ertragreichere Titel entwickeln und dadurch das langfristige Wachstum ihres Vermögens weiter forcieren.

James Greene, Global Head des Bereichs Finanzdienstleistungen bei Cap Gemini Ernst & Young, erklärte ergänzend, dass vor dem Hintergrund weltweiter Wachstumsstrategien Investoren mit komplexen finanziellen Bedürfnissen innovative Lösungen suchen, die globale Ressourcen mit lokaler Expertise verbinden, so Greene weiter.

Der vollständige Bericht kann als Broschüre bestellt werden bei:
Cap Gemini Ernst & Young
Marketing & Communications
Benjamin Drevs
Am Limespark 2
D-65843 Sulzbach
Tel.: +49 (0)6196 999 1853
Fax: +49 (0)6196 999 1999
benjamin.drevs@cgey.com

Thomas A. Becker | Pressemitteilungen

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