Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Europäische Unternehmer fordern vereinfachtes Patentierungsverfahren zur Förderung der Innovation

25.03.2008
Europe's 500, die Vereinigung der wachstumsstärksten europäischen Unternehmen, fordert die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten zur Einführung eines vereinfachten und zentralisierten europäischen Patentanmeldeverfahrens auf.

Derzeit müssen Innovatoren insgesamt 27 verschiedene Anmeldeverfahren durchlaufen und je nach EU-Mitgliedstaat Formulare in vielen unterschiedlichen Sprachen ausfüllen, wobei sich die Kosten für eine Patentierung auf bis zu 150.000 EUR belaufen können.

Zum Vergleich: In den USA ist für eine Patentierung eine einzige Anmeldung erforderlich, die das betreffende Unternehmen die vergleichsweise geringe Summe von etwa 5.000 USD kostet. Dieses Patent ist dann in den gesamten USA gültig.

Eine Erfindung in Europa patentieren zu lassen, ist insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen und selbstständige Erfinder, auf die 60 bis 70 Prozent aller Patentanmeldungen in Europa entfallen, problematisch. Die zahlreichen Anmeldeverfahren und die hohen Kosten halten diese innovativen Unternehmen, die sich zudem durch die Schaffung von Arbeitsplätzen verdient machen, davon ab, ihre Geschäftstätigkeit weiter auszubauen und strategische Partnerschaften mit Unternehmen aus anderen europäischen Ländern einzugehen.

In der Praxis bedeutet das, dass die meisten Innovationen in nur einem oder zwei Mitgliedstaaten patentiert sind, da sich die Finanzierung der Markteinführung neu entwickelter Technologien oder Produkte innerhalb der kurzen Zeit, die dem Innovator ab dem Augenblick der Patentierung in seinem Ursprungsland zur Patentanmeldung in weiteren Ländern bleibt, äußerst schwierig gestaltet.

Eine der Konsequenzen des derzeitigen Systems ist, dass es in der EU 50 Prozent weniger Neupatentierungen gibt - dabei wären Patentierungen das A und O für Innovation und Wachstum in Europa. Groteskerweise besteht zur gleichen Zeit Einigkeit darüber, dass Europa sich vom derzeitigen Modell einer industriellen Volkswirtschaft verabschieden und die Entwicklung hin zu einer wissensbasierten Volkswirtschaft vollziehen muss.

Heftig kritisiert wird nicht selten das Eingreifen von Private-Equity-Unternehmen zur Finanzierung und Durchsetzung von Patenten. Dabei können Private-Equity-Unternehmen ganz entscheidend dazu beitragen, das geistige Eigentum kleinerer Unternehmen vor der Überheblichkeit der deutlich kapitalstärkeren Großkonzerne zu schützen. Angesichts dieser Umstände könnte sich der neue Trend, zum Schutz von geistigem Eigentum auf die finanzielle Unterstützung von Private-Equity-Unternehmen zurückzugreifen, für die rechtmäßigen Inhaber der geistigen Eigentumsrechte lohnen und langfristig zu mehr Innovation, einer wachsenden Zahl von Innovatoren und mehr technischen Entwicklern führen, oder anders ausgedrückt: "Innovation braucht Lohn".

Der Mangel an Innovatoren und Ingenieuren in verschiedenen entscheidenden Wirtschaftssektoren stellt eine ernsthafte Bedrohung für die Wettbewerbsfähigkeit Europas dar. Es bleibt nur zu hoffen, dass durch die Unterstützung von Private-Equity-Unternehmen geistiges Eigentum in Zukunft besser geschützt wird und die Innovationsbemühungen dazu führen, dass junge Menschen in Forschung und Entwicklung eine attraktive Karrieremöglichkeit und lukrative Erwerbschancen erkennen und somit mehr Talente angezogen werden.

Damit Europa erfolgreich wachsen kann, müssen wir uns bei unseren politischen Entscheidungen auf die Förderung von Innovation und technologischer Entwicklung konzentrieren.

Das derzeitige Patentsystem stellt ein nicht zu unterschätzendes Hindernis für den grenzüberschreitenden Schutz von Innovationen innerhalb des Binnenmarktes dar. Vor diesem Hintergrund fordern Europe's 500 die Europäische Kommission und die EU-Mitgliedstaaten mit Nachdruck auf, ein vereinheitlichtes, zentralisiertes Anmeldeverfahren einzuführen, mit dem Erfindungen mit einem Schlag in allen EU-Ländern rechtlich bindend zum Patent angemeldet werden können. Für die Umsetzung des gemeinsamen Marktes würde dies ein Riesenschritt nach vorne bedeuten. Die Vereinigung warnt ferner davor, dass jede politische Entscheidung, die zu einer Beschränkung der geistigen Eigentumsrechte führen oder verhindern würde, dass Patentierungen hierzulande ebenso einfach und unkompliziert werden wie in den USA, den Innovationszielen Europas in höchstem Maße abträglich wäre.

Thomas Tindemans
Managing Director
Europe's 500 Entrepreneurs for Growth
im Namen des politischen Ausschusses

Thomas Tindemans | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.europes500.com

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht IAB-Arbeitsmarktbarometer: Beschäftigung legt weiter zu
29.05.2017 | Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index sinkt nach März-Hoch
23.05.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise