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Bedingungen und Entwicklungsperspektiven "einfacher" Industriearbeit

25.03.2008
Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert ab Frühjahr 2008 am Lehrstuhl Wirtschafts- und Industriesoziologie (Prof. Dr. Hartmut Hirsch-Kreinsen) der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Fakultät der Technischen Universität Dortmund ein Projekt, das die Entwicklungsperspektiven industrieller Einfacharbeit in Deutschland untersuchen wird.

Einfache Arbeit wird als Tätigkeit verstanden, die eine geringe Komplexität aufweist, kaum größere Anforderungen an die Beschäftigten stellt und deren Ausführung nur begrenzte Qualifikationen voraussetzt.

Im Mainstream der Forschung und der öffentlichen Debatte wird seit geraumer Zeit die Auffassung vertreten, dass dieser Arbeitstypus angesichts des Konkurrenzdrucks der Globalisierung und generell steigender Anforderungen an Qualifikationen und Wissen der Erwerbstätigen nurmehr eine Restgröße bei der Entwicklung der Erwerbsarbeit in Deutschland darstelle.

Lediglich im Servicebereich findet sich Einfacharbeit in größerem Umfang. Ausgehend von ersten empirischen Eindrücken soll im geplanten Projekt hingegen die These überprüft werden, dass Einfacharbeit auch im industriellen Sektor unter spezifischen Bedingungen eine stabile Entwicklungsperspektive für Industriearbeit darstellt.

Zielsetzung des Projektes ist es, einen empirisch fundierten und differenzierten Beitrag zur Debatte um den wirtschaftlichen Strukturwandel und die Entwicklungstendenzen von Industriearbeit zu erarbeiten. Im Einzelnen soll die empirische Analyse zeigen, ob und in welchem Ausmaß Einfacharbeit auftritt, auf welche Sektoren sie sich bezieht und in welchen Branchen, Betriebsgrößen und möglicherweise Regionen sie stattfindet.

Soweit möglich, sollen dabei auch internationale Bezüge hergestellt werden. Mit der Zielsetzung des Projektes verbindet sich darüber hinaus eine arbeitsmarktpolitische Perspektive: Es sollen die Chancen für niedrig qualifizierte Erwerbstätige im industriellen Bereich herausgearbeitet werden.

Die DFG fördert das Projekt für einen Zeitraum von drei Jahren. Dem Projektteam gehören Prof. Hartmut Hirsch-Kreinsen, Dr. Jörg Abel sowie ein weiterer Sozialwissenschaftler an. Externer Kooperationspartner ist der renommierte Arbeitsmarktforscher Dr. Werner Dostal.

Kontakt: Dr. Jörg Abel, joerg.abel@tu-dortmund.de

Ole Lünnemann | idw
Weitere Informationen:
http://www.tu-dortmund.de/

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