Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Steuerliche Absetzbarkeit privater Handwerksrechnungen zur Bekämpfung der Schattenwirtschaft ermöglichen

05.06.2002


Ökonomische Anreize zur Schwarzarbeit senken - Gegenfinanzierung durch Subventionsabbau sicherstellen - Beispiel Ukraine

Angesichts der stetigen Zunahme der Schattenwirtschaft in Deutschland spricht sich der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater BDU e.V., Rémi Redley, für die steuerliche Absetzbarkeit privater Handwerksrechnungen aus. Zumindest in Teilbereichen, wie beim privaten Bau, werde so ein Anreiz geschaffen, derartige Dienstleistungen nicht "schwarz" ausführen zu lassen, sondern ordnungsgemäß zu versteuern. Um die Gegenfinanzierung sicherzustellen, müsse der Subventionsabbau massiv vorangetrieben werden.

Mit der Möglichkeit der steuerlichen Absetzbarkeit - mindestens in Höhe von 65 Prozent - werde beim Besteller einer Handwerksleistung ein hoher ökonomischer Anreiz geschaffen, auf Schwarzarbeit zu verzichten. Das gelte vor allem im privaten Bereich, der mindestens ein Drittel am Gesamtvolumen ausmache. Die Unternehmensberater versprechen sich von dieser Regelung eine deutliche Zunahme von offiziellen Aufträgen für Handwerksleistungen und infolgedessen höhere Gewerbesteuer- und Lohnsteuereinnahmen.

Allerdings müsse im Vorfeld möglichst genau berechnet werden, inwieweit diese Mehreinnahmen den zu erwartenden Steuerausfall insbesondere bei der Einkommensteuerveranlagung ersetzen können. "Sollten diese Berechnungen ergeben, dass nur Teilschritte finanzierbar sind, halte ich auch eine Beschränkung der Abzugsfähigkeit auf private Bauleistungen" für denkbar", so Redley. Um eine völlige Gegenfinanzierung sicherzustellen, müsse gegebenenfalls über weitere Kürzungen im gesamtbaulichen Subventionsbereich nachgedacht werden. Angesichts der augenblicklichen Entspannung im Wohnraumbereich sollten vor allem die diversen Abschreibungsmöglichkeiten einer ernsthaften Prüfung unterzogen werden. Zudem werde mit einer verbesserten Absetzbarkeit die Modernisierung und andere Investitionen von Immobilien bereits gefördert, so dass dem Staat kein Zurückziehen aus seiner wohnungspolitischen Verantwortung vorgeworfen werden könne.

Die Forderung werde im übrigen von Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin bestätigt. Denn die Experten hätten noch Ende letzten Jahres einen Zusammenhang zwischen Senkung der Steuerlast und Verlauf der Schattenwirtschaft - bezogen auf die ukrainische Wirtschaft - untersucht. Die Ergebnisse belegten, dass einer niedrigeren Besteuerung eine höhere Bereitschaft zur legalen Dienstleistung folge. "Auch wenn die Entwicklung einer jungen Volkswirtschaft wie die der Ukraine nicht exakt auf Deutschland übertragen werden kann, so lässt sich daraus aber doch ein überregionales volkswirtschaftliches Gebot zu niedrigerer Steuerbelastung ableiten", untermauert Verbandschef Redley seinen Vorschlag.

Parallel zur Einführung dieser Steuerermäßigung müsse aber deren ordnungsgemäße Einhaltung besser kontrolliert und Missbräuche schärfer sanktioniert werden.

Klaus Reiners | ots

Weitere Berichte zu: Gegenfinanzierung Schattenwirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Wirtschaft Finanzen:

nachricht RWI/ISL-Containerumschlag-Index weiter aufwärts gerichtet
23.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

nachricht RWI erhöht Konjunkturprognose für 2017 leicht auf 1,3 Prozent
15.03.2017 | RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Wirtschaft Finanzen >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise